Deutschland, Bahn

Bahn will Sanierungsprogramm für Hauptstrecken überprüfen

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 11:47 Uhr, dpa.de

Nach Verzögerungen bei der Generalsanierung Nürnberg-Regensburg prüft die Bahn ihr Sanierungsprogramm für wichtige Strecken. Grundsätzlich soll am Konzept festgehalten werden.

Weil sich die Inbetriebnahme der Strecke Nürnberg-Regensburg verzögert, will Bahnchefin Palla das Konzept der sogenannten Generalsanierungen auf den Prüfstand stellen. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa
Weil sich die Inbetriebnahme der Strecke Nürnberg-Regensburg verzögert, will Bahnchefin Palla das Konzept der sogenannten Generalsanierungen auf den Prüfstand stellen. - Bild: Bernd von Jutrczenka/dpa

Die Deutsche Bahn will ihr großes Sanierungsprogramm für die wichtigsten Strecken auf den Prüfstand stellen. Hintergrund sind die Verzögerungen bei der Baustelle Nürnberg-Regensburg - es ist bereits die zweite sogenannte Generalsanierung, die nicht planmäßig fertig wird. Sie habe entschieden, dass deshalb «die Art und Weise, wie wir mit der Korridorsanierung umgehen, wie wir planen, wie wir umsetzen, wie wir in Betrieb nehmen» noch mal umfassend auf den Prüfstand gestellt werde, sagte Bahnchefin Evelyn Palla bei einem gemeinsamen Auftritt mit Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).

Der Verkehrsminister betonte, dass nach jeder Korridorsanierung vor allem die Kosten und Zeitabläufe evaluiert und kritisch betrachtet würden. «Und wir haben nun Anlass, das sehr sorgfältig zu tun», sagte der CDU-Politiker. Das Konzept grundsätzlich infrage stellen wolle er nicht. Die Frage sei aber, «wie müssen wir das Konzept insgesamt ausgestalten, damit es für alle erträglich wird».

Die Deutsche Bahn will bis Mitte der 2030er Jahre rund 40 besonders wichtige Strecken grundlegend sanieren. Kernbestandteil des Konzepts sind längere Vollsperrungen, um die Arbeiten nicht im laufenden Betrieb umsetzen zu müssen. Im Detail ist die Bahn bereits jetzt vom ursprünglich kommunizierten Konzept abgewichen und entwickelt für jede Strecke etwas unterschiedliche Pläne vor allem mit Blick auf die Länge der Baumaßnahmen.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die Strecke Nürnberg-Regensburg nicht wie geplant am Freitag wieder in Betrieb genommen werden kann. Neuer Eröffnungstermin ist der Bahn zufolge der 31. Juli. Begründet wurde die Verspätung mit Verzögerungen bei den Sicherheitsüberprüfungen der Stellwerkstechnik. Bereits im Frühjahr konnte die Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin nicht planmäßig abgeschlossen werden.

de | wirtschaft | 69722060 |

Weitere Meldungen

Bahn prüft Sanierungskonzept nach erneuten Verzögerungen. Doch der Weg dahin ist steinig. Der Fahrgast soll bei der Bahn wieder in den Fokus rücken - sowohl kurzfristig, etwa mit Blick auf Reiseinfos, als auch langfristig mit besserer Infrastruktur. (Wirtschaft, 08.07.2026 - 14:48) weiterlesen...

Bahn setzt auf KI für schnellere Infos bei Verspätungen Mehr KI, mehr Klarheit: Die Bahn verspricht Fahrgästen künftig schnellere Informationen zu Verspätungen und Gleiswechseln. (Wirtschaft, 08.07.2026 - 03:30) weiterlesen...

Eröffnung der Strecke Nürnberg-Regensburg erst Ende Juli. Diesmal trifft es die Strecke Nürnberg-Regensburg. Grund dafür sei die Stellwerktechnik. Erneut kommt es zu Verzögerungen bei einer wichtigen Korridorsanierung der Deutschen Bahn. (Wirtschaft, 07.07.2026 - 18:09) weiterlesen...

Bahn: Verzögerungen bei Sanierung Nürnberg-Regensburg (Wirtschaft, 07.07.2026 - 17:52) weiterlesen...

Bahn plant Finanzpuffer in Milliardenhöhe für Brenner-Zulauf Die Bahn plant die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel mit einem riesigen finanziellen Puffer, der fast so hoch wie ist die derzeit veranschlagten Baukosten - alles zusammen 16 Milliarden Euro. (Wirtschaft, 06.07.2026 - 15:00) weiterlesen...

Bund plant mehr Geld für Neu- und Ausbau der Schiene. Geplant ist auch der Neubau von Strecken. Im kommenden Jahr soll es dafür mehr Mittel geben – und woanders Kürzungen. Bei der Bahn soll nicht nur das Bestandsnetz saniert werden. (Wirtschaft, 04.07.2026 - 12:38) weiterlesen...