Veggie-Burger & Co.: Fleischersatzproduktion sinkt nach Boom
18.05.2026 - 08:31:26 | dpa.deDie Produktion von vegetarischen oder veganen Fleischalternativen in Deutschland ist nach langem Boom erstmals leicht gesunken. Im vergangenen Jahr wurden 124.900 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt und damit 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zuvor hatte sich die Produktion binnen sechs Jahren mehr als verdoppelt (+107 Prozent): 2019 wurden noch 60.400 Tonnen Fleischersatzprodukte hergestellt.
Wert des produzierten Fleisches gut 70-mal so hochÂ
Fleischersatzprodukte wie Veggie-Schnitzel, Sojabratlinge oder Tofuwurst sind zwar in den vergangenen Jahren bei Verbrauchern beliebter geworden, aber gemessen am Fleischmarkt eine Nische. 2025 wurden Fleisch und Fleischerzeugnisse im Wert von gut 45,2 Milliarden Euro in Deutschland produziert, zwei Prozent mehr als im Vorjahr.
Damit fiel die Fleischproduktion gut 70-mal höher aus als die von Fleischersatzprodukten: Der Wert der produzierten Fleischalternativen lag 2025 bei 632,6 Millionen Euro, 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Deutschland ist nach Angaben von Wirtschaftsvertretern der gröĂte Markt fĂŒr pflanzliche Alternativprodukte in Europa.Â
Fleischkonsum in Deutschland leicht gestiegen
Der Fleischkonsum in Deutschland war zuletzt nach Jahren der RĂŒckgĂ€nge wieder leicht gestiegen. Der Pro-Kopf-Verzehr lag 2025 nach vorlĂ€ufigen Angaben der Bundesanstalt fĂŒr Landwirtschaft und ErnĂ€hrung bei im Schnitt 54,9 Kilogramm. Das war etwas mehr als 2023 (52,9 Kilogramm) und 2024 (53,5 Kilogramm) - auch, weil die Menschen mehr GeflĂŒgel essen.Â
Vegetarische und vegane Fleischalternativen erhitzen auch immer wieder die GemĂŒter. In der EU kam es zum Streit um ein Verbot von Produktbezeichnungen wie «Veggie-Burger» oder «Tofu-Wurst». Solche Namen mĂŒssen nicht von Speisekarten verschwinden, wie sich UnterhĂ€ndler der EU-Staaten und des Europaparlaments im MĂ€rz in BrĂŒssel verstĂ€ndigten. Andere vegetarische Produkte, die sich auf Fleischarten und einzelne TeilstĂŒcke beziehen, dĂŒrfen aber kĂŒnftig nicht mehr etwa als «Veggie-HĂŒhnchen» oder «Tofu-Rippchen» beworben werden.Â
Der Kompromiss muss noch formell vom Europaparlament und den europĂ€ischen Staaten angenommen werden. EuropĂ€ische Abgeordnete hatten im vergangenen Jahr ein Verbot von Begriffen wie «Tofu-Wurst», «Soja-Schnitzel» oder «Veggie-Burger» fĂŒr vegetarische Produkte ins Spiel gebracht und das mit dem Schutz von Verbrauchern und Landwirten begrĂŒndet.
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