Tusk: Migration ĂŒber Belarus ist paramilitĂ€risch organisiert
16.10.2024 - 11:18:17 | dpa.deAn Polens Ostgrenze habe man es nicht mit FlĂŒchtlingen zu tun, die sich spontan und zufĂ€llig dort eingefunden hĂ€tten, sagte Tusk der Tageszeitung "Gazeta Wyborcza" (Mittwochsausgabe). "Diese Aktionen sind paramilitĂ€risch organisiert, und wir beobachten zunehmend, dass in Syrien und im Iran Gruppen organisiert werden, die nicht nur fĂŒr den illegalen GrenzĂŒbertritt ausgebildet werden, sondern auch fĂŒr ein Verhalten, das wir in der Nato als gefĂ€hrlich bezeichnen mĂŒssen."
Es gebe ein ganzes System der Rekrutierung ĂŒber russische und belarussische diplomatische Vertretungen in mehreren LĂ€ndern, sagte Tusk weiter. Aus Syrien habe man Erkenntnisse, wonach Kriminelle und Menschen mit Verbindungen zu Terrororganisationen aus GefĂ€ngnissen entlassen und an die polnisch-belarussische Grenze gebracht wĂŒrden. Diese ist auch eine AuĂengrenze der EU.
Neues Gesetz soll Recht auf Asyl an Grenze zu Belarus aufheben
Polen will mit einem neuen Gesetz das Recht auf Asyl fĂŒr irregulĂ€re Migranten an der Grenze zu Belarus vorĂŒbergehend aussetzen. Der Gesetzentwurf soll in einigen Wochen vorliegen. Am Dienstag hatte Tusks Mitte-Links-Regierung ein Papier zur Migration verabschiedet, das auch eine zeitweise EinschrĂ€nkung des Asylrechts vorsieht.
Polen und die EU beschuldigen Russlands PrĂ€sidenten Wladimir Putin und seinen VerbĂŒndeten, den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-AuĂengrenze zu bringen, um Druck auf den Westen auszuĂŒben. Trotz des Baus eines mehr als fĂŒnf Meter hohen Zauns und eines elektronischen Ăberwachungssystems versuchen Migranten tĂ€glich, irregulĂ€r die Grenze zu ĂŒberqueren. Seit Beginn des Jahres hat der Grenzschutz knapp 28.000 solcher Versuche registriert.
PrÀsident: EinschrÀnkung des Asylrechts wÀre "fataler Fehler"
Polens Staatsoberhaupt Andrzej Duda kritisierte die von Tusks Regierung geplante EinschrĂ€nkung des Asylrechts. "Dies wird nicht dazu dienen, die Grenze abzuschotten und die illegale Migration einzudĂ€mmen", sagte Duda in einer Rede vor dem Parlament. Vielmehr werde es das geplante Gesetz verhindern, dass Vertreter der belarussischen Opposition, die von Lukaschenkos Regime verfolgt wĂŒrden, in Polen Asyl erhalten können. "Das ist offenbar ein fataler Fehler", kritisierte Duda.
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