Studie: Babyboomer arbeiten lĂ€nger als frĂŒhere Generationen
29.08.2023 - 09:43:58MĂ€nner und Frauen der sogenannten Babyboomer-JahrgĂ€nge sind einer Studie zufolge im Schnitt deutlich lĂ€nger erwerbstĂ€tig als vorangegangene Generationen. In der Altersspanne zwischen 55 und 64 gingen 1955 geborene MĂ€nner demnach im Schnitt 7,3 Jahre einem bezahlten Job nach, wie das Bundesinstitut fĂŒr Bevölkerungsforschung (BIB) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. 1941 geborene MĂ€nner seien in der entsprechenden Zehnjahresspanne durchschnittlich nur 5,3 Jahre erwerbstĂ€tig gewesen.
Bei den Frauen habe sich der Arbeitszeitraum von 2,6 auf 4,8 Jahre fast verdoppelt. Ein Zuwachs, allerdings geringer, habe sich auch fĂŒr die Altersspanne 65 bis 74 Jahre ergeben.
Den deutlichsten Unterschied registrierten die Autorinnen und Autoren der Studie bei FachkrÀften und gehobenen FachkrÀften, den geringsten bei niedrigen Bildungs- und Berufsgruppen. Als Ursache sehen sie neben politischen Reformen im Bereich Arbeitsmarkt und Rente das höhere Bildungsniveau der Babyboomer an.
Wissenschaftler sehen Steigerungspotenzial
Die Studie zeigte deutliche Ost-West-Unterschiede. Von den 1955 Geborenen hatten westdeutsche MÀnner mit 7,4 Jahren die höchste Erwerbslebensdauer im Alter zwischen 55 und 64 Jahren. Dagegen war diese bei westdeutschen Frauen mit 4,6 Jahren am niedrigsten. Ostdeutsche MÀnner und Frauen befanden sich mit 6,8 Jahren und 5,5 Jahren dazwischen.
Die Wissenschaftler sehen Steigerungspotenzial fĂŒr das Alter ab 63 Jahre, besonders fĂŒr Frauen in Westdeutschland. «Ob diese Potenziale erschlossen werden können, hĂ€ngt davon ab, inwieweit ein Verbleib im Arbeitsmarkt attraktiv und möglich ist», wird BIB-Forscherin Elke Loichinger zitiert. Nötig seien etwa flexible Arbeitszeiten. Unbezahlte Sorgearbeit in der Familie könne bezahlter Erwerbsarbeit entgegenstehen.
Die Studie erschien im Fachjournal «Demography». Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut fĂŒr demografische
Forschung.


