Powernap, Minuten

Powernap: 30 Minuten Mittagsruhe senkt Herzinfarkt-Risiko um 37%

20.06.2026 - 04:01:17 | boerse-global.de

Kurze Nickerchen am Arbeitsplatz werden immer beliebter. Wissenschaftliche Studien belegen positive Effekte auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Powernaps im Job: Studie belegt Produktivitätssteigerung
Powernap - Eine Person ruht friedlich in einem modernen Büroumfeld, symbolisch für Powernaps und Erholung am Arbeitsplatz. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

46 Prozent der Beschäftigten legen laut einer Studie von Sleep Doctor mehrmals im Jahr ein Nickerchen während der Arbeit ein, 33 Prozent sogar wöchentlich. Die Wissenschaft liefert klare Belege für den Nutzen.

Sechs Minuten für mehr Leistung

Forscher der Flinders Universität beziffern die optimale Dauer eines Powernaps auf sechs bis zehn Minuten. Die Harvard School of Public Health geht noch weiter: Eine 30-minütige Mittagsruhe senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 37 Prozent.

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Schlafforscherin Christine Blume empfiehlt die Ruhephasen direkt nach dem Mittagessen oder am frühen Nachmittag. „Ein Nickerchen nach 15 Uhr kann die Einschlaffähigkeit am Abend beeinträchtigen“, warnt sie. Neben gesteigerter Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung gilt der Powernap zunehmend als Instrument zur Gesundheitsprävention.

Hitze kostet Milliarden

Steigende Temperaturen treiben die Diskussion um flexible Arbeitszeitmodelle wie die Siesta voran. Allianz Trade prognostiziert: Hitzewellen könnten die deutsche Wirtschaft bis 2030 rund 112 Milliarden Euro kosten. Pro Grad Celsius über 30 Grad sinkt die Produktivität um etwa drei Prozent.

Die Krankschreibungen steigen an heißen Tagen um 3,5 Prozent, bei anhaltenden Hitzewellen sogar um bis zu sechs Prozent. Volkswirtin Katharina Utermöhl bezeichnet die Siesta als „notwendiges Risikomanagement und Produktivitätsstrategie“. Die Arbeitsstättenverordnung sieht bereits ab 26 Grad Raumtemperatur eine Prüfung von Schutzmaßnahmen vor. Ab 35 Grad gelten Räume ohne Vorkehrungen als ungeeignet für die Arbeit.

Während Arbeitgeberverbände den Acht-Stunden-Tag flexibilisieren wollen, mahnen Gewerkschaften zur Vorsicht. Anja Piel vom DGB-Vorstand betont: „Wir brauchen branchenspezifische Lösungen“ und warnt vor einer Aufweichung der Schutzstandards im Arbeitszeitgesetz.

Rückenschmerzen als Produktivitätskiller

Neben der Hitze belasten physische Erkrankungen die Betriebe. Daten der KKH für 2024 zeigen: Rückenschmerzen verursachen 142 Fehltage je 100 Versicherte – einer der häufigsten Ausfallgründe in Deutschland. Eine Studie von ERGOTOPIA bestätigt: 63 Prozent der Berufstätigen sind betroffen.

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Unternehmen reagieren mit betrieblichem Gesundheitsmanagement. Der Dienstleister secova etwa setzt auf regelmäßige Yoga- und Stretching-Einheiten und erzielt bereits nach wenigen Monaten messbare Erfolge.

Jeder dritte verliert täglich eine Stunde

Zusätzlichen Stress verursachen organisatorische Mängel. Laut einer Erhebung von Allgeier inovar und Civey verliert etwa jeder dritte Beschäftigte täglich mehr als eine Stunde durch ineffiziente Prozesse – etwa die Suche nach Dokumenten oder unklare Zuständigkeiten. Das summiert sich auf rund 28 verlorene Arbeitstage pro Jahr.

Experten sehen die Lösung in der Kombination aus optimierten Abläufen, gesundheitsfördernden Pausen und technischer Unterstützung. KI-gestützte Gesundheitsüberwachung in Wearables könnte dabei helfen, Belastungen frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern. Die Zukunft der Arbeit wird nicht nur digitaler, sondern auch erholsamer.

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