Rente, Erwerbstätigen

Rente: 44 Prozent aller Erwerbstätigen wollen früher gehen

23.06.2026 - 14:03:54 | boerse-global.de

Bis 2040 gehen 13,3 Millionen Beschäftigte in Rente. Viele wollen früher aussteigen, was den Fachkräftemangel weiter verschärft.

Frührente und Fachkräftemangel: Demografischer Wandel trifft Wirtschaft hart
Rente - Mitarbeiter verschiedener Altersgruppen arbeiten in einem modernen BĂĽro zusammen, symbolisch fĂĽr betriebliches Gesundheitsmanagement und demografischen Wandel. 23.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Bis 2040 erreichen rund 13,3 Millionen Menschen das Rentenalter – das sind knapp 30 Prozent aller heutigen Erwerbspersonen. Gleichzeitig will ein Großteil der Beschäftigten früher aus dem Berufsleben aussteigen.

Immer mehr wollen frĂĽher gehen

Der DAK-Gesundheitsreport 2026 zeigt eine klare Tendenz: 44 Prozent aller Erwerbstätigen planen, vor der Regelaltersgrenze in Rente zu gehen. Bei den über 50-Jährigen sind es sogar 52 Prozent. Besonders auffällig: Von den Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen wünschen sich 60 Prozent einen vorzeitigen Ruhestand.

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Die Fehlzeiten steigen mit dem Alter massiv. Liegen sie bei 50-Jährigen noch bei 5,8 Prozent, verdoppelt sich der Wert bei 66-Jährigen auf 11 Prozent. Zwar erkranken ältere Arbeitnehmer seltener – aber wenn sie krank sind, fehlen sie deutlich länger. Beschäftigte ab 50 kommen im Schnitt auf 26,9 Fehltage pro Jahr, jüngere Kollegen auf 17,4 Tage.

Die Babyboomer gehen in Rente

Besonders die geburtenstarken Jahrgänge machen den Unternehmen zu schaffen. In der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen arbeiten derzeit 5,5 Millionen Menschen, bei den 60- bis 64-Jährigen sind es 4,5 Millionen. Da jüngere Generationen diese Lücke nicht füllen können, steigt der Anteil der über 55-Jährigen an allen Erwerbspersonen stetig.

2015 lag dieser Wert bei 20,7 Prozent, 2025 bereits bei 27 Prozent. Die Erwerbsquote sinkt dabei rapide: Bei den 55- bis 59-Jährigen arbeiten noch 85,3 Prozent, bei den 60- bis 64-Jährigen nur noch 69,5 Prozent.

Betriebe mĂĽssen umdenken

Experten fordern deshalb mehr betriebliches Gesundheitsmanagement. Andreas Storm, Chef der DAK-Gesundheit, betont die Notwendigkeit von mehr Wertschätzung und effektiven Präventionsstrategien. Ein virtuelles Netzwerktreffen der IHK Saarland am 23. Juni beschäftigte sich unter dem Titel „Fehlzeiten neu denken – Anwesenheit wirksam fördern“ genau mit diesen Fragen.

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Parallel dazu rückt die psychische Gesundheit in den Fokus. Ein Online-Workshop der Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in Sachsen-Anhalt am 26. Juni will Ausbildungsverantwortliche für dieses Thema sensibilisieren. Die BAGSO Service Gesellschaft informiert zudem über Vorsorge- und Früherkennungsangebote für ein gesundes Älterwerden.

Rente bleibt Fundament – aber Reformen sind nötig

Matthias Maurer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Rentenversicherung Nord, machte am 19. Juni klar: Die gesetzliche Rente bleibe das Fundament der Alterssicherung. Doch der demografische Wandel zwinge zu umfassenden Reformen. Neben höherer Erwerbsbeteiligung und gesteigerter Produktivität spiele vor allem die Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch bessere Gesundheitsbedingungen eine entscheidende Rolle.

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