Reservekraftwerke: Ausschreibung im September startet Energiewende-Sicherung
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 18:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Anlagen sollen bis 2031 ans Netz gehen und die Versorgungssicherheit während der Energiewende sichern. Der Bundestag stimmt voraussichtlich noch diese Woche über die gesetzlichen Grundlagen ab.
Höhere Gebotsobergrenzen und regionale Boni
Die Gebotsobergrenzen steigen auf 244.000 Euro pro Megawatt – ein Plus von rund 41 Prozent. Unternehmen in Nord- und Ostdeutschland erhalten einen Netzbonus. Zwei Drittel der Zuschläge gehen zunächst an die günstigsten Gebote. Ein spezifischer Südbonus greift erst, wenn ein Drittel der Kapatizäten im Norden und Osten vergeben ist.
Für Batteriespeicher gelten besondere Regeln: Sie müssen eine Einspeisequote von 80 Prozent erfüllen und innerhalb von drei Stunden aufladbar sein. Erste Reaktionen aus der Gasbranche und von regionalen Energieversorgern fallen positiv aus.
Soziale Staffelung bei der Gebäudeförderung
Parallel zur Kraftwerksstrategie plant der Haushaltsausschuss umfassende Änderungen bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Die Reform setzt auf eine stärkere soziale Staffelung. Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unter 30.000 Euro erhalten einen Einkommensbonus von bis zu 40 Prozent. Dazu kommt ein Kinderzuschlag von 10.000 Euro.
Die förderfähigen Kosten für Heizungsanlagen werden voraussichtlich auf 28.000 Euro gedeckelt. Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt alle sechs Monate um vier Prozentpunkte. Der Effizienzbonus für Wärmepumpen entfällt – stattdessen gibt es einen neuen Bonus von 15 Prozent für europäische Wärmepumpentechnologie.
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Bei Kreditförderungen für Effizienzhäuser sind die Tilgungszuschüsse um zehn Prozentpunkte niedriger. Bestehende Programme wie die Förderung für das Effizienzhaus 55-Plus wurden bis Ende 2026 verlängert. Hier stehen noch Restmittel in dreistelliger Millionenhöhe bereit.
Neue Förderprogramme auf europäischer Ebene
Auch international tut sich etwas: Die italienischen Handelskammern starten ein Programm für sogenannte Double Transition Voucher. Bis 2029 stehen 150 Millionen Euro bereit, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Digitalisierung und ökologischer Transformation zu unterstützen. Die Förderquote liegt bei bis zu 70 Prozent.
Im Schweizer Kanton Zürich zeigt ein aktueller Branchenbericht: Industrie und Gewerbe verbrauchen rund 25 Prozent der Energie. Grossverbraucher müssen künftig Effizienz-Zielvereinbarungen abschließen. KMU erhalten Unterstützung durch Beratungsprogramme wie ÖKOPROFIT.
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In Deutschland bieten Institutionen wie die IHK Koblenz Industriebetrieben den Beitritt zu Energieeffizienz- und Klimaschutz-Netzwerken an. Ziel ist der fachliche Austausch und die Umsetzung technischer Optimierungen.
Internationale Ausschreibungen laufen
Mitte Juli endet die Frist für eine Ausschreibung in Guyana. Die Interamerikanische Entwicklungsbank finanziert dort die Planung energie- und wassereffizienter Bildungseinrichtungen. Das Projekt zeigt: Klimaresilienz wird zunehmend zum globalen Thema – auch für deutsche Unternehmen, die im Ausland mitbieten können.
