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irregulĂ€re Migration eines der grĂ¶ĂŸten Probleme der EU

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 18:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Trotz fallender Migrationszahlen und neuer EU-Asylregeln: Nach Ansicht von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gibt es beim Thema Migration noch immer viel zu tun.

"Mittlerweile sieht das fast jeder Staats- und Regierungschef in der EuropĂ€ischen Union so, dass wir ein massives Problem haben, das unsere Gesellschaften erheblich belastet", sagte Merz beim EU-Gipfel in BrĂŒssel. Er schließe sich dem ausdrĂŒcklich an. "Die irregulĂ€re Migration ist eines der grĂ¶ĂŸten Probleme, das wir in Europa haben."

Merz Ă€ußerte sich zum Thema am Rande einer Debatte um die Lehren aus der Migrationskrise in Ceuta. Ende Juli waren schĂ€tzungsweise etwa 80.000 Migranten aus Marokko in die spanische Exklave gelangt. Die meisten Ankömmlinge kehrten nach Angaben der Regierung in Madrid innerhalb kĂŒrzester Zeit freiwillig nach Marokko zurĂŒck. Beim Versuch Ceuta zu erreichen, starben mindestens 140 Menschen. Hilfsorganisationen gehen von einer deutlich höheren Zahl aus.

Sollten EU-LÀnder das Asylrecht aussetzen können?

Österreichs Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) forderte beim EU-Gipfel, mehr rechtliche Möglichkeiten, um auf MassenankĂŒnfte wie in Ceuta reagieren zu können. Konkret nannte er das Recht, AsylantrĂ€ge in solchen Situationen nicht annehmen zu mĂŒssen.

Auch die griechische Regierung setzt sich dafĂŒr ein, die Rechtsgrundlage fĂŒr diese Möglichkeit zu schaffen. Griechenland hat die PrĂŒfung von Schutzgesuchen in der Vergangenheit schon zweimal im Alleingang ausgesetzt, zuletzt 2025 fĂŒr drei Monate wegen des starken Anstiegs von BootsankĂŒnften aus Libyen nach Kreta und Gavdos. Merz Ă€ußerte sich in seiner Pressekonferenz beim Gipfel nicht eindeutig zum Thema.

Ein vollstĂ€ndiges Aussetzen des Asylrechts sehen die EU-Migrationsregeln mit Verweis auf das Non-Refoulement-Prinzip eigentlich nicht vor. Die Grundregel besagt vereinfacht, dass ein Staat einen Menschen nicht in ein Land zurĂŒckweisen oder abschieben darf, in dem ihm Verfolgung, Folter oder eine andere menschenrechtswidrige Behandlung droht.

Von der Leyen hatte nach Ceuta Vorstoß gemacht

Mitte September hatte die EU-Kommission einen neuen europĂ€ischen Krisenreaktionsrahmen vorgeschlagen. Dieser soll nach Angaben von KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen eine zeitlich begrenzte FlexibilitĂ€t bei Asylregeln ermöglichen, wenn Migrationsbewegungen als Waffe gegen die EU eingesetzt werden. Weitere Details zu dem angekĂŒndigten Vorschlag gibt es bisher nicht.

In Polen wird seit MĂ€rz 2025 an der Grenze zu Belarus das Recht, einen Antrag auf internationalen Schutz zu stellen, zeitweise eingeschrĂ€nkt. Warschau begrĂŒndet dies mit der Instrumentalisierung von Migration durch Belarus und einer daraus resultierenden Gefahr fĂŒr die staatliche Sicherheit.

Ende in Streit zwischen Italien und Spanien in Sicht

Im durch die Ceuta-Krise ausgelösten Streit zwischen Italien und Spanien zeichnet sich indes nach mehr als zwei Monaten etwas Entspannung und ein Ende der gegenseitigen Grenzkontrollen ab. Die Innenminister der beiden EU-Partner wollen sich nach Angaben aus beiden HauptstĂ€dten nĂ€chste Woche um eine Lösung bemĂŒhen.

Die Kontrollen stehen im Widerspruch zu den Regeln des Schengenraums, wonach grundsĂ€tzlich keine Personenkontrollen an den Binnengrenzen vorgesehen sind. Rom argumentierte bei der EinfĂŒhrung der Grenzkontrollen, die Grenzen mĂŒssten wegen des Andrangs von Migranten auf Ceuta geschĂŒtzt werden. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass sich von dort jemand auf den Weg nach Italien gemacht hĂ€tte.

Die irregulĂ€ren GrenzĂŒbertritte in die EU gehen auch dieses Jahr weiter zurĂŒck. Die Grenzschutzagentur Frontex zĂ€hlte in den ersten acht Monaten rund 74.000 unerlaubte Einreisen, 35 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

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