Ruck-Affäre spaltet Parteien: Stocker fordert Aufklärung, Ludwig hält Rücken
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Vorwürfe gegen Walter Ruck reißen nicht ab. Jetzt stehen die Zeichen auf Sturm – und die Fronten verlaufen quer durch die Parteien.
Neue Protokolle belasten Ruck schwer
Am 20. Juli 2026 veröffentlichte Unterlagen belasten den Präsidenten der Wirtschaftskammer Wien massiv. Ruck soll demnach Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer als „Obersachbearbeiter“ bezeichnet und Vertreter der oberösterreichischen Industrie herabwürdigend kommentiert haben. Ein Sprecher Rucks wies die Darstellungen umgehend zurück.
Doch die Affäre ist größer. Neben den Protokollen stehen Vorwürfe der Vetternwirtschaft und des Postenschacherns im Raum. Konkret geht es um die Platzierung eines Ex-ÖVP-Politikers bei der Wirtschaftsagentur Wien und die Kandidatur von Rucks Sohn innerhalb der Kammerstrukturen. Auch Berichte über abfällige Bemerkungen gegenüber Frauen belasten das Klima.
Bundes-Ă–VP fordert Konsequenzen
Bundeskanzler Christian Stocker schaltete sich am 20. Juli 2026 persönlich ein. Er forderte eine lückenlose Aufklärung und nannte die Aussagen „irritierend“. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, dürfe dies nicht ohne Folgen bleiben.
Noch deutlicher wurde WKO-Präsidentin Martha Schultz. Sie erklärte, sie erwarte vom Wiener Kammerchef nun „die richtigen Schritte“. Branchenbeobachter werten das als indirekte Rücktrittsaufforderung. ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß legte nach und kritisierte offen das „System Ruck“.
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BĂĽrgermeister Ludwig stellt sich hinter Ruck
Am 21. Juli 2026 schlug Wiens Bürgermeister Michael Ludwig eine ganz andere Richtung ein. Er stärkte Ruck demonstrativ den Rücken. Ludwig lobte ihn als „umsichtigen und verlässlichen Partner“ in der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Wirtschaft. Einen Rücktritt erwarte er nicht.
Ludwig verwies auf gemeinsame Erfolge – das aktuelle Wirtschaftswachstum und den Beschäftigungsrekord von 945.000 Erwerbstätigen in Wien. Zu den Vorwürfen der Postenbesetzung sagte er, ein Rechtsgutachten bestätige die Korrektheit der Abläufe. Eine öffentliche Ausschreibung sei im konkreten Fall nicht nötig gewesen.
Innerparteilicher RĂĽckhalt und Gegenwehr
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Innerhalb der Wiener Wirtschaftskammer erhält Ruck weiter Unterstützung. Vizepräsidentin Margarete Kriz-Zwittkovits und die Vorsitzende von „Frau in der Wirtschaft“, Verena Wiesinger, stellten sich hinter ihn. Kriz-Zwittkovits, die selbst zugunsten von Rucks Sohn auf eine Kandidatur verzichtete, wies die Vorwürfe der Frauenfeindlichkeit zurück. Ruck habe die Förderung von Frauen stets bewusst vorangetrieben.
Der Wiener Wirtschaftsbund startete eine Gegenoffensive, um die Position des Kammerchefs zu festigen. Die Opposition – FPÖ und Grüne – fordert dagegen den sofortigen Rückzug Rucks. Die Haltung innerhalb der Wiener Koalition bleibt uneinheitlich: Die lokale SPÖ und Teile der Neos verteidigen die bisherige Zusammenarbeit.
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