Sachsen-Budget, Milliarden

Sachsen-Budget: 53,5 Milliarden Euro für Forschung und Infrastruktur

03.07.2026 - 21:36:41 | boerse-global.de

Der sächsische Doppelhaushalt 2027/28 priorisiert Wissenschaft, Wohnungsbau und Verkehr. Die Neuverschuldung beträgt knapp 1,5 Milliarden Euro.

Sachsen investiert 53,5 Milliarden in Forschung und Infrastruktur
Sachsen-Budget - Eine stilisierte Darstellung von 53,5 Milliarden Euro mit Forschungslaboren und Infrastruktur im Hintergrund. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sachsens Staatsregierung setzt im neuen Doppelhaushalt klare Prioritäten: Forschung, wirtschaftliche Stabilität und regionale Entwicklung stehen im Fokus. Für 2027 sind Ausgaben von 26,5 Milliarden Euro geplant, für 2028 steigt das Budget auf 27 Milliarden Euro.

Forschung als Versicherung für die Zukunft

Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow bezeichnet die Förderung von Forschung und Innovation als „Form der Versicherung“ für die künftige Wirtschaftskraft des Freistaates. Kein Wunder: Rund 8,6 Milliarden Euro fließen 2027 in den Bereich, 2028 sind es 8,7 Milliarden. Damit sichert Sachsen unter anderem die Bund-Länder-finanzierten Forschungseinrichtungen im Pakt für Forschung und Innovation ab.

Die Investitionsquote liegt bei rund 13,5 Prozent. Konkret bedeutet das: 3,21 Milliarden Euro für 2027 und 3,25 Milliarden Euro für das Folgejahr. Hinzu kommen jährlich 403 Millionen Euro aus dem sogenannten Sachsenfonds für strategische Projekte.

Mehr Geld für Wohnungsbau und Nahverkehr

4,43 Milliarden Euro sind für Regionalentwicklung und Verkehrsinfrastruktur vorgesehen. Davon fließen rund 2,63 Milliarden in gemeinsame Bund-Länder-Programme. Besonders deutlich steigen die Mittel für den sozialen Wohnungsbau: von 281,3 Millionen auf über 473 Millionen Euro im Doppelhaushalt.

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Der öffentliche Nahverkehr auf dem Land profitiert ebenfalls. Für die Systeme PlusBus und TaktBus stehen jährlich 23,3 Millionen Euro bereit. EU-Programme wie LEADER erhalten 50 Millionen Euro aus dem ELER-Fonds.

Digitalisierung und Schuldenbremse

Auf Bundesebene gibt es zeitgleich Fortschritte bei der digitalen Energieinfrastruktur. Der Koalitionsausschuss einigte sich auf „Smart Meter light“-Geräte. Ziel: Bis Ende 2030 sollen über 90 Prozent der Haushalte mit hohem Stromverbrauch oder steuerbaren Geräten wie Wärmepumpen intelligente Messsysteme erhalten. Eine neue Plattform für Netzdaten soll zudem den Netzausbau beschleunigen und Genehmigungszeiten halbieren.

Um den sächsischen Haushalt auszugleichen, plant die Regierung eine Neuverschuldung von knapp 1,5 Milliarden Euro – rund 728 Millionen pro Jahr. Möglich macht das eine Neuregelung im Grundgesetz.

Stellenabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen

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Die Landesverwaltung soll schrumpfen: In den nächsten zwei Jahren fallen 523 Stellen weg, bis 2040 insgesamt mehr als 8.700. Der Prozess läuft über Altersabgänge – betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Während Sachsen seine Prioritäten setzt, wächst auf Bundesebene die Kritik an den dortigen Haushaltsplänen. Finanzminister Lars Klingbeil plant Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro bei einer Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro. Ökonomen von Ifo und DIW bewerten das zeitgleich vorgestellte Reformpaket als unzureichend, um die stagnierende deutsche Wirtschaft anzukurbeln.

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