Schiedsgerichtsbarkeit, IHK-Lehrgang

Schiedsgerichtsbarkeit: IHK-Lehrgang fĂŒr AnwĂ€lte ab September

30.06.2026 - 17:04:02 | boerse-global.de

Neuer IHK-Lehrgang qualifiziert AnwĂ€lte fĂŒr Schiedsverfahren. Förderung fĂŒr Solo-Kanzleien und neue Gesetze treiben den Trend zur außergerichtlichen Streitbeilegung.

IHK startet Zertifikatslehrgang fĂŒr Schiedsgerichtsbarkeit
Schiedsgerichtsbarkeit - Ein Nahaufnahme eines Holzhammers auf einem polierten Schreibtisch, umgeben von juristischen Dokumenten und einem Stift. 30.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die IHK Akademie MĂŒnchen reagiert mit einem neuen Zertifikatslehrgang ab Mitte September 2026. Zielgruppe: RechtsanwĂ€lte und Inhouse-Juristen.

Systematische Qualifizierung fĂŒr die Schiedsgerichtsbarkeit

Der Lehrgang ist modular aufgebaut und erstreckt sich vom 18. September bis zum 12. Dezember 2026. Vier Module vermitteln die theoretischen und praktischen Grundlagen der Schiedsgerichtsbarkeit. Absolventen erhalten ein IHK-Zertifikat plus einen digitalen Badge fĂŒr ihre Kompetenzen.

Hintergrund: GrenzĂŒberschreitende Wirtschaftsstreitigkeiten werden komplexer, Verfahren mĂŒssen schneller laufen. Die Spezialisierung gilt als direkte Antwort darauf.

Finanzielle UnterstĂŒtzung fĂŒr Solo-SelbststĂ€ndige

EinzelanwĂ€lte und kleine Einheiten können ĂŒber das Programm KOMPASS Förderung beantragen. Der EuropĂ€ische Sozialfonds Plus (ESF Plus) finanziert die ZuschĂŒsse. Bis zu 90 Prozent der Lehrgangskosten sind drin – maximal 4.500 Euro.

Das soll auch kleineren Kanzleien ermöglichen, bei der Konfliktlösung mit großen Wirtschaftskanzleien mitzuhalten. ErgĂ€nzend starten ab August 2026 internationale Online-Kurse zu ADR im Sportrecht.

Internationaler Trend zum Vorrang der Streitbeilegung

Auch der Gesetzgeber treibt die Entwicklung voran – besonders in Spanien. Dort gilt seit Anfang 2025 ein grundsĂ€tzlicher Vorrang fĂŒr alternative Streitbeilegung im Zivilprozess. Ein ADR-Verfahren ist mittlerweile Pflicht, bevor eine Klage zugelassen wird.

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Zu den Methoden zĂ€hlen private Schlichtung, Expertenvoten, vertrauliche bindende Angebote und kollaborative VerhandlungsfĂŒhrung. Der Trend ist klar: Die gerichtliche Auseinandersetzung wird zunehmend zum letzten Mittel.

Justizmodernisierung in Deutschland

Parallel zur privaten Schiedsgerichtsbarkeit beschleunigt der Staat eigene Verfahren. Das Vergabebeschleunigungsgesetz tritt am 1. Juli 2026 in Kraft. Es soll administrative HĂŒrden bei öffentlichen Beschaffungen abbauen – etwa bei Medizintechnik. Fachleute erwarten weitreichende Auswirkungen auf die Beratungspraxis im Vergaberecht.

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Digitale Angebote entlasten die Justiz zusĂ€tzlich: Seit April 2026 können BĂŒrger an 18 Amtsgerichten in zehn BundeslĂ€ndern Geldforderungen bis 10.000 Euro per Online-Klage geltend machen. Die GebĂŒhren sind niedriger als beim herkömmlichen Weg.

Ob die digitalen Instrumente oder die verstĂ€rkte Nutzung von Schiedsverfahren die Gerichte langfristig wirksamer entlasten – die Branche evaluiert das fortlaufend.

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