Schlaganfall-Prävention: 150 Minuten Bewegung könnten 46,6 Prozent verhindern
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Expertenbeiträge und Gesundheitsberichte verdeutlichen eine wachsende psychische Belastung in der Gesellschaft und zeigen zugleich konkrete Methoden zur Stressreduzierung auf. Während Umfragen eine Zunahme von Erschöpfungssymptomen belegen, rücken wissenschaftliche Erkenntnisse über die präventive Wirkung von Bewegung und gezielten Pausen in den Fokus der Gesundheitsvorsorge.
Psychologische Warnsignale und die Falle der digitalen Ablenkung
Überforderung im Alltag äußert sich laut der Psychologin Prof. Eva Asselmann häufig dadurch, dass Betroffene trotz Pausen nicht mehr abschalten können und sich ständig getrieben fühlen.
In ihrem Werk „Too Much“ beschreibt sie Warnsignale wie Gereiztheit, Konzentrationsstörungen und eine verminderte Schlafqualität. Ein zentrales Problem sei dabei der Umgang mit digitalen Medien: Der Griff zum Handy in freien Minuten stelle keine echte Erholung dar, sondern lediglich einen Reizwechsel.
Das Gehirn neige aufgrund einer Negativitätstendenz dazu, verstärkt auf Gefahren und offene Aufgaben zu reagieren. Ständiges Umschalten zwischen Tätigkeiten führe zu einem sogenannten „Popcorn-Gehirn“, bei dem die Aufmerksamkeit springt und die Fehlerquote steigt.
Zur Bewältigung empfiehlt die Expertin, den Tag ohne Handy zu beginnen und bewusst Prioritäten zu setzen. Weitere Einblicke in diese Thematik bietet ein geplanter Vortrag im Rahmen des PZ-Autorenforums am Dienstag, den 13. Oktober, in Pforzheim.
Steigende Belastungszahlen in der Arbeitswelt
Unterschiedliche Erhebungen untermauern den Trend zur chronischen Überlastung. Eine Umfrage der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) unter 1.000 Personen ergab im September 2026, dass 54 Prozent der Befragten mehr Stress empfinden als noch vor ein bis zwei Jahren.
Zudem berichteten 57 Prozent von Erschöpfungszuständen. Eine bereits im Mai 2025 durchgeführte Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) zeigte, dass sich 66 Prozent der Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst fühlen – im Jahr 2013 lag dieser Wert noch bei 57 Prozent.
Besonders betroffen sind bestimmte Berufsgruppen. Laut Daten des McKinsey Health Institute aus dem Jahr 2023 verspürt jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland Burnout-Symptome. In der Pflege und bei Ärzten liegt diese Rate bei 54 Prozent, während bei Medizinstudenten sogar 60 Prozent erreicht werden. Als Hauptursachen gelten neben beruflicher Belastung vor allem hohe Ansprüche an sich selbst sowie gesellschaftliche Krisen.
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Wissenschaftliche Ansätze zur Regeneration
Die Forschung liefert neue Belege für die Wirksamkeit spezifischer Erholungsmethoden. Eine im September 2026 in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlichte Studie des Institute of Psychology der Chinese Academy of Sciences untersuchte die Wirkung von Musik nach akutem Stress.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Musik die Kommunikation zwischen Hirnregionen wie dem auditiven Cortex und dem Thalamus verändert und so die Normalisierung körperlicher Stressparameter beschleunigt.
Für die Gestaltung der Freizeit bietet das sogenannte DRAMMA-Modell aus der Arbeitspsychologie Orientierung. Es definiert sechs Faktoren für echte Erholung: Abschalten, Entspannen, Selbstbestimmung, Kompetenzerleben, Sinnstiftung und soziale Verbundenheit.
Fehlen diese Aspekte oder bleiben die Gedanken bei der Arbeit, bleibe die regenerative Wirkung aus. Auch kreative Tätigkeiten wie das Kochen werden von Experten als Rückzugsort empfohlen. So betont der Autor Yotam Ottolenghi, dass einfaches Kochen eine Verbindung zu Grundbedürfnissen schaffe und einen Gegenpol zur komplizierten Welt bilde.
Prävention durch Bewegung und Ergonomie
Körperliche Aktivität bleibt ein entscheidender Faktor für die langfristige Gesundheit. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien unter Menschen ab 65 Jahren zeigte im September 2026, dass lediglich 29,6 Prozent die Empfehlung von 150 Minuten Bewegung pro Woche erfüllen.
Modellrechnungen der Forscher legen nahe, dass durch eine konsequente Einhaltung dieser Vorgaben etwa 46,6 Prozent der Schlaganfälle und 40,8 Prozent der Herzinfarkte verhindert werden könnten.
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Um die Hürden für den Einstieg zu senken, gewinnt das Konzept des „Exercise Snacking“ an Bedeutung. Hierbei werden kurze Bewegungseinheiten über den Tag verteilt. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 belegt positive Effekte dieser Methode auf den Blutdruck und die Fitness. Langzeituntersuchungen wie die Copenhagen City Heart Study unterstreichen zudem den lebensverlängernden Effekt von Sportarten mit sozialer Komponente, wie etwa Tennis.
Ergänzend weisen Fachleute auf die Bedeutung der Ergonomie am Arbeitsplatz hin. Fehlhaltungen und Stress können zu Verspannungen führen, die sogar das Zwerchfell betreffen und die Atmung einschränken können.
Neben physischen Maßnahmen wie Dehnübungen und korrekter Sitzhaltung wird in der modernen Arbeitswelt auch der Umgang mit psychischen Belastungsfaktoren wie Mikromanagement unter Kollegen thematisiert, um die psychische Gesundheit langfristig zu sichern.
