Schufa-Scoring: BGH entscheidet ĂŒber Transparenzpflicht heute
18.06.2026 - 19:25:58 | boerse-global.de
Mehrere Privatpersonen haben auf Basis der Datenschutz-Grundverordnung geklagt â sie werfen der Auskunftei vor, ihre Scoring-Verfahren seien intransparent.
Der aktuelle BGH-Prozess zeigt einmal mehr, wie komplex die Anforderungen der DSGVO an Transparenz und Dokumentation in der Praxis sind. Ob Verarbeitungsverzeichnisse oder Auskunftspflichten â mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage und Anleitung erfĂŒllen Sie Ihre Dokumentationspflichten rechtssicher und effizient. Kostenlose Muster-Vorlage fĂŒr das Verarbeitungsverzeichnis jetzt herunterladen
Streit um Gewichtung der Kriterien
Die KlĂ€ger fordern detaillierte Informationen darĂŒber, wie die Schufa einzelne Kriterien gewichtet. Das Oberlandesgericht Dresden gab ihnen in Teilen recht und verurteilte das Unternehmen zur Offenlegung. Die Schufa legte dagegen Revision ein.
Ihr Argument: Die bisherigen Datenkopien erfĂŒllten bereits die gesetzlichen Anforderungen. Zehn andere Oberlandesgerichte hĂ€tten diese Praxis in zahlreichen Urteilen bestĂ€tigt. Der BGH soll nun fĂŒr Rechtssicherheit sorgen (Az. I ZR 226/25 u.a. sowie I ZR 227/25 u.a.). Ein Anwalt der KlĂ€gerseite betonte die prĂ€ventive Wirkung umfassender Auskunftspflichten.
Neues Scoring-Modell lÀuft bereits
UnabhÀngig von den Gerichtsverfahren stellte die Schufa Mitte MÀrz auf ein neues Verfahren um. Es basiert auf zwölf festgelegten Kriterien und einer Punkteskala von 100 bis 999. Werte ab 779 Punkten gelten als hervorragend.
Die Umstellung erfolgt schrittweise. Alte Scores sollen bis Ende 2028 vollstÀndig abgeschafft sein. Parallel bereitet sich die Branche auf eine Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes vor, die voraussichtlich am 20. November in Kraft tritt. Sie sieht bereits verschÀrfte Transparenzregeln vor.
WĂ€hrend Gerichte ĂŒber Transparenz streiten, mĂŒssen Unternehmen im Hintergrund oft komplexe PrĂŒfprozesse wie die Datenschutz-FolgenabschĂ€tzung bewĂ€ltigen, um BuĂgelder zu vermeiden. Dieser praxisorientierte Leitfaden bietet Ihnen fertige Muster und Checklisten, um Ihre DSFA-Pflichten ohne hohen Zeitaufwand rechtssicher umzusetzen. Rechtssichere Muster-Vorlage zur DSFA kostenlos sichern
Staatliche Datenbanken unter der Lupe
Neben privaten Auskunfteien geraten auch staatliche Systeme in den Fokus. Aktuelle Zahlen aus einer Regierungsanfrage zeigen den Umfang des INPOL-Systems des Bundeskriminalamts. Ăber eine Million Menschen sind dort zur Fahndung ausgeschrieben â zur Festnahme, Observation oder Aufenthaltsermittlung.
Insgesamt speichert das System Daten zu 5,7 Millionen Personen. Dazu kommen 7,6 Millionen Lichtbilder, rund 2,9 Millionen FingerabdrĂŒcke und 1,16 Millionen DNA-DatensĂ€tze. Mehr als die HĂ€lfte der erfassten Personen sind Asylsuchende. Im Bereich politisch motivierter KriminalitĂ€t sind etwa 39.500 Personen dem rechten und knapp 12.000 dem linken Spektrum zugeordnet. Rund 5.700 Personen werden religiösen Ideologien zugerechnet. Zudem nutzen Behörden das Schengener Informationssystem fĂŒr verdeckte Kontrollen bei ĂŒber 108.000 Personen.
