Stahlimporte, Menge

Stahlimporte: EU senkt zollfreie Menge um 47 Prozent ab Juli

07.07.2026 - 00:08:13 | boerse-global.de

CO?-Grenzausgleich belastet die Industrie: Fallende Zertifikatspreise, neue Stahlimportquoten und steigende Kosten fĂŒr E-Autos prĂ€gen das zweite Quartal.

CBAM-Zertifikate gĂŒnstiger: Industrie fĂŒrchtet Wettbewerbsnachteile
Stahlimporte - Nahaufnahme eines Automotors mit stilisierten digitalen Überlagerungen, die CO2-Emissionen und Kostenkurven darstellen, in einer kĂŒhlen, industriellen Umgebung. 07.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das sind acht Cent weniger als im Vorquartal. Doch wĂ€hrend die administrative HĂŒrde langsam Form annimmt, wĂ€chst in der Automobilbranche die Sorge vor einer Ausweitung des Mechanismus.

Industrie sieht WettbewerbsfÀhigkeit gefÀhrdet

Der europĂ€ische Autoverband ACEA schlug Anfang Juli Alarm. Die PlĂ€ne aus BrĂŒssel, den CO?-Grenzausgleich auf weitere Produkte auszuweiten, treffen auf heftige Kritik. Besonders der Zeitplan und der Umfang der Erweiterung stoßen auf Widerstand.

Importeure mĂŒssen die Zertifikate ab Februar 2027 erwerben. Die Branche fĂŒrchtet zusĂ€tzliche Belastungen weit ĂŒber die reinen Rohstoffkosten hinaus. Parallel drĂ€ngt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) auf eine Reform des Emissionshandels. Die Kernforderung: Die Zertifikatsausgabe am KlimaneutralitĂ€tsziel 2050 ausrichten und den Abbau kostenloser Zuteilungen verlangsamen.

Aktuell liegt der lineare Reduktionsfaktor bei 4,3 Prozent. Das setzt die Industrie massiv unter Druck.

Stahlimportquoten verschÀrfen die Lage

Seit dem 1. Juli gelten neue Handelsbarrieren. Die EU hat die jĂ€hrliche zollfreie Stahlimportmenge auf 18,3 Millionen Tonnen begrenzt – ein Minus von 47 Prozent im Vergleich zu 2024. Wer die Kontingente ĂŒberschreitet, zahlt fĂŒr 26 Produktgruppen einen Schutzzoll von 50 Prozent. Neue Meldepflichten zum Herkunftsort sollen Umgehungen verhindern.

Anzeige

Die neuen Meldepflichten und die drohenden Kosten durch den CO2-Grenzausgleich stellen viele Importeure vor große Herausforderungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, wie Sie die EU-Verordnung rechtssicher und schnell umsetzen. Gratis-Checkliste zur CBAM-Verordnung jetzt sichern

Erste Unternehmen suchen bereits Auswege. Canada Nickel und RWE Supply & Trading schlossen eine AbsichtserklÀrung zur Vermarktung von CO?-armem Edelstahl. Ziel: den Zugang zum EU-Markt durch Expertise im Grenzausgleich absichern. Eine finale Vereinbarung soll bis Jahresende stehen.

Ifo-Index sinkt – E-Auto-Boom hĂ€lt an

Die regulatorischen Herausforderungen treffen auf ein schwieriges Umfeld. Der Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex fĂŒr die Automobilindustrie fiel im Juni auf minus 21,4 Punkte. Im Mai lag er noch bei minus 20,7 Punkten. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage zunehmend kritisch.

Ganz anders die Zulassungszahlen: Im Juni stiegen die Neuzulassungen von reinen Elektroautos in Deutschland um 78,2 Prozent auf ĂŒber 84.000 Fahrzeuge. Der Marktanteil liegt bei 28,4 Prozent. Besonders chinesische Hersteller profitieren von neuen FörderprĂ€mien. HĂ€ndler von BYD oder MG melden Auftragssteigerungen von bis zu 75 Prozent.

Anzeige

Da viele Unternehmen von den neuen Berichtsregeln betroffen sind, ohne es zu wissen, ist eine rechtzeitige PrĂŒfung der eigenen Lieferkette unerlĂ€sslich. Dieser kostenlose Report klĂ€rt auf und hilft Ihnen, teure Bußgelder zuverlĂ€ssig zu vermeiden. Kostenlosen CBAM-Report hier herunterladen

Doch Analysten warnen: Steigende Systemkosten durch CO?-Abgaben und Rohstoffvorgaben könnten die Margen im Segment der gĂŒnstigen Elektromodelle unter Druck setzen.

Altfahrzeug-Verordnung kommt – Kostenrisiko fĂŒr Kunststoffe

Ein weiteres Kostenrisiko zeichnet sich ab. Die EU-Altfahrzeug-Verordnung sieht vor, dass ab 2032 eine Rezyklatquote von 15 Prozent fĂŒr Kunststoffe in Fahrzeugen gilt. Bis 2036 steigt sie auf 25 Prozent. Experten warnen vor VerfĂŒgbarkeitsengpĂ€ssen und weiteren Preissteigerungen in der Lieferkette.

de | wirtschaft | 69708796 |