Steuern, Superreiche

Steuern auf Superreiche: SPD fordert 1%-Abgabe ab 100 Millionen Euro

Veröffentlicht: 18.07.2026 um 04:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die SPD kündigt die Wiedereinführung der Vermögenssteuer für Multimillionäre an. Ein Prozent jährlich auf Werte über 100 Millionen Euro soll den Staat stärken.

SPD plant Wiederbelebung der Vermögenssteuer ab 2026
Eine goldene Euro-Münze auf einem Stapel Hunderteuroscheine vor einem unscharfen Stadtbild bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das kündigte Generalsekretär Tim Klüssendorf Mitte Juli 2026 in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung an. Neben der Vermögenssteuer peilt die Partei auch eine Reform der Erbschaftssteuer an. Das Jahr 2026 soll demnach im Zeichen einer harten Auseinandersetzung mit der Union über die künftige Verteilungspolitik stehen.

Jährliche Abgabe auf Millionenvermögen

Der Vorschlag sieht vor, Vermögenswerte ab 100 Millionen Euro mit einem jährlichen Steuersatz von einem Prozent zu belegen. Nach Einschätzung von Klüssendorf könnten dadurch Steuereinnahmen im zweistelligen Milliardenbereich fließen.

Zusätzlich strebt die SPD Änderungen bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer an. Ziel: die wachsende Vermögensungleichheit verringern und Superreiche stärker an der Finanzierung öffentlicher Aufgaben beteiligen.

Karlsruhe als Weichensteller

Die politische Debatte wird durch ein ausstehendes Urteil des Bundesverfassungsgerichts flankiert. Voraussichtlich Ende 2026 entscheiden die Karlsruher Richter zur geltenden Erbschaftsteuer. In der SPD gilt das Urteil als wichtiger Orientierungspunkt für die geplanten gesetzlichen Anpassungen.

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Opposition warnt vor wirtschaftlichen Folgen

Die Ankündigung stieß umgehend auf Widerspruch bei der politischen Konkurrenz. Oppositionsvertreter kritisierten die Pläne als unsozial und warnten vor den ökonomischen Konsequenzen erhöhter Steuerlasten für große Vermögen.

Kritiker befürchten negative Effekte auf Immobilien- und Finanzmärkte sowie auf das Wirtschaftswachstum. Investitionen könnten gehemmt werden, Kapital aus dem deutschen Markt abfließen. Die SPD hält dagegen: Die Maßnahmen seien notwendig, um die soziale Schere zu schließen und die staatliche Handlungsfähigkeit zu sichern.

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Ob sich die SPD mit ihren Forderungen durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass das Thema Vermögensverteilung den kommenden Wahlkampf maßgeblich prägen wird.

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