Steuerreform, Entlastung

Steuerreform 2027: 34-Punkte-Paket bringt Entlastung und Mehrbelastung

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 12:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Das 34-Punkte-Reformpaket der Regierung bringt Entlastungen durch höhere Freibeträge, aber auch steigende Steuern für Spitzenverdiener und weniger Förderung für Rentner.

Steuerreform 2027: Höhere Freibeträge, aber auch Mehrbelastungen für Rentner
Ein älteres Ehepaar sitzt an einem Tisch und prüft Finanzdokumente, ein Tablet zeigt Diagramme. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Es bringt tiefgreifende Änderungen im Steuersystem – und trifft nicht nur Erwerbstätige, sondern auch Rentner. Ab dem 1. Januar 2027 sollen die neuen Regeln gelten.

Die Koalition verspricht Entlastungen durch höhere Freibeträge. Doch Anpassungen bei Sozialabgaben und Förderungen sorgen für eine differenzierte Belastungssituation. Wer profitiert wirklich – und wer zahlt drauf?

Höhere Freibeträge, aber auch höhere Steuern für Spitzenverdiener

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt schrittweise – bis 2028 auf 12.900 Euro. Parallel dazu werden die Tarifzonen angepasst, um die kalte Progression abzumildern. Der Arbeitnehmerpauschbetrag soll auf 1.430 Euro klettern, das Kindergeld bis 2028 auf 272 Euro.

Doch für Gutverdiener wird es teurer: Die Reichensteuer steigt ab 250.000 Euro Einkommen auf 45 Prozent, ab 280.000 Euro sogar auf 47 Prozent. Experten schätzen das Entlastungsvolumen der Reform auf rund zehn Milliarden Euro. Allerdings: Steigende Sozialversicherungsbeiträge könnten diesen Effekt teilweise neutralisieren.

Weniger Förderung für Handwerker und Minijobber

Rentner mit Wohneigentum oder haushaltsnahen Dienstleistungen müssen künftig mit weniger Unterstützung rechnen. Die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen sinkt von 20 auf 15 Prozent. Der maximale Förderbetrag fällt von 1.200 auf 900 Euro pro Jahr.

Fachleute raten: Wer Renovierungen plant, sollte sie noch 2026 durchführen. Auch die Pauschalsteuer für Minijobs steigt – von zwei auf fünf Prozent. Das betrifft vor allem Rentner, die sich mit einem Nebenjob etwas dazuverdienen.

Renten steigen – und die Steuerlast auch

Seit dem 1. Juli 2026 sind die Renten um 4,24 Prozent gestiegen. Die Kehrseite: Immer mehr Ruheständler überschreiten damit die Grenze zur Steuerpflicht oder rutschen in höhere Steuersätze. Für Neurentner liegt der steuerpflichtige Anteil der Rente 2026 bei 84 Prozent.

Anzeige

Viele Steuerpflichtige verschenken jedes Jahr unnötig Geld an das Finanzamt, weil sie ihre Abschreibungspotenziale nicht voll ausschöpfen. Dieser kostenlose Leitfaden zeigt Ihnen, welche legalen Steuerspar-Chancen Sie sofort nutzen können. Steuerstrategie optimieren und Ratgeber kostenlos herunterladen

Am 13. Juli 2026 wird der Steuerzahlergedenktag begangen. Der Bund der Steuerzahler (BdSt) beziffert die Abgabenquote auf rund 53 Prozent. BdSt-Präsident Reiner Holznagel kritisierte die Reform als unzureichend und forderte deutlich stärkere Entlastungen.

Ein-Klick-Steuererklärung für Millionen Senioren

Die Finanzverwaltung plant eine Vereinfachung: eine sogenannte Ein-Klick-Steuererklärung. Rund 11,5 Millionen Menschen mit einfachen Steuerfällen sollen davon profitieren. Bereits vorhandene Daten wie Rentenbezugsmitteilungen werden automatisch in die Formulare übernommen. Die Steuerpflichtigen müssen die Angaben nur prüfen und ergänzen.

Achtung bei Steuerbescheiden: Neue Fristen fĂĽr Rentner

Seit Frühjahr 2025 enthalten Steuerbescheide keinen Vorläufigkeitsvermerk mehr zur Rentenbesteuerung. Wer eine mögliche Doppelbesteuerung seiner Altersbezüge geltend machen will, muss innerhalb eines Monats nach Erhalt des Bescheids Einspruch einlegen. Das betrifft insbesondere Menschen mit langen Erwerbsbiografien vor 2005 sowie ehemalige Selbstständige und Freiberufler.

Anzeige

Ob Immobilienbesitzer oder Gewerbetreibender – wer die aktuelle Gesetzeslage bei Abschreibungen kennt, kann seine Liquidität dauerhaft verbessern. Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Experten-Guide und erfahren Sie alles über Sonderabschreibungen und Steuervorteile. Kostenlosen PDF-Ratgeber „Abschreibung von A-Z“ sichern

Im Einspruch sollte zudem das Ruhen des Verfahrens beantragt werden. Nur so können Betroffene von laufenden Musterprozessen profitieren.

Rentenreform in Planung: Kapitalrente ab 2028

Parallel zu den Steueränderungen bereitet die Bundesregierung eine Rentenreform vor. Sie sieht den Aufbau einer Kapitalrente ab 2028 vor. Das Rentenniveau soll bis 2031 bei 48 Prozent stabil bleiben. Ab 2032 sind dann stärkere Dämpfungsfaktoren bei der Rentenanpassung zu erwarten. Auch die Zusatzbeiträge zur Rentenversicherung steigen voraussichtlich ab 2028 schrittweise an.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wirtschaft | 69752782 |