Deutschland, Luftverkehr

Crews der Lufthansa gehen am Donnerstag in den Streik

10.02.2026 - 18:48:56

Streik bei Lufthansa: Wer am Donnerstag fliegen will, könnte am Boden bleiben. Was hinter dem Konflikt um neue Billig-Töchter und TarifvertrÀge steckt.

  • Frankfurt ist das grĂ¶ĂŸte Drehkreuz der Lufthansa.  - Foto: Boris Roessler/dpa

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  • Crews der Lufthansa gehen am Donnerstag in den Streik  - Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmn

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  • Bereits im Herbst haben die Piloten der Lufthansa in einer Urabstimmung fĂŒr Streiks gestimmt.  - Foto: Andreas Arnold/dpa

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Frankfurt ist das grĂ¶ĂŸte Drehkreuz der Lufthansa.  - Foto: Boris Roessler/dpaCrews der Lufthansa gehen am Donnerstag in den Streik  - Foto: Boris Roessler/dpa/dpa-tmnBereits im Herbst haben die Piloten der Lufthansa in einer Urabstimmung fĂŒr Streiks gestimmt.  - Foto: Andreas Arnold/dpa

Passagiere der Lufthansa mĂŒssen an diesem Donnerstag mit FlugausfĂ€llen und VerspĂ€tungen rechnen. Grund sind gleichzeitige Arbeitskampfmaßnahmen der Piloten und Flugbegleiter ĂŒber den ganzen Tag. Bestreikt werden sollen sĂ€mtliche Starts ab Deutschland. Auch FrachtflĂŒge sind im 100. JubilĂ€umsjahr der Lufthansa betroffen. Das genaue Ausmaß der AusfĂ€lle war zunĂ€chst unbekannt. Man warte auf genauere Informationen von Seiten der Gewerkschaft, erklĂ€rte ein Sprecher des Unternehmens. «Kunden werden in jedem Fall automatisch von uns benachrichtigt, sollte ihr Flug betroffen sein.»

Aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit fĂŒr die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo fĂŒr die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Offiziell streiken die Piloten fĂŒr höhere ArbeitgeberbeitrĂ€ge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit Mehrheit fĂŒr Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt haben. 

Die Lufthansa kritisierte die «extrem kurzfristige AnkĂŒndigung der Gewerkschaften», die FluggĂ€ste «extrem hart und unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig» treffe. «TragfĂ€hige Lösungen können nur im Dialog gefunden werden, Streiks mĂŒssen stets das letzte Mittel bleiben», so der Sprecher der Airline. «Wir fordern die Gewerkschaften deshalb auf, die GesprĂ€che mit uns wieder aufzunehmen.»

Ufo will ohne Urabstimmung mit einem Warnstreik Verhandlungen zu TarifvertrĂ€gen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline erzwingen. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan. Laut einem Mitgliederrundschreiben wĂŒrden Verhandlungen vom Management verweigert. Bei der Kerngesellschaft warte man bislang vergeblich auf Verhandlungen zum Manteltarifvertrag. 

Harte Linie des Vorstands 

Unter den Schlagworten «ProduktivitĂ€t» und «FlexibilitĂ€t» verlange Lufthansa weiter tarifliche Verschlechterungen, die sich unmittelbar auf die Arbeitsbelastung und die ohnehin stark eingeschrĂ€nkte Planbarkeit des Privatlebens auswirken wĂŒrden, kritisiert Ufo-Tarifexperte Harry Jaeger. Gleichzeitig verweigere der Arbeitgeber jede ernsthafte Diskussion ĂŒber Schutzmechanismen, mit denen die KabinenbeschĂ€ftigten vor den Folgen des vom Konzern eingeschlagenen Kurses abgesichert werden könnten. 

Gemeint ist hier die Konzernstrategie, mit neuen Flugbetrieben die etablierten Betriebsteile unter Druck zu setzen. Der Vorstand hat vor wenigen Jahren die Flugbetriebe Lufthansa City Airlines und Discover mit dem erklĂ€rten Ziel gegrĂŒndet, dort zu kostengĂŒnstigeren Tarifbedingungen zu fliegen. Dies gelingt vor allem, weil dort die Crews weniger verdienen. Laut Lufthansa-Chef Carsten Spohr kann im Konzern Wachstum nur dort stattfinden, wo Geld verdient wird. 

City Airlines soll Cityline ersetzen

Am Dienstag hatte der Lufthansa-Konzern bekanntgegeben, dass die neue Gesellschaft City Airlines nun erstmals auch das Drehkreuz Frankfurt bedient. Bis zum Herbst soll die Flotte am Rhein-Main-Flughafen auf sieben Flugzeuge vom Typ Airbus A320 mit der neuesten Triebwerksgeneration wachsen. Bislang sind 13 Flugzeuge der 2024 gegrĂŒndeten Plattform am zweiten Drehkreuz in MĂŒnchen stationiert. 

FĂŒr Passagiere ist kaum zu erkennen, mit welcher Gesellschaft sie fliegen, weil City Airlines voll in den Lufthansa-Flugplan integriert ist und auch keine eigenen Tickets verkauft. Ein Ă€hnliches Konzept verfolgt der Konzern bei der Tochter Discover, die auch FernflĂŒge anbietet. Hier hat die Konkurrenzgewerkschaft Verdi TarifvertrĂ€ge fĂŒr Kabine und Cockpit abgeschlossen. 

FĂŒr das Wachstum der 100-prozentigen Tochter stellt der Konzern in Frankfurt neu ein. 60 KrĂ€fte seien bereits gewonnen, die Einstellung von 280 weiteren BeschĂ€ftigten sei geplant. Aktuell beschĂ€ftigt die Airline rund 450 Menschen.

@ dpa.de

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