Was Passagiere zum Streik bei der Lufthansa wissen mĂŒssen
11.02.2026 - 10:53:12Auch zum 100-jĂ€hrigen Bestehen drohen bei der Lufthansa Streiks. FĂŒr diesen Donnerstag sind zeitgleich Arbeitsniederlegungen der Piloten sowie des Kabinenpersonals angekĂŒndigt. FluggĂ€ste wĂŒrden von den kurzfristig angekĂŒndigten Streiks «extrem hart und unverhĂ€ltnismĂ€Ăig» getroffen, erklĂ€rt die Lufthansa.Â
Welche FlĂŒge fallen aus?
Lufthansa hat umfangreiche Streichungen fĂŒr Donnerstag angekĂŒndigt, ohne eine konkrete Zahl gestrichener FlĂŒge zu nennen. Auf den digitalen Abflugtafeln groĂer FlughĂ€fen wie Berlin oder Frankfurt ist eine Vielzahl der Lufthansa-FlĂŒge gestrichen, vereinzelte Verbindungen sollen aber offenbar angeboten werden.Â
Die GĂ€ste werden aufgefordert, ihre Kontaktdaten zu hinterlegen. Betroffene Passagiere wĂŒrden in jedem Fall automatisch benachrichtigt.
GrundsĂ€tzlich wollen die Crew-Gewerkschaften ĂŒber den ganzen Tag sĂ€mtliche AbflĂŒge in Deutschland verhindern. Die Piloten streiken bei den Airlines Lufthansa und Lufthansa Cargo. Die Kabinengewerkschaft Ufo hat das Personal ebenfalls bei der Lufthansa-Kerngesellschaft sowie bei der Regionaltochter Cityline zu einem Warnstreik aufgerufen. Neben den Drehkreuzen Frankfurt und MĂŒnchen sind damit auch die FlughĂ€fen in Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, DĂŒsseldorf, Berlin und Hannover direkt betroffen.
Wie kommen betroffene Passagiere weiter?
Lufthansa verspricht betroffenen Passagieren schnelle Hilfe und bietet bei Annullierungen kostenlose Umbuchungen. Innerdeutsche Tickets könnten in Fahrkarten fĂŒr die Bahn umgewandelt werden. Lufthansa wird zudem versuchen, Passagiere auf nicht bestreikte Verbindungen umzubuchen.
Welche Airlines fliegen noch?Â
Das sind grundsĂ€tzlich erst einmal alle Gesellschaften, die nicht zur Lufthansa-Group gehören. Wichtige Anbieter in Deutschland sind beispielsweise Ryanair, Easyjet und Condor. Aber auch innerhalb des Kranichkonzerns werden lĂ€ngst nicht alle Airlines bestreikt. Neben den FlĂŒgen der auslĂ€ndischen Gesellschaften Swiss, Austrian, Ita und Brussels Airlines sind auch die deutschen Lufthansa-Töchter Eurowings und Discover nicht von dem Streikaufruf betroffen. Noch unklar sind die Auswirkungen auf den Flugbetrieb der Tochter Lufthansa City Airlines.Â
Welche Rechte haben Passagiere?
Bei einem Streik des eigenen Personals muss die Fluggesellschaft ihre Passagiere bei Annullierungen oder starken VerspĂ€tungen entschĂ€digen. Je nach Flugdistanz werden zwischen 250 und 600 Euro fĂ€llig. Die Fluggesellschaften mĂŒssen zudem Ersatzbeförderungen schnellstmöglich organisieren und auch fremde Fluggesellschaften oder Ăber-Eck-Verbindungen prĂŒfen. Bei innerdeutschen Verbindungen kommen auch Bahnfahrkarten in Betracht. Wer verzichtet, kann den Ticketpreis zurĂŒckverlangen. Am Flughafen gestrandete Passagiere haben Anspruch auf Essen und GetrĂ€nke am Flughafen, ebenso wie auf zwei kostenlose Telefonate. Bei lĂ€ngerer Dauer muss die Airline zudem fĂŒr Hotelzimmer zahlen.Â
WofĂŒr wird gestreikt?
Offiziell streiken die rund 4.800 Piloten fĂŒr höhere ArbeitgeberbeitrĂ€ge zu den Betriebs- und Ăbergangsrenten. Hierzu liegt schon seit dem Herbst eine Urabstimmung der Mitglieder vor, die mit deutlicher Mehrheit fĂŒr ArbeitskampfmaĂnahmen gestimmt haben. Von einem Streik hatte die Gewerkschaft in den letzten Monaten abgesehen. Nach sieben Verhandlungsrunden blieb auch ein vorerst letztes Angebot der VC nach ihren Angaben ohne Reaktion.Â
Die Kabinengewerkschaft Ufo will ohne Urabstimmung der knapp 20.000 BeschĂ€ftigten mit einem Warnstreik Verhandlungen erzwingen zu TarifvertrĂ€gen bei der Kerngesellschaft Lufthansa und der Regionaltochter Cityline. Allein dort seien wegen der Konzernstrategie rund 800 Jobs bedroht. Ufo will hier einen tariflichen Sozialplan aushandeln, der bislang vom Management verweigert werde.Â
Warum steht die Konzernstrategie in der Kritik?Â
Das fliegende Personal reibt sich seit Jahren an der Strategie des Vorstands, mit neu gegrĂŒndeten Flugbetrieben (AOC) die etablierten Airlines samt ihrer gut dotierten ArbeitsplĂ€tze unter Druck zu setzen. Die Passagiere sollen davon möglichst wenig bemerken. Aus Sicht des Unternehmens produziert gerade die Kerngesellschaft Lufthansa zu teuer.Â
Die neuen AOCs sollen touristische FlĂŒge (Discover) und Zubringerverkehr (City Airlines) mit billigeren Crews kostengĂŒnstiger gestalten. Dort werden dann auch neue Flugzeuge eingesetzt oder sogar von den Altgesellschaften hin verlagert.Â
Die bisherige Regionaltochter Lufthansa Cityline mit rund 30 Flugzeugen steht vor dem Aus. Noch sind die neuen Gesellschaften im Konzernrahmen von rund 740 Flugzeugen verhĂ€ltnismĂ€Ăig klein. City Airlines zĂ€hlt aktuell 14 Flugzeuge und Discover hat 30 Mittel- und Langstreckenflugzeuge in der Flotte.
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