Treppensteigen, Sterberisiko

Treppensteigen senkt Sterberisiko um 24 Prozent

20.06.2026 - 20:40:54 | boerse-global.de

Betriebliche Bewegungsinitiativen erreichen hohe Teilnahmequoten und steigern die Aktivität von Bewegungsmuffeln.

MOVE DAYS 2026: Milliarden Schritte und neue Bewegungs-Trends
Treppensteigen - Eine Person steigt eine moderne, gut beleuchtete Treppe hinauf, symbolisch fĂĽr Fortschritt und Gesundheit. 20.06.2026 - Bild: ĂĽber boerse-global.de

Über 6.500 Menschen aus mehr als 100 Unternehmen haben bei den „MOVE DAYS 2026“ rund 1,03 Milliarden Schritte gesammelt. Das zeigt: Betriebliche Bewegungsinitiativen können selbst Bewegungsmuffel in Schwung bringen. Rund 43 Prozent der Teilnehmer gaben an, sich vorher weniger als zwei Stunden pro Woche bewegt zu haben.

Besonders erfolgreich waren Firmen mit 50 bis 100 Mitarbeitern. Dort lagen die Teilnahmequoten zwischen 60 und 95 Prozent – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu klassischen Gesundheitsprogrammen, die meist nur 10 bis 30 Prozent erreichen. Die Initiative hatte aber noch einen Nebeneffekt: 78 Prozent der Teilnehmenden erreichten ihre persönlichen Ziele, und die Hälfte setzte sich erstmals intensiv mit mentaler Gesundheit auseinander.

Walking-Pad und Schatten-App: Technik fĂĽr den Alltag

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Langes Sitzen im Homeoffice bleibt ein Problem. Dagegen hilft das „WoodPad Pro“ von Sportstech, das Mitte Juni in Berlin vorgestellt wurde. Das faltbare Walking-Pad besteht aus Echtholz und soll sich optisch in Wohnzimmer einfügen. Gedacht ist es für moderate Bewegung während Telefonaten oder beim Lesen – und lässt sich danach platzsparend wegräumen.

Eine andere Lösung kommt aus Heidelberg: Die App „HEAL“ berechnet Fußwege nicht nur nach Distanz, sondern auch nach Schattenwurf von Gebäuden und Bäumen. Besonders für ältere oder gesundheitlich eingeschränkte Menschen kann das bei hohen Temperaturen den Unterschied machen. Erste Daten zeigen: Nutzer nehmen für eine kühlere Route Umwege von rund fünf Minuten in Kauf.

Treppensteigen senkt Sterberisiko deutlich

Die Wissenschaft liefert klare Zahlen: Eine Metaanalyse mit rund 480.000 Teilnehmenden aus dem Jahr 2024 belegt, dass regelmäßiges Treppensteigen das allgemeine Sterberisiko um 24 Prozent senkt. Das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, sinkt sogar um 39 Prozent. Eine weitere Studie mit 460.000 Erwachsenen zeigt: Bereits fünf Stockwerke täglich reduzieren das Risiko für Schlaganfälle und Herzerkrankungen um 20 Prozent.

Doch nicht alle Entwicklungen sind positiv. Auf der Fachkonferenz ENDO 2026 präsentierte das HSHS St. John's Hospital in Illinois eine Studie mit 753 Probanden. Ergebnis: Nach der Einnahme von GLP-1-Präparaten sank die tägliche Schrittzahl von durchschnittlich 5.047 auf 4.487. Besonders stark war der Effekt bei Männern und Menschen mit Gelenkschmerzen. Moderne Medikamente können also auch das Bewegungsverhalten beeinflussen – und zwar nach unten.

Inklusion und Kommunalprojekte

In Rösrath wurde im Juni ein inklusives Outdoor-Fitnessgerät eingeweiht. Es ist speziell für Rollstuhlfahrer konzipiert und trainiert den Oberkörper. Ein Signal, dass Bewegung für alle zugänglich sein soll – auch im öffentlichen Raum.

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FĂĽr die kommenden Monate sind weitere regionale Initiativen geplant:

  • Im Vogelsbergkreis startet Anfang September das Projekt „1 Tag, 1 Kilometer“. Teilnehmende dokumentieren 30 Tage lang ihre tägliche Bewegung.
  • Die Volkshochschule Duisburg bietet ab September Walking-Kurse an.
  • In SĂĽĂźen gibt es Anfang September einen Workshop zur Sturzprävention und Koordination fĂĽr Menschen ĂĽber 55.

Parallel treibt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) Programme wie „Gesund und aktiv älter werden“ voran. Neben Bewegung geht es dabei auch um Einsamkeitsprävention und Anpassung an Hitze. Kommunen erhalten digitale Planungstools, um den öffentlichen Raum bewegungsfreundlicher zu gestalten.

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