Unterhaltsvorschuss, Altersgrenze

Unterhaltsvorschuss: Altersgrenze sinkt auf 16 Jahre – 80.000 Kinder betroffen

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 05:53 Uhr, Redaktion boerse-global.de

CDU-Ministerin will staatliche Zahlungen auf Kinder bis 16 Jahre begrenzen und spart so hunderte Millionen Euro ein.

Karin Prien plant radikalen Umbau des Unterhaltsvorschusses
Ein stilisierter Kalender mit hervorgehobenen Juli, im Hintergrund verschwommene juristische Dokumente und ein Stift, der Gesetzesänderungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Altersgrenze sinkt auf 16 Jahre

Künftig soll der Staat nur noch bis zum 16. Lebensjahr einspringen – statt wie bisher bis 18. Damit macht die Ministerin eine Ausweitung rückgängig, die 2017 in Kraft trat. Rund 80.000 Kinder und Jugendliche wären betroffen.

Derzeit gibt es gestaffelte Beträge: 227 Euro für Kinder bis fünf Jahre, 299 Euro für Sechs- bis Elfjährige und 394 Euro für Zwölf- bis Siebzehnjährige. Prien spricht von einer „notwendigen Korrektur“. Sie beruft sich auf einen Beschluss der Ministerpräsidenten Ende Juni 2026.

Kosten explodieren – Rückholquote katastrophal

Seit der Reform 2017 haben sich die Ausgaben vervierfacht. 2024 lagen sie bei 3,2 Milliarden Euro. Der Bund trägt 40 Prozent, die Länder 60 Prozent. 2025 erhielten rund 855.000 Kinder die Leistung.

Das größte Problem: Wenn der Staat für säumige Eltern einspringt, holt er das Geld kaum zurück. 2024 trieben die Behörden nur 545 Millionen Euro ein – eine Quote von rund 17 Prozent. 2025 stieg sie leicht auf 18 Prozent. Prien betont: 80 bis 85 Prozent der unterhaltspflichtigen Väter zahlen gar nicht.

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Durch die Reform erwartet die Regierung Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro. Allein der Bund soll um 245 Millionen entlastet werden. Der Haushaltsansatz fĂĽr 2027 ist bereits deutlich gekĂĽrzt.

Dreistufiger Plan mit harten Sanktionen

Die Ministerin setzt auf drei Hebel: Altersbegrenzung, gebündelte Beitreibung durch die Länder und spürbare Sanktionen. Im Gespräch sind Fahrverbote oder Führerscheinentzug für säumige Zahler. In der Debatte fielen auch Vorschläge wie Schufa-Einträge oder Stadionverbote.

Die Pläne sorgen für heftigen Widerstand. SPD, Grüne, Linke und mehrere Sozialverbände laufen Sturm. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) lehnt die Kürzungen ab. Kinderschutzbund, VdK, DGB und der Verband alleinerziehender Mütter und Väter warnen vor mehr Kinderarmut.

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Sie fordern: bestehende Ansprüche konsequenter durchsetzen – statt Leistungen zu streichen.

Prien verteidigt das Vorhaben als notwendigen Schritt. Die Einigung zwischen Bund und Ländern sei einstimmig. Es gehe um die finanzielle Nachhaltigkeit des Systems und die Konzentration auf den Kernbereich staatlicher Unterstützung.

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