ROUNDUP, Trump

Trump gibt Selenskyj Schuld fĂŒr Andauern des Ukraine-Krieges

19.02.2025 - 06:35:01

US-PrĂ€sident Donald Trump hat dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj praktisch die Schuld dafĂŒr gegeben, dass der russische Angriffskrieg gegen dessen Land seit drei Jahren andauert.

Es gebe in der Ukraine "eine FĂŒhrung, die einen Krieg zugelassen hat, den es nie hĂ€tte geben dĂŒrfen", sagte Trump bei einem Auftritt in seinem Anwesen Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida. Mit Blick auf Selenskyj sagte er: "Ich mag ihn persönlich, er ist in Ordnung." Es gehe aber nicht um persönliche Sympathien, sondern darum, "dass der Job erledigt wird".

Auf Kritik der Ukraine, dass das Land nicht eingeladen worden sei zu einem Treffen zwischen UnterhÀndlern der USA und Russlands in Saudi-Arabien, reagierte Trump spöttisch. "Ich habe heute gehört: Oh, wir waren nicht eingeladen", sagte der Republikaner - und schob nach: "Nun, ihr seid seit drei Jahren dabei." Der Krieg hÀtte lÀngst enden sollen, die Ukrainer seien quasi selbst schuld: "Ihr hÀttet es nie anfangen sollen. Ihr hÀttet einen Deal machen können."

Die Ukraine ist bei der Verteidigung gegen die russische Invasion auf westliche Hilfe angewiesen. Unter Trumps AmtsvorgĂ€nger Joe Biden waren die USA der wichtigste UnterstĂŒtzer und Waffenlieferant des Landes. Aufgrund des Machtwechsels in Washington befĂŒrchten die Ukrainer nun einen drastischen Kurswechsel zugunsten Russlands.

Trump nahm kurz nach seinem Amtsantritt persönlich Kontakt zum russischen PrĂ€sidenten Wladimir Putin auf, der den Krieg im Februar 2022 befohlen hatte, und will ihn demnĂ€chst persönlich treffen. Die beiden vereinbarten, GesprĂ€che fĂŒr ein mögliches Friedensabkommen aufzunehmen. Zur Vorbereitung trafen sich die Außenminister beider LĂ€nder in Saudi-Arabien. Die Ukraine und die europĂ€ischen VerbĂŒndeten sind bei Trumps Alleingang bislang außen vor.

Trump fĂŒr Neuwahl in Ukraine - wie Russland

Trump behauptete bei seinem Auftritt auch, er hĂ€tte einen Deal fĂŒr die Ukraine aushandeln können. Danach hĂ€tten sie "fast das ganze Land" bekommen, "und es wĂ€ren keine Menschen getötet worden, und keine Stadt wĂ€re zerstört worden". Was genau er damit meinte, blieb offen.

Außerdem richtete der US-PrĂ€sident die gleiche Mahnung wie Moskau an Kiew: In der Ukraine seien Wahlen nötig. Dort hĂ€tten lange keine Wahlen stattgefunden, es gelte weiterhin das Kriegsrecht, beklagte Trump. Das sage nicht nur Russland. Trump kritisierte, Selenskyj habe niedrige Zustimmungswerte. Das Land sei in weiten Teilen zerstört, die Menschen seien den Krieg satt.

Umfragen belegen aber auch nach drei Jahren russischer Invasion, dass immer noch mehr als die HĂ€lfte der Ukrainer hinter PrĂ€sident Selenskyj steht. Es gibt auch weiter eine Mehrheit gegen Gebietsabtretungen und andere ZugestĂ€ndnisse gegenĂŒber Russland. Allerdings steigt der Anteil derjenigen bestĂ€ndig, die sich ein Ende des Krieges ĂŒber Verhandlungen und Kompromisse wĂŒnschen. UnabhĂ€ngig davon besteht die Sorge, dass Russland Wahlen im Nachbarland manipulieren und so dafĂŒr sorgen könnte, dass in Kiew eine dem Kreml ergebene Marionetten-Regierung ĂŒbernehmen könnte.

Russland argumentiert, dass Selenskyjs Amtszeit bereits im Mai vergangenen Jahres ausgelaufen sei und in der Ukraine Neuwahlen notwendig wÀren. Die LegitimitÀt Selenskyjs wird damit in Zweifel gezogen. Kiew hingegen betont, dass die Vollmachten des PrÀsidenten durch das geltende Kriegsrecht weiter in Kraft seien.

@ dpa.de

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