Volkswagen-Krise, Jobs

Volkswagen-Krise: Bis zu 100.000 Jobs weltweit in Gefahr

30.06.2026 - 18:43:20 | boerse-global.de

VW prüft Schließung von vier deutschen Werken und plant weltweit den Abbau von bis zu 100.000 Stellen. Der Konflikt mit dem Betriebsrat eskaliert.

Volkswagen vor radikalem Umbau: Werksschließungen und Jobabbau geplant
Volkswagen-Krise - Zwei Silhouetten, eine Führungskraft und ein Gewerkschaftsvertreter, stehen sich in einer Fabrikhalle gegenüber und verhandeln angespannt. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bis zu 100.000 Arbeitsplätze könnten weltweit wegfallen.

Vier Werke vor dem Aus?

Das Management prüft die Schließung von vier deutschen Standorten: Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm stehen auf der Kippe. Auch das Werk in Kassel-Baunatal mit seinen rund 15.000 Beschäftigten gilt als gefährdet. Der hessische Wirtschaftsminister fordert bereits Transparenz über die weiteren Pläne.

Die Investitionen will der Konzern um etwa 15 Prozent auf rund 130 Milliarden Euro kürzen. Für 2025 rechnet Volkswagen mit einem operativen Gewinn von 8,9 Milliarden Euro – eine deutliche Verschlechterung.

Machtkampf zwischen Vorstand und Betriebsrat

Die Kommunikation zwischen Management und Arbeitnehmervertretern ist stark belastet. Der Betriebsrat kritisiert, dass er trotz eines umfangreichen Antwortpakets keine konkreten Zahlen zu den geplanten Stellenstreichungen erhalten habe. IG Metall und Betriebsrat kündigten bereits entschiedenen Widerstand an.

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Volkswagen-Chef Oliver Blume hat signalisiert, dass er bei einer Blockade des Sparpakets bereit sei, den Aufsichtsrat zu umgehen. Eine außerordentliche Hauptversammlung könnte die Maßnahmen dann gegen den Willen der Arbeitnehmervertreter und des Landes Niedersachsen durchsetzen. Niedersachsen ist zweitgrößter Anteilseigner und lehnt Werksschließungen ab.

Am 9. Juli kommt der Aufsichtsrat zusammen. Dann soll das „Zielbild 2030“ beraten werden – eine entscheidende Weichenstellung.

Krise erfasst auch Bosch und Zulieferer

Die Automobilkrise betrifft die gesamte Branche. Bosch plant den Abbau von weltweit mehr als 12.000 Stellen, over 6.000 davon in Deutschland. Der operative Gewinn des Zulieferers brach 2024 um ein Drittel auf 3,2 Milliarden Euro ein. Bis 2027 will Bosch eine Rendite von 7 Prozent erreichen.

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Auch kleinere Unternehmen spüren den Druck. Der Betrieb Westfalen-Mobil reduziert seine Stammbelegschaft von rund 300 auf etwa 200 Mitarbeiter. Zum 1. Juli startet dort eine Transfergesellschaft zur Abfederung der sozialen Folgen.

Die Härte der Verhandlungen zwischen Unternehmensführungen und Arbeitnehmervertretern gilt in der Branche als beispiellos. Während das Management auf Renditeverbesserungen und Kostensenkungen pocht, fordern Betriebsräte eine langfristige Standortsicherung und transparente Informationen.

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