VW-Konflikt: Betriebsrat fordert Klarheit zu 120.000 Jobabbau
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 00:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Betriebsratschefin Daniela Cavallo wirft Vorstandschef Oliver Blume massiven Vertrauensverlust vor. Ein Ultimatum zur Aufklärung der Sparpläne verstrich am Freitag ungenutzt.
Betriebsrat fordert Klarheit
Cavallo hatte eine klare Stellungnahme zu den Gerüchten über Stellenstreichungen und Werksschließungen gefordert. Blume ließ die Frist am 10. Juli verstreichen – ohne die verlangte Antwort. Die Arbeitnehmervertretung sieht die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gefährdet.
Der Vorwurf wiegt schwer: Das Management sei bereits über die Details informiert, die Belegschaft bleibe im Unklaren. Bereits am Donnerstag hatte der Aufsichtsrat ein von Blume vorgelegtes Sparpaket mit 12 zu 7 Stimmen abgelehnt. Die Arbeitnehmervertreter kritisierten den Plan als lückenhaft und widersprüchlich.
Drastische Sparpläne werden bekannt
Offiziell schweigt die Konzernspitze. Doch interne Informationen und Medienberichte zeichnen ein düsteres Bild. Im Raum steht ein Abbau von bis zu 100.000 oder sogar 120.000 Arbeitsplätzen. Rund 50.000 Stellen sollen über bereits bestehende Programme hinaus gestrichen werden.
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Erstmals in der Unternehmensgeschichte stehen konkrete Werksschließungen in Deutschland zur Debatte:
- Emden und Zwickau könnten bis 2031 dichtmachen
- Hannover wäre bis 2032 betroffen
- Neckarsulm könnte bis 2034 folgen
Die weltweite Produktionskapazität soll von 12 auf 9 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sinken. Die Modellpalette soll halbiert werden, die Zahl der Ausstattungsvarianten um 75 Prozent schrumpfen.
Gewinneinbruch und politische Kritik
Die Zahlen zwingen zum Handeln: Der operative Gewinn brach von 22,6 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro ein. Der Absatz sank im zweiten Quartal um neun Prozent.
Aus der Politik kommt scharfe Kritik. Vertreter der niedersächsischen Landesregierung nennen es unverantwortlich, die Belegschaft mit existenziellen Sorgen in den Urlaub zu schicken. Werksschließungen seien keine Zukunftsstrategie für den Standort. Branchenexperten bringen Alternativen ins Spiel – etwa die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche.
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Showdown nach der Sommerpause
Eine Entspannung ist nicht in Sicht. Die Arbeitnehmerseite will Blume unmittelbar nach der Sommerpause zur Rede stellen. Ab dem 10. August sind Betriebsversammlungen geplant – der Vorstandschef soll persönlich Stellung nehmen.
Die Forderungen gehen über reine Informationen hinaus: Der Betriebsrat verlangt eine deutliche Verkleinerung des Konzernvorstands. Auch auf Führungsebene müsse gespart werden, so die Botschaft.
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