Wärmepumpen-Förderung: Regierung plant soziale Staffelung ab 2027
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 03:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung plant eine grundlegende Neuausrichtung der staatlichen Unterstützung für Wärmepumpen und klimafreundliche Heizsysteme. Die Koalition will bis 2030 rund 2,1 Milliarden Euro einsparen. Kern der Reform: Die Förderung wird künftig stärker am Einkommen der Haushalte ausgerichtet und schrittweise abgeschmolzen. Eine finale Entscheidung erwartet die Regierung nach der Sommerpause.
Wer bekommt wie viel?
Das neue Modell setzt auf eine soziale Staffelung. Haushalte mit geringem Einkommen sollen weiterhin ordentlich unterstützt werden, während Besserverdiener weniger bekommen.
Konkret sieht der Entwurf folgende Stufen vor:
- Bis 30.000 Euro zu versteuerndes Einkommen: 40 Prozent Bonus
- 30.000 bis 40.000 Euro: 30 Prozent Bonus
- 40.000 bis 50.000 Euro: 10 Prozent Bonus
- Über 50.000 Euro: kein Einkommensbonus
Für Familien gibt es einen Kinderzuschlag: Pro Kind werden 10.000 Euro vom Einkommen abgezogen. Das erhöht die Chancen auf eine höhere Förderstufe.
Die Rechnung zeigt die Spreizung deutlich. Ein Geringverdiener unter der 30.000-Euro-Grenze kann 2026 maximal 22.400 Euro Förderung erhalten. Ein Gutverdiener über 50.000 Euro bekommt im selben Jahr höchstens 12.880 Euro – und dieser Betrag sinkt bis 2030 auf 6.600 Euro.
Klimabonus fällt weg, Fördergrenzen sinken
Die Regierung senkt auch die maximal anrechenbaren Kosten. Bisher lag die Grenze bei 30.000 Euro. Ab 2027 sinkt sie auf 28.000 Euro, dann alle sechs Monate um weitere 750 Euro.
Der Klimabonus von derzeit 20 Prozent wird ebenfalls zurückgefahren. Ab Januar 2027 verliert er alle sechs Monate vier Prozentpunkte. 2029 läuft er komplett aus. Auch der Effizienzbonus für besonders leistungsstarke Wärmepumpen entfällt.
Die Gesamteinsparungen beziffert die Regierung auf rund 5,5 Milliarden Euro. Dem stehen Mehrausgaben in anderen Bereichen von etwa 4 Milliarden Euro gegenüber.
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Neuer Bonus für europäische Produktion
Parallel zu den Kürzungen führt die Bundesregierung einen „Local-Content-Bonus“ ein. Ab 2027 gibt es bis zu 15 Prozent extra, wenn die Wärmepumpe in der EU produziert wurde. Ziel: Die heimische Heizungsindustrie gegen internationale Konkurrenz stärken.
Gleichzeitig reformiert die Regierung das Gebäudemodernisierungsgesetz. Die bisherige Pflicht von 65 Prozent erneuerbaren Energien beim Heizungstausch entfällt. Stattdessen wird der Einbau von Öl- und Gasheizungen wieder einfacher – sofern sie mit einem steigenden Anteil CO2-neutraler Brennstoffe betrieben werden.
Politischer Widerstand formiert sich
Die Koalition verteidigt die Maßnahmen als notwendige Haushaltskonsolidierung und gezielte soziale Fokussierung. Doch der Widerstand wächst: Die Linke hat bereits angekündigt, vor dem Bundesverfassungsgericht zu klagen.
Bereits zugesagte Förderungen für laufende Projekte sollen von den Kürzungen unberührt bleiben.
