Trump droht Russland-Handelspartnern mit 100-Prozent-Zöllen
14.07.2025 - 18:27:32(neu: mehr Details und Hintergrund)
WASHINGTON (dpa-AFX) - US-PrĂ€sident Donald Trump droht Handelspartnern Russlands mit Zöllen in Höhe von etwa 100 Prozent. Diese wĂŒrden erhoben, wenn es bei den BemĂŒhungen um ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine innerhalb von 50 Tagen keinen Deal gebe, sagte der Republikaner bei einem Treffen mit Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte im WeiĂen Haus.
Trump sprach von "sehr heftigen Zöllen". Die USA hÀtten im Zusammenhang mit dem Krieg ungefÀhr 350 Milliarden US-Dollar ausgegeben und hÀtten gerne, dass er endet.
Nato-GeneralsekretĂ€r Mark Rutte begrĂŒĂte die AnkĂŒndigungen Trumps. Neben ihm sitzend sagte er: "Wenn ich heute (Kremlchef) Wladimir Putin wĂ€re, und ich hören wĂŒrde, worĂŒber Du sprichst - was in 50 Tagen geschehen soll - dann wĂŒrde ich mir nach dieser AnkĂŒndigung ĂŒberlegen, ob ich die Verhandlungen ĂŒber die Ukraine nicht deutlich ernster nehmen sollte als bisher." FĂŒr die Ukraine seien das eine wirklich groĂartige Nachrichten.
Trump: Ich bin sehr enttÀuscht
FĂŒr Trump ist das ein Richtungswechsel. Er hatte lange darauf gesetzt, den Krieg mit Verhandlungen beenden zu können - und mehrfach mit Putin telefoniert. Zuletzt hatte er seinen Unmut immer hĂ€ufiger geĂ€uĂert, am Sonntag (Ortszeit) sagte er etwa: "Ich bin sehr enttĂ€uscht von PrĂ€sident Putin. Ich dachte er ist jemand, der meint was er sagt."
Bereits zuvor hatte Trump bekanntgemacht, dass die USA an europĂ€ische LĂ€nder Patriot-Waffensysteme fĂŒr die Ukraine verkaufen will. Vor Journalisten in den USA sagte er: "FĂŒr uns wird das ein GeschĂ€ft sein, und wir werden ihnen Patriots senden, die sie dringend brauchen." Trump sagte, dass die USA nichts zahlen, sondern 100 Prozent europĂ€ische LĂ€nder.
Zum Thema Waffenlieferungen sagte Rutte, Trump habe ihn bereits am Donnerstag in einem Telefonat darĂŒber informiert, dass er entschieden habe, dass die Ukraine das bekommen sollte, was sie brauche, um sich gegen Russland verteidigen zu können. Logischerweise wolle Trump allerdings, dass die EuropĂ€er dafĂŒr zahlen. Dies baue auch auf den BeschlĂŒssen des Nato-Gipfels auf, bei den sich alle Alliierten verpflichtet hatten, ihre Verteidigungsausgaben auf fĂŒnf Prozent ihrer Wirtschaftsleistung zu erhöhen.
Eins der LÀnder, das bereit ist zu zahlen, ist Deutschland. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) ist heute in Washington. Patriot ("Phased Array Tracking Radar for Intercept on Target") zÀhlt zu den modernsten Flugabwehrsystemen der Welt. Feindliche Flugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper werden damit bekÀmpft.
Rutte: Europa wird Einsatz zeigen
Rutte sicherte Trump zu, dass Europa nun erneut Einsatz zeigen werden. Deutschland sei derzeit massiv engagiert, aber auch LĂ€nder wie Finnland, DĂ€nemark, Schweden, Norwegen, England, die Niederlande und Kanada. "Sie alle wollen Teil davon sein - und das ist nur die erste Welle - da wird noch mehr kommen", sagte der NiederlĂ€nder. Man werde nun ĂŒber die Nato-Strukturen den genauen Bedarf der Ukraine ermitteln, um dann mit "mit Tempo und Pragmatismus" Pakete schnĂŒren zu können, bei denen es sowohl um die Luftverteidigung, aber auch um Dinge wie Raketen und Munition gehe.
Dabei gelte es nur sicherzustellen, dass die USA verteidigungsfÀhig blieben. "Denn am Ende seid Ihr der Weltpolizist (police agent of the whole world). Ihr seid die mÀchtigste Nation der Erde, mit dem stÀrksten MilitÀr der Welt", sagte Rutte zu Trump.

