Wassercent Bayern: Neue Gebühr von 10 Cent pro Kubikmeter ab Juli
20.06.2026 - 20:40:54 | boerse-global.de
Ab dem 1. Juli 2026 wird Grundwasser in Bayern zur Kostenfalle. Der Freistaat erhebt dann erstmals eine Gebühr auf die Entnahme – den sogenannten Wassercent. Die Landesregierung will damit den sparsamen Umgang mit der Ressource fördern und den Grundwasserschutz stärken.
Betroffen sind nicht nur öffentliche Wasserversorger und Industriebetriebe, sondern auch Privatpersonen mit eigenem Brunnen.
5.000 Kubikmeter Freibetrag pro Jahr
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Die Gebühr liegt bei 10 Cent pro Kubikmeter. Damit kleinere Entnehmer nicht übermäßig belastet werden, gibt es einen jährlichen Freibetrag von 5.000 Kubikmetern. Da die Abgabe erst zum 1. Juli startet, gilt für das zweite Halbjahr 2026 ein anteiliger Freibetrag von 2.500 Kubikmetern.
Einige Kommunen reagieren bereits. Die Stadt Gersthofen etwa hat angekündigt, ihre Gebühren für Verbraucher trotz der neuen Abgabe zunächst nicht zu erhöhen.
Neue Pflichten für Brunnenbetreiber
Die Einführung des Wassercents bringt auch mehr Bürokratie mit sich. Die Behörden empfehlen, den Zählerstand der Entnahmeeinrichtungen zum 1. Juli genau zu dokumentieren. Nur so lässt sich die Abgabe für das zweite Halbjahr präzise abrechnen.
Die gemeldeten Wassermengen müssen bis zum 1. März 2027 bei der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde eingereicht werden. Erste Zahlungen werden dann ab 2027 fällig. Eine Evaluierung der neuen Abgabe ist für das Frühjahr 2028 geplant.
„Wesentlicher Meilenstein“ für den Grundwasserschutz
Umweltminister Thorsten Glauber bezeichnete die Einführung Anfang Juni als wichtigen Schritt. Das Ziel: das Verursacherprinzip stärken und Anreize für nachhaltige Wassernutzung schaffen. Angesichts klimatischer Veränderungen und zunehmender Trockenperioden sei eine effiziente Bewirtschaftung notwendig, so Glauber.
Die Einnahmen aus dem Wassercent sind zweckgebunden. Sie fließen in Klimaanpassungsmaßnahmen und Projekte zum Schutz der Wasserqualität.
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Wasserknappheit wird zum Problem
Der Wassercent kommt zu einer Zeit, in der die Belastung der Wasserversorgung regional stark zunimmt. Branchenverbände wie der BDEW warnen: Während Hitzeperioden steigt die Beanspruchung der Infrastruktur um bis zu 60 Prozent.
Auch andere Regionen handeln. Die Gemeinde Jennersdorf im Burgenland führt im Juni 2026 eine gestaffelte Abgabe für private Pools ab 15 Kubikmetern ein. Die Verbraucherschutzminister der Länder befassten sich Mitte Juni in Potsdam zudem mit ergänzenden Schutzmaßnahmen für Bürger. Hintergrund: Die Unternehmensinsolvenzen stiegen 2025 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.
