Deutschland, International

Ifo-Chef Fuest: Weltweite Ölreserve hält nur kurz

12.03.2026 - 13:06:08 | dpa.de

Wegen des starken Anstiegs der Öl- und Gaspreise wird die internationale strategische Ölreserve angezapft. Doch die ist sehr begrenzt, warnt Ifo-Präsident Fuest - und rät daher zur Sparsamkeit.

Ein Öl-Tanklager in Wilhelmshaven. Ifo-Präsident Fuest rät zu vorsichtigem Umgang mit Reserven. (Symbolbild) - Foto: Lars Penning/dpa

Die internationale Ölreserve könnte bei einer längeren Dauer des Iran-Kriegs und weiteren Freigaben nach Einschätzung von Ifo-Präsident Clemens Fuest schon im Sommer verbraucht sein. Wenn wegen des Kriegs 25 Prozent des üblichen Ölangebots nicht mehr verfügbar und die Straße von Hormus geschlossen sei, «dann haben wir für drei Monate strategische Ölreserven weltweit», warnte der Ökonom in Berlin. 

Der Wissenschaftler plädierte daher für vorsichtigen Umgang mit den Reserven: «Da wir nicht wissen, ob dieser Krieg nicht noch eskaliert und nicht vielleicht sogar noch Monate andauert, kann man durchaus fragen, ob das jetzt schon richtig ist, die Reserven so früh freizugeben.»

400 Millionen Barrel freigegeben

Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte am Mittwoch angekündigt, 400 Millionen Barrel (je 159 Liter) Rohöl freizugeben, um den Preisanstieg zu dämpfen. Das ist nach IEA-Zahlen ein Drittel der von 32 Staaten einschließlich Deutschlands gelagerten Ölreserven von 1,2 Milliarden Barrel. Hinzu kommen von der Industrie gelagerte 600 MiIlionen Barrel, zu deren Freigabe die Unternehmen verpflichtet werden können. 

Die Ölreserven seien nicht dazu da, dauerhaft Lieferausfälle zu kompensieren, sagte Fuest. «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es noch nicht so, dass dieser Energiepreisanstieg wirklich die ganz großen Probleme macht.» In Deutschland sind auch nach Analyse des Ifo-Instituts die Benzin- und Dieselpreise schneller als in den Nachbarländern Polen, Frankreich, Tschechien und Österreich gestiegen. Das hatte zuvor bereits die Monopolkommission festgestellt. 

Sprit in Deutschland teurer als in Nachbarländern

«Was schon auffällig ist, ist, dass der Preis an der Zapfsäule so gestiegen ist, wie es eigentlich durch die Rohölverteuerung allein nicht zu rechtfertigen ist», sagte Fuest. Seit Jahresbeginn habe sich eine Preisdifferenz zu den Nachbarländern von ungefähr 20 Cent pro Liter aufgetan. Wettbewerbsprobleme gebe es wahrscheinlich weniger auf der Ebene der Tankstellen, sondern wahrscheinlich eher auf der Ebene der Raffinerien, sagte Fuest. «Weil es eben ein oligopolistischer Markt ist, und da muss das Kartellamt genau hinschauen.» Oligopol bedeutet, dass einige wenige Unternehmen einen Markt beherrschen und dementsprechend die Preise festsetzen können.

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