Deutschland, Europa

Banken fordern vor EU-Gipfel Kurswechsel bei Regulierung

10.02.2026 - 16:33:58 | dpa.de

Wie kann Europa wettbewerbsfĂ€higer werden? DarĂŒber beraten die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag. Die Finanzbranche hat klare Vorstellungen - und warnt vor der US-Konkurrenz.

Die EU berÀt an diesem Donnerstag, wie sie ihre wirtschaftliche LeistungsfÀhigkeit stÀrken kann. (Archivbild) - Foto: Alicia Windzio/dpa

Die deutsche Bankenbranche dringt vor dem informellen EU-Gipfel zur WettbewerbsfĂ€higkeit auf einen Kurswechsel bei BĂŒrokratie und Regulierung, um im Wettlauf mit den USA nicht zurĂŒckzufallen. Europa mĂŒsse angesichts wachsender geopolitischer Spannungen seine HandlungsfĂ€higkeit durch den Abbau administrativer Fesseln zurĂŒckgewinnen, fordert der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR). 

«Europa kann es sich nicht lĂ€nger leisten, seine Energie in kleinteiliger Überregulierung zu verlieren», sagt BVR-PrĂ€sidentin Marija Kolak vor dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der EU am Donnerstag. Bestehende EU-Gesetzespakete zum BĂŒrokratieabbau reichten nicht aus. 

«Nur wenn wir die administrativen Lasten fĂŒr Unternehmen und Kreditwirtschaft spĂŒrbar senken, schaffen wir den Raum fĂŒr die notwendigen Investitionen in Transformation und Sicherheit.» Es gehe nicht um einen Abbau nötiger Standards, sondern um die Beseitigung von Doppelstrukturen und unnötiger KomplexitĂ€t, besonders bei Berichtspflichten, die etwa den Mittelstand belasteten.

Privatbanken warnen vor Nachteilen gegenĂŒber USA

Die Privatbanken plĂ€dieren fĂŒr einen Kurswechsel bei der EU-Bankenregulierung und warnen, Europa dĂŒrfe im Wettlauf mit den USA nicht ins Hintertreffen geraten. In den USA wĂŒrden durch regulatorische Anpassungen schĂ€tzungsweise bis zu 169 Milliarden Dollar (rund 142 Mrd. Euro) an Eigenkapital freigesetzt, so der Bundesverband deutscher Banken (BdB).

«Europa weiß, was auf dem Spiel steht», sagt HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Heiner Herkenhoff. Er verweist auf SchĂ€tzungen der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB), die den Investitionsbedarf in der EU fĂŒr Verteidigung, Infrastruktur, Digitalisierung und den nachhaltigen Umbau der Wirtschaft bis 2031 auf mehr als fĂŒnf Billionen Euro beziffert habe. Herkenhoff fordert eine effizientere Regulierung und den RĂŒckbau unnötiger Belastungen. «StabilitĂ€t bleibt zentral, aber Regulierung darf nicht zum Standortnachteil werden.»

Der Bankenverband schlĂ€gt mehrere Sofortmaßnahmen vor: So solle die EU etwa ihre Regeln fĂŒr die Kapitalunterlegung von Software-Investitionen aufgeben. Allein das reduziere das Finanzierungspotenzial europĂ€ischer Banken um rund 220 Milliarden Euro.

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