WirtschaftsverbÀnde, AfD

WirtschaftsverbÀnde gegen AfD: Dulger und Gönner sprechen Kompetenz ab

Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 05:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

ArbeitgeberprÀsident und BDI-Chefin sprechen der AfD wirtschaftspolitische Kompetenz ab. Energie- und Bildungspolitik stehen im Fokus der Kritik.

WirtschaftsverbÀnde warnen vor AfD-Politik vor Landtagswahlen
Moderner Konferenzraum mit Blick auf eine Industrie-Stadtlandschaft bei DĂ€mmerung. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern schlagen fĂŒhrende Wirtschaftsvertreter Alarm. ArbeitgeberprĂ€sident Rainer Dulger und BDI-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin Tanja Gönner sprechen der AfD die Kompetenz fĂŒr wirtschaftliche Lösungen ab.

Klare Absage an AfD-Wirtschaftspolitik

Die SpitzenverbĂ€nde positionieren sich geschlossen gegen die Konzepte der Partei. Dulger kritisierte am heutigen Freitag die Anti-Euro- und Anti-EU-Haltung der AfD sowie ihre pro-russischen Tendenzen. „TragfĂ€hige Lösungen fĂŒr die Probleme des Landes sind nur von den Parteien der Mitte zu erwarten“, so der BDA-PrĂ€sident.

Bereits Anfang der Woche hatte Dulger öffentlich bezweifelt, dass die AfD ĂŒberhaupt ĂŒber Konzepte verfĂŒge, die den Wirtschaftsstandort stĂ€rken könnten.

Energiepolitik und Bildung als Knackpunkte

Tanja Gönner widerspricht der Selbstdarstellung der AfD als Wirtschaftspartei. Die politische Programmatik sorge fĂŒr erhebliche Unsicherheit bei Investoren. Besonders die energiepolitischen Forderungen bezeichnete sie als RĂŒckkehr zu veralteten Strukturen.

„Unternehmen brauchen eine Energieversorgung, die bezahlbar und klimaneutral ist“, so Gönner. Die AfD-PlĂ€ne böten hierfĂŒr keine zukunftsweisenden AnsĂ€tze.

Auch bildungspolitische Forderungen geraten ins Visier: Die BDI-Chefin lehnt den Vorschlag zur Aufhebung der Schulpflicht ab. Die Wirtschaft sei auf qualifizierte FachkrÀfte und ein verlÀssliches Bildungssystem angewiesen.

HandwerksprĂ€sident Jörg Dittrich Ă€ußerte ebenfalls Besorgnis ĂŒber zunehmenden Populismus, der die wirtschaftliche StabilitĂ€t gefĂ€hrden könnte.

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Sorge um Investitionen und StandortattraktivitÀt

Könnte eine Regierungsbeteiligung der AfD einzelne BundeslĂ€nder unattraktiv machen? Dulger bezweifelt einen Standortvorteil unter einer solchen FĂŒhrung – mit Blick auf Sachsen-Anhalt, wo eine Umfrage die AfD bei 41 Prozent sah.

Das dortige Parteiprogramm sieht Sonderwirtschaftszonen und eine Senkung der Grunderwerbsteuer vor. Zudem plĂ€diert die AfD fĂŒr den Erhalt der Kohleverstromung und einen Wiedereinstieg in die Kernenergie. Industrievertreter warnen jedoch vor den langfristigen Folgen einer Abkehr von internationalen Abkommen.

Uneinigkeit ĂŒber Brandmauer-Strategie

Die wirtschaftliche Debatte ist eng mit der politischen Diskussion verknĂŒpft. Bundeskanzler Friedrich Merz bekrĂ€ftigte die Brandmauer zur AfD. Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer forderte dagegen GesprĂ€che mit allen Parteien.

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Innerhalb der regionalen Wirtschaftsorganisationen herrscht Uneinigkeit. Der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der IHK Halle-Dessau warnte: Eine strikte Abgrenzung könnte im Falle eines Wahlsieges der AfD wichtige Fördermittel fĂŒr die Region blockieren. Diese Sorge steht im Kontrast zur Warnung der BundesverbĂ€nde vor einem Vertrauensverlust internationaler Investoren.

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