Zalando-Sozialplan, Einigungsstelle

Zalando-Sozialplan: Einigungsstelle verhandelt am 7. Juli über 2.100 Jobs

06.07.2026 - 13:04:09 | boerse-global.de

DAX-Unternehmen legten 2025 rund sechs Milliarden Euro für Stellenabbau zurück. Abfindungsprogramme in Auto- und Chemiebranche dominieren.

DAX-Konzerne: Milliardenrückstellungen für Personalabbau
Zalando-Sozialplan - Ein gefaltetes Abfindungsdokument und ein Stift liegen auf einem Schreibtisch in einem modernen Büro, das eine schwierige Entscheidung symbolisiert. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit Anfang 2024 summiert sich der Betrag sogar auf über 16 Milliarden Euro. Besonders die Autoindustrie und die Chemiebranche setzen auf teure Abfindungsprogramme, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.

Abfindungen im sechsstelligen Bereich

Volkswagen zahlt im Zuge seines Sparkurses hohe Summen für freiwillige Abgänge. Ein 50-jähriger Unterabteilungsleiter mit über 20 Jahren Betriebszugehörigkeit kann demnach bis zu 400.000 Euro erhalten.

Ähnlich sieht es bei Mercedes-Benz aus. Rund 40.000 Beschäftigten wurde ein Abfindungsprogramm angeboten, rund 4.000 haben bereits zugesagt. Ein 55-jähriger Teamleiter mit 30 Berufsjahren bekommt dabei etwa 500.000 Euro.

Der Chemiekonzern Bayer geht noch weiter: Bei 35 Jahren Betriebszugehörigkeit sind bis zu 52,5 Monatsgehälter drin. Bei einem Monatsgehalt von 8.000 Euro ergibt das rund 420.000 Euro.

Zalando: Entscheidende Verhandlungen in Erfurt

Während Industriekonzerne auf freiwillige Programme setzen, wird es beim Online-Händler Zalando konkret. Am 7. und 9. Juli 2026 verhandelt die Einigungsstelle über einen Sozialplan für das Logistikzentrum in Erfurt. Der Standort soll Ende September 2026 schließen, rund 2.100 Mitarbeiter sind betroffen.

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Der Betriebsrat fordert faire Bedingungen und protestierte zuletzt mit symbolischen Aktionen. Ausrangierte Arbeitskleidung wurde vor dem Werksgelände aufgehäuft. Die Zalando-Aktie notierte am 6. Juli bei 27,39 Euro – ein Plus von 1,33 Prozent.

Strengere Regeln durch das Bundesarbeitsgericht

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Beschlüssen vom März und April 2026 klare Vorgaben gemacht. Eine nicht ordnungsgemäße Massenentlassungsanzeige führt zwingend zur Unwirksamkeit der Kündigungen.

Die Reihenfolge muss stimmen: Erst das Konsultationsverfahren mit dem Betriebsrat abschließen, dann die Anzeige bei der Arbeitsagentur, erst danach kündigen. Ein Arbeitgeberanwalt rechnet damit, dass bis 2030 rund 60 Prozent der Firmen weiter Stellen in Deutschland abbauen. Häufiger Fehler sei eine unsaubere Sozialauswahl.

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Umbruch in der ganzen Branche

BMW kündigte den Abbau von 4.000 bis 5.000 Stellen an. Bosch steht nach einem Verlustjahr 2025 unter Druck. Continental treibt den Verkauf seiner Sparte Contitech an Lone Star Funds voran – bis Ende 2026 soll der Deal abgeschlossen sein.

Bei Continental sind betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 ausgeschlossen, obwohl dort 1.600 Jobs wegfallen. Auch Porsche verschärft den Sparkurs. Die Beschäftigungssicherung für rund 23.000 Mitarbeiter läuft noch bis Juli 2030 – das Management erwägt, sie auslaufen zu lassen. Der Sportwagenbauer verzeichnete in den ersten neun Monaten 2025 ein Absatzminus von sechs Prozent, vor allem wegen der schwierigen Lage in China.

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