Schritte, Studie

5.000 Schritte tÀglich: Studie belegt Schutz vor Tau-Ansammlung

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 02:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Schon 5.000 Schritte tÀglich und gezieltes Gehirntraining können kognitiven Abbau im Alter verlangsamen.

Welttag des Gehirns: Bewegung und Training fĂŒr geistige Fitness
Eine Person beim Jonglieren zur Förderung der kognitiven Fitness in einem hellen Studio. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

Der Welttag des Gehirns am 22. Juli rĂŒckt eine ĂŒberraschende Erkenntnis in den Fokus: Wer im Alter geistig fit bleiben will, sollte nicht nur rĂ€tseln, sondern auch jonglieren. Fachleute sehen in komplexen BewegungsablĂ€ufen ein enormes Potenzial fĂŒr die neuronale Gesundheit.

Artistik statt Ausdauer: Bewegung als Denksport

Motorische Herausforderungen wie Jonglage oder Akrobatik trainieren das Gehirn auf eine Weise, die reines Ausdauertraining nicht leisten kann. In Witten startete im Juli ein Ferienprojekt, das Akrobatik, Luftartistik und Tanz kombiniert. Dozenten wie Julia Torggler und Roman Zhyliaiev leiten die Teilnehmer an. Ein Zirkusworkshop in Berck setzt Ende Juli gezielt auf Jonglage und GleichgewichtsĂŒbungen.

Die Tanzwerkstatt Europa in MĂŒnchen bietet im August Workshops fĂŒr Profis und Amateure. Unter der Leitung des Dance On Ensemble und Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker stehen multidisziplinĂ€re Bewegungsformen im Mittelpunkt. Experten sehen darin ein hohes Potenzial fĂŒr die neuronale PlastizitĂ€t – das Gehirn wird durch stĂ€ndig neue Reize gefordert.

Aufmerksamkeit ist trainierbar – in jedem Alter

Kognitive FĂ€higkeiten sind kein statisches Talent. Eine 2025 in eNeuro veröffentlichte Studie von Kim et al. belegt das eindrucksvoll. 69 Erwachsene zwischen 18 und 80 Jahren trainierten 30 Tage lang tĂ€glich 10 bis 15 Minuten mit einer App. Das Ergebnis: Mittels Eye-Tracking ließ sich eine messbare Verbesserung der Aufmerksamkeitskontrolle in allen Altersgruppen nachweisen.

Uli Funke bietet daher VortrĂ€ge fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte an, die Fokus als gezielt trainierbaren Skill thematisieren. Die Botschaft: Wer seine Konzentration verbessern will, kann das lernen – unabhĂ€ngig vom Alter.

5.000 Schritte tĂ€glich schĂŒtzen das Gehirn

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Bewegung senkt das Risiko fĂŒr neurodegenerative Erkrankungen erheblich. Eine in Nature Medicine veröffentlichte Studie von Yau et al. untersuchte rund 300 Ă€ltere Erwachsene ĂŒber einen Zeitraum von durchschnittlich 5,4 Jahren. Die Ergebnisse zeigen: Bereits 3.000 Schritte tĂ€glich verlangsamen die Ansammlung von Tau-Proteinen und bremsen den kognitiven Abbau bei Menschen mit prĂ€klinischem Alzheimer.

Noch deutlicher fiel der Effekt bei 5.000 bis 7.500 Schritten aus. Wer tĂ€glich diese Strecke zurĂŒcklegt, tut seinem Gehirn einen großen Gefallen.

Blutmarker sagen Risiko voraus

Die FrĂŒhdiagnostik macht Fortschritte. Eine 2026 in JAMA veröffentlichte Analyse von sechs Kohorten mit insgesamt 2.684 kognitiv gesunden Ă€lteren Personen untersuchte die Aussagekraft von Blutmarkern. Der Marker p-tau217 kann das absolute Risiko fĂŒr eine kognitive BeeintrĂ€chtigung ĂŒber fĂŒnf bis zehn Jahre vorhersagen. Von den Probanden entwickelten 478 im Beobachtungszeitraum entsprechende EinschrĂ€nkungen.

Praktische Tipps fĂŒr den Alltag

ApothekerverbĂ€nde in Baden-WĂŒrttemberg raten zur Kombination aus Bewegung, geistiger AktivitĂ€t und ausgewogener ErnĂ€hrung. Besonders wichtig: eine ausreichende Versorgung mit Vitamin B12.

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Regionale TrĂ€ger bieten strukturierte Trainingsprogramme an. Die Awo-BildungsstĂ€tte in Herborn startet Ende September einen Kurs fĂŒr Gehirntraining unter der Leitung von Nicole Discher. In Essen fĂŒhrt das Zentrum 60plus regelmĂ€ĂŸige GedĂ€chtnistrainings fĂŒr Senioren durch.

Fachleute empfehlen bei anhaltender Vergesslichkeit eine frĂŒhzeitige Ă€rztliche AbklĂ€rung. Je frĂŒher mögliche Ursachen identifiziert werden, desto besser können Betroffene gegensteuern.

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