Kilo, Zucker

5 Kilo Zucker für einen Fußball: Mediziner kritisieren WM-Aktion

Veröffentlicht am: 01.07.2026 um 11:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten wirft Ferrero und Coca-Cola vor, mit Sport-Prämien Kinder zu übermäßigem Zuckerkonsum zu verleiten.

WM-Sammelaktionen: Mediziner kritisieren Zuckerfallen für Kinder
Eine Kinderhand greift nach einem Schokoriegel aus einem großen Stapel Süßigkeiten, mit einem unscharfen Fußball im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) greift Ferrero und Coca-Cola an. Ihr Vorwurf: Die Konzerne ködern Kinder mit Sport-Prämien, die kiloweise Zucker kosten.

1,4 Kilo Zucker für eine Trinkflasche

Die Rechnung der Experten ist erschreckend. Für eine Trinkflasche von Ferrero müssen Käufer Produkte mit rund 1,4 Kilogramm Zucker erwerben – etwa 15 Packungen Duplo. Ein T-Shirt der Marke Kinder Happy Hippo? Dafür sind über 3 Kilogramm Zucker nötig.

Besonders absurd wird es beim Fußball als Prämie. Wer einen haben will, muss 20 Gläser Nutella kaufen. Der Zuckergehalt: mehr als 5 Kilogramm. „Diese Werbeaktionen sind völlig überzogen“, sagt Barbara Bitzer, Sprecherin der DANK. Die Kaufanreize gingen weit über einen gesundheitsverträglichen Verzehr hinaus.

Auch Coca-Cola steht in der Kritik. Für ein WM-T-Shirt sind zwölf Sondereditionen nötig – das entspricht 636 Gramm Zucker. Zwar gibt es auch zuckerfreie Varianten. Doch das Problem bleibt: Sport wird mit ungesunden Lebensmitteln verknüpft.

Industrie verteidigt sich – DFB in der Kritik

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Ferrero wehrt sich. Die Kampagne laufe bis zum 31. Juli, der Aktionszeitraum sei lang. Zudem betont das Unternehmen: Man sammle gemeinsam – in Familien oder Freundeskreisen. Die Zuckermenge pro Kopf relativiere sich dadurch.

Doch die Mediziner sehen ein weiteres Problem: den Deutschen Fußball-Bund. Der DFB ist Partner der Aktion – obwohl in seinen Satzungen die Förderung gesunder Lebensweise steht. Ausgerechnet der Verband stützt eine Kampagne, die Kinder mit Sammelbildern, Sportstars und Süßwaren lockt.

Forderung: Schluss mit freiwilligen Regeln

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Die Allianz DANK zieht eine klare Konsequenz. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie hätten versagt. Nötig seien verbindliche Beschränkungen für Marketing, das sich an Kinder richtet.

Die WM-Sammelaktionen seien ein deutliches Signal. Die Politik müsse eingreifen. Ziel: Die Verknüpfung von Sportidolen und Großereignissen mit ungesunden Produkten strukturell unterbinden. Denn die Risiken – von Fettleibigkeit bis Diabetes – sind bekannt.

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