ADHS-Theorie: L-Theanin und Koffein wirken wie Methylphenidat
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 05:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Von der richtigen dosis Koffein bis zu überraschenden Gaming-Effekten.
Gaming: Nicht die Dauer, sondern die Kontrolle zählt
Videospiele machen nicht automatisch dumm oder klug. Eine Studie der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems mit 3.854 Jugendlichen zeigt: Entscheidend ist der Kontrollverlust. Wer die Spielzeit nicht mehr im Griff hat – Fachbegriff: Internet-Gaming-Störung (IGD) – schneidet bei kognitiven Tests schlechter ab.
Die Forscher fanden zudem genrespezifische Unterschiede. Strategie- und Rollenspiele hängen mit besseren logischen Fähigkeiten zusammen. Shooter-Spiele dagegen bergen ein höheres Risiko für exzessive Nutzung.
ADHS: Neue Theorie stellt Stoffwechsel in den Fokus
Die FU Berlin bringt ein neues Modell ins Spiel: „Energy Deficit Hyperactivity Disorder“ (EDHD). Die Idee: ADHS entsteht durch eine instabile Energieversorgung des Gehirns, nicht durch eine reine Aufmerksamkeitsstörung.
Eine Studie in Nutritional Neuroscience untermauert den Ansatz. Bei 21 Jugendlichen verbesserte eine Kombination aus L-Theanin und Koffein die selektive Aufmerksamkeit und Reaktionszeit. Die Effektstärke sei mit Medikamenten wie Methylphenidat vergleichbar. Relevant ist das nicht zuletzt wegen steigender Patientenzahlen: In Österreich stiegen die Verschreibungen von Psychostimulanzien 2025 um 27 Prozent auf rund 17.800 Patienten unter 18 Jahren.
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Kaffee: Die Dosis macht den Unterschied
Die optimale Koffeinmenge fürs Gehirn ist bekannt: ein bis zwei Tassen pro Tag. Das zeigt eine Studie an Medizinstudenten, veröffentlicht in Cureus. Wer mehr trinkt, drei Tassen oder mehr, fällt bei kognitiven Tests wieder ab.
Doch Kaffee ist nicht alles. Die DASH-Diät senkt das Risiko für kognitiven Abbau um 41 Prozent – das belegt eine Untersuchung in JAMA Neurology mit 160.000 Erwachsenen. Wer hingegen langfristig Protonenpumpenhemmer (PPI) gegen Sodbrennen nimmt, hat ein um 44 Prozent erhöhtes Demenzrisiko. Das legt eine Analyse in Nature Metabolism mit 66.000 Probanden nahe.
Bewegung: Tai Chi und Parkour fürs Gleichgewicht
Klassisches Tai Chi reduziert die Sturzrate um 43 Prozent – ein klarer Vorteil für die Gehirngesundheit. 2026 wird daraus der Trend „Tai Chi Walking“. Noch ungewöhnlicher: In Singapur gibt es Parkour-Kurse speziell für Menschen über 50. Das Training schult Gleichgewicht und funktionelle Bewegung.
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Auch die Industrie mischt mit. Ein neues Schuhmodell nutzt 22 Schaumstoff-Noppen in der Sohle, um die Fußsohle zu stimulieren. Hersteller versprechen bessere Entspannung und Konzentration. Unabhängige Studien stehen allerdings noch aus.
KI erkennt Alzheimer-Risiko am Auge
Die Früherkennung neurodegenerativer Erkrankungen macht Fortschritte. Ein Modell der University of Florida analysierte Netzhautaufnahmen von über 40.000 Patienten. Die KI erkennt Veränderungen an Gefäßen und Sehnerv, die mit Blutdruck, Schlaflosigkeit und anderen Alzheimer-Risikofaktoren korrelieren.
Parallel dazu sucht die Wissenschaft neue Wege der öffentlichen Vermittlung. Im Wissenschaftsjahr 2026 veranstaltet das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) Events, die Neurowissenschaften mit Kunst verbinden. Ziel: mehr Aufmerksamkeit für die Hirnforschung.
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