UCLA, Kunst

Ärzte-Burnout: UCLA erprobt Kunst und Theater in vier Workshops

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 03:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein UCLA-Fellowship verbindet kreative Workshops mit Nervensystem-Regulation; die Wirkung einer begleitenden Online-Intervention ist noch ungeklärt.
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Ausstellungsraum in einer Kunstgalerie mit einer Holzbank und abstrakter Kunst. Illustration mit AI erstellt.

Die psychische Belastung im Gesundheitswesen bleibt auf einem hohen Niveau. Wie aus Erhebungen der American Medical Association hervorgeht, berichteten im Jahr 2025 mehr als 41 % der Ärztinnen und Ärzte über mindestens ein Burnout-Symptom. Neben strukturellen Herausforderungen rücken zunehmend neue Interventionsformen in den Fokus, die über klassische Fortbildungen hinausgehen.

An der University of California, Los Angeles (UCLA) setzt ein Fellowship-Programm auf eine Kombination aus Kunst, Theater und Methoden zur Regulierung des Nervensystems, um Fachkräften in besonders belastenden Arbeitsfeldern neue Handlungsansätze zu bieten.

Das HEARTS-Programm setzt auf kreative Methoden

Unter der Bezeichnung HEARTS-Fellowship (Health Education through Arts and Research in Thriving Spaces) startete an der UCLA ein Programm, das sich gezielt gegen Erschöpfungszustände richtet.

Das Konzept umfasst vier Workshop-Einheiten, die sich mit der Regulation des Nervensystems sowie Elementen aus Theater und bildender Kunst beschäftigen, ergänzt durch gemeinsame Museumsbesuche in Los Angeles. Als Partner der Initiative fungiert das Broad Museum.

Geleitet wird das Programm von Eraka Bath unter Beteiligung von Helena Hansen aus der Abteilung für Psychiatrie an der David Geffen School of Medicine.

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Neben Medizinerinnen und Medizinern adressiert die HEARTS-Fellowship weitere stark beanspruchte Berufsgruppen und Betroffene: Dazu gehören Führungskräfte aus gemeinnützigen Organisationen, Organisatoren im Bereich der Einwanderungsdurchsetzung und Inhaftierung sowie Opfer von Bränden. Ziel ist es, Räume zu schaffen, in denen emotionale Verarbeitung und mentale Widerstandskraft durch künstlerische Prozesse gefördert werden können.

Begleitende Forschung zu Achtsamkeit und Stressmarkern

Flankierend zu den praktischen Angeboten analysiert die Wissenschaft an der UCLA auch digitale Ansätze zur Reduktion von Arbeitsstress. Ein Forschungsteam der Universität stellte laut der medizinischen Datenbank PubMed ein Studienprotokoll für eine sechswöchige, achtsamkeitsbasierte Online-Intervention namens FIERCE vor.

Untersuchungen sollen dabei klären, inwieweit gezielte Meditationsübungen arbeitsbedingten Stress und Erschöpfungsanzeichen bei stark belasteten Ärztinnen und Ärzten mindern und physiologische Entzündungsmarker beeinflussen können.

Da es sich bislang um ein Protokoll handelt, steht der Wirksamkeitsnachweis noch aus. Die Forschenden weisen zudem darauf hin, dass die Ergebnisse primär für die untersuchte Berufsgruppe mit hoher Arbeitslast gelten und nicht ohne Weiteres auf andere Bereiche übertragbar sind.

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Kreative Angebote und Kunstprojekte im internationalen Vergleich

Der Einbezug von künstlerischen Medien zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz wird auch an anderen Einrichtungen erprobt:

  • Sunderland University: Im Rahmen des Projekts NHS-Darkroom bietet die Universität seit 2022 ein kreatives Fotolabor-Angebot für klinisches und nicht-klinisches Personal des britischen Gesundheitsdienstes. Geleitet von der Dozentin, Fotografin und ehemaligen Krankenschwester Johannah Churchill, wurden 2026 erstmals auch Medizinstudierende eingebunden. Die Finanzierung für das Projekt ist gesichert, zudem ist die Umsetzung eines Kurzdokumentarfilms und einer gemeinsamen Ausstellung der Teilnehmenden geplant.
  • Varisano Klinikum Frankfurt Höchst: Im Erdgeschoss des Standorts an der Windthorststraße 21 präsentiert die Klinik als Dauerleihgabe die Installation „Orchestra sans musica“ des Künstlers Dorél Dobocan, die zuvor unter anderem in der Frankfurter Schirn zu sehen war. Die Wandgestaltung folgt dem Konzept einer heilenden Kunst mit Naturmotiven. Geschäftsführer Michael Osypka verwies darauf, dass Kunst die medizinische Versorgung sinnvoll ergänzen und das allgemeine Wohlbefinden vor Ort stärken könne.

Die verschiedenen Ansätze verdeutlichen das wachsende Bestreben von Kliniken und Universitäten, der Erschöpfung des medizinischen Personals nicht allein mit administrativen Mitteln, sondern auch durch kreative Erfahrungsräume und ganzheitliche Präventionskonzepte zu begegnen.

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