Akupunktur, Depression

Akupunktur bei Depression: Studie belegt neuronale Umstrukturierung

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Peking-Analyse belegt: Akupunktur aktiviert andere Hirnregionen als Antidepressiva und lindert Symptome in Kombinationstherapie stÀrker.

Naturheilkunde im Aufwind: Internationale Kooperationen und neue Studien belegen wachsende Bedeutung
Ein Facharzt fĂŒhrt eine Akupunkturbehandlung in einer modernen, hellen Klinik durch, um die Professionalisierung in der Naturheilkunde zu illustrieren. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen liefern neue Einblicke in die neurobiologischen Mechanismen der Akupunktur bei der Behandlung von schweren depressiven Störungen (Major Depression).

Eine im August 2026 in der Fachzeitschrift „Medicine“ veröffentlichte Analyse eines Forschungsteams aus Peking legt nahe, dass die traditionelle Nadeltherapie spezifische neuronale VerĂ€nderungen hervorruft, die sich signifikant von der Wirkung herkömmlicher Antidepressiva unterscheiden. Die Ergebnisse basieren auf der Auswertung von Daten von insgesamt 357 Patienten, die im Rahmen von sieben klinischen Studien untersucht wurden.

Differenzierte AktivitÀtsmuster im Gehirn

Ein zentraler Aspekt der Forschungsarbeit liegt in der Identifizierung spezifischer Hirnareale, deren AktivitÀt durch die Behandlung beeinflusst wird. Die Auswertungen des Pekinger Teams zeigen, dass Akupunktur insbesondere die AktivitÀt im rechten Cingulum sowie im Nucleus caudatus steigert. Diese Regionen werden im neurologischen Kontext hÀufig mit der emotionalen Regulation und dem Belohnungssystem in Verbindung gebracht.

Im Gegensatz dazu zeigten Patienten, die ausschließlich mit Antidepressiva behandelt wurden, verĂ€nderte AktivitĂ€tsmuster in anderen Bereichen des Gehirns. Hier beobachteten die Forscher eine erhöhte AktivitĂ€t im linken Hippocampus sowie im rechten Gyrus occipitalis medius.

Diese Unterscheidung deutet darauf hin, dass die beiden Behandlungsformen ĂŒber unterschiedliche neurologische Pfade wirken, obwohl beide auf die Linderung depressiver Symptome abzielen.

Klinische Wirksamkeit und Kombinationstherapie

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Neben den bildgebenden Befunden befasste sich die Analyse auch mit der klinischen Symptomatik der Probanden. Den Daten zufolge konnte durch den Einsatz von Akupunktur eine Reduktion der Depressions- und Angstwerte erzielt werden, die ĂŒber die Ergebnisse einer reinen medikamentösen Therapie hinausging.

Besonders deutlich zeigten sich diese Effekte in Szenarien, in denen die Akupunktur als ergĂ€nzende Maßnahme zu einer bestehenden Medikation eingesetzt wurde. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Akupunktur vor allem in Kombination mit Antidepressiva das Potenzial habe, die Symptomlast der Patienten stĂ€rker zu senken, als dies durch die alleinige Gabe von Medikamenten möglich sei.

Hinweise auf neuronale Umstrukturierung

Die in der Fachzeitschrift „Medicine“ publizierten Ergebnisse fĂŒhren zu der wissenschaftlichen Annahme, dass die Wirkung der Akupunktur ĂŒber eine kurzfristige Symptomlinderung hinausgehen könnte. Die beobachteten VerĂ€nderungen in der HirnaktivitĂ€t deuten laut dem Forschungsteam darauf hin, dass die Behandlung zur neuronalen Umstrukturierung bei Patienten mit Depressionen beitragen könnte.

Diese Hypothese der neuroplastischen VerĂ€nderung durch Akupunktur bietet einen ErklĂ€rungsansatz dafĂŒr, warum Patienten auch nach Abschluss der aktiven Behandlungsphasen von stabilisierten Stimmungslagen berichten. Die Studie unterstreicht damit die Relevanz von integrativen BehandlungsansĂ€tzen, die sowohl pharmakologische als auch komplementĂ€rmedizinische Methoden kombinieren, um die neurologische Resilienz bei affektiven Störungen zu stĂ€rken.

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Obwohl die vorliegende Analyse von 357 Patienten aus sieben Studien eine solide Datengrundlage bietet, betonen die Studienautoren indirekt die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen, um die langfristigen Effekte dieser neuronalen VerÀnderungen und deren Dauerhaftigkeit im klinischen Alltag noch prÀziser zu bestimmen.

Die Forschungsergebnisse leisten jedoch bereits jetzt einen Beitrag zur fachlichen Diskussion ĂŒber die Einordnung der Akupunktur in moderne Therapieprotokolle fĂŒr psychische Erkrankungen.

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