Alzheimer-Früherkennung: Bluttest erkennt Krankheit 5 Jahre vorher
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 04:03 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Eine Studie vom Juli 2026 zeigt: Der Riechkolben erzeugt bei jedem Atemzug einen spezifischen Rhythmus, der die Geruchsverarbeitung steuert. Störungen in diesem Taktgeber treten oft Jahre vor den ersten Gedächtnisproblemen auf.
Bluttests sagen Krankheit Jahre voraus
Die Forschung macht parallel große Sprünge. Ein neuer Bluttest auf Basis von zirkulärer RNA (circRNA) erkennt Alzheimer-Symptome bis zu fünf Jahre vor dem Ausbruch – mit über 97 Prozent Genauigkeit. Das zeigt eine Studie in Nature Medicine vom Anfang Juli.
Noch weiter geht ein Ansatz mit 34 spezifischen RNA-Markern. Er soll eine Risikoeinschätzung bis zu 34 Jahre vor der klinischen Diagnose ermöglichen. Der etablierte p-Tau217-Bluttest erreicht laut Untersuchungen aus diesem Jahr ebenfalls über 90 Prozent Genauigkeit. Roche will Mitte Juli auf einem Fachkongress in London neue Langzeitdaten zu diesen Tests vorstellen.
Netzhaut-Scans als kostengünstige Biomarker
Auch die Augen liefern wertvolle Daten. Forscher der University of Florida analysierten per KI die Netzhautaufnahmen von über 40.000 Patienten. Die Ergebnisse vom Juli zeigen: Die Aufnahmen erkennen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Schlaflosigkeit und bestimmte Konsumgewohnheiten – allesamt eng mit Alzheimer verknüpft.
Die wirtschaftliche Bedeutung ist enorm. ALZAI Health Corp. und Centauri Health Solutions haben im Juli eine Kooperation zur Vermarktung KI-gestützter Risikostratifizierungen in den USA geschlossen. Mehr als sieben Millionen Amerikaner leben mit Alzheimer, die jährlichen Pflegekosten liegen bei rund 384 Milliarden Dollar.
Die neuesten Bluttests erkennen Alzheimer bis zu fünf Jahre vor Ausbruch – mit über 97 % Genauigkeit. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber, welche Methoden für Sie infrage kommen und wie Sie Ihr persönliches Risiko senken können. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern
Neue Therapien: Antikörper und Hirnstimulation
Seit Juni sind in Deutschland zwei neue Antikörper-Therapien verfügbar: Lecanemab und Donanemab. Schätzungsweise 120.000 Patienten kommen dafür infrage. Ergänzend setzen über 100 deutsche Kliniken auf die Transkranielle Pulsstimulation (TPS). Weltweit wurden bis Mitte 2026 rund 290.000 Sitzungen durchgeführt. Daten von 785 Patienten aus 33 Zentren zeigen eine gute Verträglichkeit ohne relevante Nebenwirkungen.
Überraschende Erkenntnisse zu Medikamenten
Epidemiologische Daten liefern neue Hinweise auf medikamentöse Einflüsse:
Wussten Sie, dass bestimmte Medikamente Ihr Demenzrisiko um 44 % erhöhen können? Ein neuer Ratgeber zeigt, welche Wirkstoffe gefährlich sind und wie Sie mit einfachen Checks frühzeitig gegensteuern. Risiko-Check jetzt sichern
- Risikosenkung: SGLT2-Hemmer könnten das Demenzrisiko um 43 Prozent senken, GLP-1-Agonisten um 33 Prozent. Das deutet eine NIH-Studie vom Juli an.
- Risikoerhöhung: Die Langzeiteinnahme von Protonenpumpenhemmern wird mit einem um 44 Prozent erhöhten Risiko in Verbindung gebracht. Basis: 66.000 Probanden, Forschungsergebnisse vom Juni.
Forscher der University of Utah Health entdeckten zudem Ende Juni das Protein „Arc“. Es transportiert schädliches Tau-Protein zwischen Nervenzellen. Blockiert man diesen Mechanismus, ließe sich die Ausbreitung der Krankheit im Gehirn verlangsamen – ein vielversprechender Ansatz für neue Therapien.
