Android-Malware: NFCShare liest Kreditkartendaten aus
28.06.2026 - 05:34:59 | boerse-global.de
Spezialisierte Schadsoftware und zahlreiche Sicherheitslücken setzen vor allem Android-Geräte unter Druck. Gleichzeitig klafft eine gefährliche Lücke zwischen der Angst vor Cyberkriminalität und der tatsächlichen Vorsorge.
Banking-Malware liest Kreditkartendaten aus
Im Fokus der aktuellen Angriffswelle steht die Malware NFCShare. Seit dem Frühjahr 2026 läuft eine Kampagne gegen Kunden italienischer und spanischer Banken. Die Schadsoftware nutzt die NFC-Schnittstelle des Smartphones, um Kreditkartendaten inklusive der PIN auszulesen.
Parallel verbreitet sich DroidLock – eine Ransomware, die Administratorrechte missbraucht. Sie blockiert den Zugriff auf das Gerät vollständig. Die Erpresser fordern innerhalb von 24 Stunden Lösegeld.
Zusätzlich warnt die Sicherheitsbranche vor dem Werbe-Trojaner MagicAd. Er wurde sogar in offiziellen App-Stores identifiziert.
124 Schwachstellen geschlossen
Das Sicherheitsupdate für Android im Juni 2026 schließt insgesamt 124 Schwachstellen. Darunter zwei kritische Lücken:
- CVE-2025-48595: Wird bereits aktiv ausgenutzt.
- CVE-2026-0059: Ermöglicht Remote-Code-Execution über Bluetooth.
Der Mensch bleibt das größte Risiko
IT-Experte Daniel Schnebel sieht die Hauptfehlerquellen beim Nutzer: schwache oder mehrfach verwendete Passwörter, unkritisches Klickverhalten. Social Engineering – die psychologische Manipulation von Opfern – bleibe eine erhebliche Gefahr.
Die Android-Malware NFCShare liest Kreditkartendaten inklusive PIN über die NFC-Schnittstelle aus. Mit unserer kostenlosen Schritt-für-Schritt-Anleitung deaktivieren Sie NFC sicher und setzen weitere Schutzmaßnahmen um. Kostenlose Schutz-Anleitung anfordern
Ein Fall aus dem Münsterland zeigt die Folgen: Eine Anwenderin verlor durch ein unsicheres, mehrfach genutztes Passwort den Zugriff auf ihre Konten bei Instagram, Amazon, Google und Microsoft. Die Wiederherstellung ihrer digitalen Identität dauerte Wochen und erforderte eine spezialisierte IT-Firma.
Empfohlene Schutzmaßnahmen:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung für E-Mail, Cloud-Dienste und Online-Banking
- Verschlüsselung der Geräte
- Passwort-Manager nutzen
- Regelmäßige Backups und Updates
Diskrepanz zwischen Angst und Vorsorge
85 Prozent der Deutschen fürchten Cyberangriffe oder KI-Betrug – das zeigt das TechnikRadar 2026. Damit liegt die Angst vor Cyberkriminalität deutlich vor Terrorismus oder Naturkatastrophen.
Doch nur neun Prozent der Befragten wurden selbst Opfer eines IT-Sicherheitsvorfalls. Das Vertrauen in die Polizei ist mit 74 Prozent hoch, gegenüber KI-Programmen oder Influencern herrscht Skepsis.
Die Bereitschaft, eigene Mittel oder Zeit in die Cyberabwehr zu investieren, bleibt jedoch gering. Stattdessen erwarten viele staatliche Schutzmaßnahmen.
85% der Deutschen fürchten Cyberangriffe – doch nur 9% schützen sich aktiv. Unsere Checkliste zeigt Ihnen die 5 wichtigsten Sofortmaßnahmen gegen Banking-Malware wie NFCShare. Checkliste per E-Mail sichern
Debatte um digitale Rasterfahndung
Datenschützer warnen vor geplanten Gesetzesentwürfen zur digitalen Rasterfahndung. Sie befürchten eine uferlose Überwachung durch biometrischen Online-Abgleich und automatisierte Datenanalysen. Das könnte Grundrechte verletzen und umfassende Bewegungsprofile ermöglichen.
