Android-Öffnung, Google

Android-Öffnung: EU zwingt Google zur Freigabe von elf Funktionen

Veröffentlicht: 16.07.2026 um 17:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission verpflichtet Google, elf Android-Funktionen für Drittanbieter zu öffnen und Suchdaten zu teilen, um den KI-Wettbewerb zu fördern.

EU zwingt Google zur Öffnung von Android für KI-Konkurrenz
Eine Hand hält ein Smartphone mit zerbrechenden digitalen Ketten, die offenen Zugang symbolisieren. Im Hintergrund leuchtet eine EU-Karte. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission hat Google an diesem Donnerstag per Verfügung verpflichtet, seine Marktmacht bei Android-Smartphones und der Suche nicht länger zum Nachteil von KI-Wettbewerbern wie OpenAI oder Anthropic einzusetzen. Das Ziel: mehr Wettbewerb auf einem Markt, den Google in der EU mit rund 60 Prozent Anteil dominiert.

Elf Android-Funktionen müssen geöffnet werden

Konkret verlangen die Brüsseler Regulierer, dass Google elf zentrale Funktionen des Android-Betriebssystems für Drittanbieter öffnet. Besonders brisant: die Sprachsteuerung. Künftig sollen Nutzer per Sprachbefehl auch KI-Assistenten der Konkurrenz aktivieren können – eine Funktion, die bisher Googles eigenen Diensten vorbehalten war.

EU-Digitalkommissarin Henna Virkkunen betonte, die Maßnahmen zielten darauf ab, „echte Alternativen" zu Googles Suchmaschine und dem KI-Assistenten Gemini zu schaffen. Dafür muss der Konzern künftig auch anonymisierte Suchdaten mit Wettbewerbern teilen – eine zentrale Ressource für das Training moderner KI-Modelle.

Gestaffelte Fristen bis 2027

Der Zeitplan ist ambitioniert. Ab Januar 2027 müssen die Datenflüsse an Konkurrenten freigegeben sein. Die technischen Änderungen am Android-System, inklusive der Öffnung der Sprachsteuerung, müssen bis Juli 2027 abgeschlossen sein.

Die Strafen bei Verstößen sind happig: Bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes von Alphabet, Googles Mutterkonzern, drohen. Hinzu kommen Zwangsgelder, falls Google bestimmte Auflagen nicht innerhalb von 60 Tagen erfüllt.

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Google warnt vor Sicherheitsrisiken

Der Konzern wehrt sich – vor allem gegen die Datenweitergabe. Google-Manager Kent Walker warnte, die Weitergabe von Suchdaten an Dritte schaffe „erhebliche Datenschutz- und Sicherheitsrisiken" für Nutzer. Das Unternehmen argumentiert, seine integrierten Dienste böten ein nahtloses und sicheres Erlebnis, das durch die Regulierung gefährdet werde.

Weitere Fronten für Alphabet

Die neue Verfügung ist nur ein Teil eines wachsenden regulatorischen Drucks auf Google in Europa. Erst Anfang der Woche bereitete die Kommission weitere Strafen vor – möglicherweise in Höhe von Hunderten Millionen Euro – wegen mutmaßlicher Bevorzugung eigener Shopping- und Reisedienste in den Suchergebnissen.

Hinzu kommt ein kürzlicher juristischer Rückschlag: Ein EU-Gericht bestätigte eine Rekordstrafe von 4,1 Milliarden Euro gegen Google wegen Verstößen im Zusammenhang mit Android. Und auch in Deutschland wird es enger: Die Medienaufsicht ZAK stufte bestimmte KI-generierte Suchergebnisse als redaktionelle Eigenleistung von Google ein – ein Schritt, der die Erlöse des Suchgeschäfts schmälern könnte, das im ersten Quartal mehr als die Hälfte von Alphabets Gesamtumsatz ausmachte.

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Auch Meta betroffen

Der Druck auf die großen Plattformen wächst branchenweit. Erst im Juni 2026 ordnete die Kommission an, dass Meta konkurrierenden KI-Assistenten wieder Zugang zu WhatsApp gewähren muss. OpenAI bestätigte daraufhin, dass sein ChatGPT-Dienst nun für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum über den Messenger verfügbar ist.

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