KI bei KMU: 70 Prozent experimentieren nur, 9 Prozent nutzen fest
Veröffentlicht: 16.07.2026 um 17:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Bildungseinrichtungen und WirtschaftsverbĂ€nde haben diese Woche eine Reihe von Initiativen gestartet, die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) den Einstieg in die kĂŒnstliche Intelligenz erleichtern sollen. Von Uni-Workshops bis zu internationalen Schulungen reicht das Angebot â die Nachfrage ist riesig.
Praxis statt Theorie: Workshops fĂŒr den Alltag
Die UniversitĂ€t von Nevada, Reno, veranstaltete am heutigen Donnerstag ein kostenloses Event zu praktischen KI-Anwendungen fĂŒr kleine Unternehmen. Im Tulloch Business Building standen eine Keynote von Christie Pitts und ein Hackathon in Zusammenarbeit mit Lovable auf dem Programm. Ziel: Unternehmern direkt nutzbare Werkzeuge an die Hand geben.
Weitere Angebote folgen in den nĂ€chsten Tagen. Am 21. Juli veranstaltet die Fordham University einen virtuellen Workshop unter der Leitung von Tal Goldhamer â Thema sind Datenschutz und Wettbewerbsstrategien fĂŒr kleine Firmen. Am selben Tag findet in Berlin, New Hampshire, ein Workshop zu Effizienztools statt.
Auch international tut sich etwas: In SĂŒdkorea organisiert die Stadt Incheon am 20. und 22. Juli ein Management- und Marketing-Training fĂŒr Dorfbetriebe. In RumĂ€nien spricht Ovidiu-Cristian Bolocan am 21. Juli ĂŒber SEO und KI-Suchfunktionen fĂŒr lokale KMU.
Die groĂe LĂŒcke zwischen Experiment und Alltag
So vielversprechend die Programme klingen â die RealitĂ€t sieht anders aus. Eine Studie von SAS und IDC zeigt: Rund 70 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen weltweit experimentieren nur oder nutzen KI sporadisch. Gerade einmal neun Prozent haben die Technologie fest in ihren BetriebsablĂ€ufen verankert. EuropĂ€ische Firmen liegen dabei noch vorne.
WĂ€hrend viele Unternehmen noch mit ersten KI-Gehversuchen beschĂ€ftigt sind, schafft der Gesetzgeber bereits klare Fakten fĂŒr den Einsatz dieser Technologien. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book alles ĂŒber die neuen Pflichten, Risikoklassen und Fristen, die der EU AI Act fĂŒr Ihr Unternehmen bereithĂ€lt. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklĂ€rt
Immerhin: Laut einer Erhebung von Techpoint Africa setzen bereits 38 Prozent der kleinen Betriebe KI gezielt im Marketing ein â fĂŒr Texte, Grafiken oder Videobearbeitung. Die Werkzeuge helfen, Markenauftritte konsistent zu halten und Zeit zu sparen.
Eine Umfrage unter 942 US-Kleinunternehmern im FrĂŒhjahr 2026 ergab: 74 Prozent nutzen KI bereits oder testen sie. 48 Prozent sparen durch Automatisierung mehr als four Stunden pro Woche. 52 Prozent sehen einen messbaren Return on Investment.
Misstrauen bleibt das gröĂte Hindernis
Doch der Weg ist steinig. 82 Prozent der befragten Unternehmen berichten von HĂŒrden bei der EinfĂŒhrung. 33 Prozent nennen Datenschutzbedenken, 31 Prozent misstrauen der Genauigkeit von KI-Ergebnissen. Rund 78 Prozent trauen der Technologie nicht einmal bei einfachen Aufgaben.
Besonders die Unsicherheit bei der Einstufung eigener KI-Systeme sorgt in vielen Rechts- und IT-Abteilungen fĂŒr wachsende Bedenken. Dieser kostenlose Praxis-Report klĂ€rt auf, welche Anwendungen konkret als Hochrisiko gelten und wie Sie die neuen Regeln rechtssicher in Ihrem Betrieb umsetzen. Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko â und was mĂŒssen Unternehmen jetzt konkret tun?
Diese Skepsis begleitete den diesjĂ€hrigen âAI Appreciation Day". Experten von ManageEngine und Thales betonten: Sichere EinfĂŒhrung und Datenhoheit werden zu strategischen Imperativen. In Singapur pilotieren 75 Prozent der IT-Verantwortlichen bereits sogenannte âagentische KI". In der Asien-Pazifik-Region haben die meisten Organisationen PrĂŒfmechanismen fĂŒr KI-Eingaben eingefĂŒhrt.
Zertifikate und Kooperationen als Antwort
Um dem FachkrĂ€ftemangel entgegenzuwirken, hat die Commonwealth University ein 12-Credit-Zertifikat fĂŒr KI in der Berufspraxis aufgelegt. Der Online-Kurs unter der Leitung von Karl Kapp und Jessica Briskin verzichtet auf Programmierkenntnisse und setzt auf Ethik und praktische Anwendung.
Parallel dazu geht Google eine ungewöhnliche Partnerschaft ein: Gemeinsam mit der britischen Baumarktkette Screwfix erhalten Handwerker in Filialen vor Ort direkt KI-Tipps und Beratung â ein Modell, das zeigt: Die KI-Offensive erreicht lĂ€ngst nicht mehr nur die Tech-Branche.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
