Antientzündliche, Ernährung

Antientzündliche Ernährung: Neue DGE-Leitlinien setzen auf Pflanzenkost

21.05.2026 - 23:28:54 | boerse-global.de

Neue DGE-Leitlinie empfiehlt pflanzenbasierte Kost. Intervallfasten zeigt in Studie Vorteile gegenĂĽber Metformin bei Insulinresistenz.

Antientzündliche Ernährung: Neue DGE-Leitlinien setzen auf Pflanzenkost - Foto: über boerse-global.de
Antientzündliche Ernährung: Neue DGE-Leitlinien setzen auf Pflanzenkost - Foto: über boerse-global.de

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat im Mai 2026 aktualisierte Erkenntnisse zur antientzündlichen Ernährung veröffentlicht. Im Zentrum steht: Eine pflanzenbasierte Kost mit viel Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren kann Entzündungsmarker senken.

Wissenschaftliche Untersuchungen der Forschungsgruppen um Geisler und Jiang (2024/2025) belegen positive Effekte auf das Darmmikrobiom. Die DGE empfiehlt mindestens 30 Gramm Ballaststoffe täglich – der Durchschnitt der Bevölkerung liegt mit unter 20 Gramm deutlich darunter.

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Flavonoide, Mandeln und ein neuer Name fĂĽr PCOS

Sekundäre Pflanzenstoffe spielen eine entscheidende Rolle. Besonders Flavonoide wie Quercetin wirken antioxidativ – in Kapern stecken rund 180,7 Milligramm pro 100 Gramm. Auch Mandeln sind empfehlenswert. Eine 2025 in Nutrients veröffentlichte Studie zeigt: Bereits 30 Gramm Mandeln täglich verbessern die Ernährungsqualität, indem sie hochverarbeitete Snacks ersetzen.

Parallel dazu berichtete The Lancet im Mai 2026 von einer Neubenennung des Polyzystischen Ovarialsyndroms (PCOS). Künftig heißt es PMOS – die metabolische Komponente der Erkrankung wird damit stärker betont. Die DGE empfiehlt zudem täglich 250 Milligramm der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA, etwa aus Algenöl.

Intervallfasten: 50 Millionen Downloads und ĂĽberraschende Studienergebnisse

Die App BodyFast hat am 19. Mai 2026 die Marke von 50 Millionen Downloads geknackt. Das Unternehmen aus Gräfelfing, 2017 gestartet, zeigt: Die Nachfrage nach digitaler Unterstützung beim Intervallfasten boomt.

Die wissenschaftliche Bewertung bleibt differenziert. Während eine Meta-Analyse keine klare Überlegenheit gegenüber klassischen Diäten bei Gewichtsreduktion zeigt, deuten andere Ergebnisse auf spezifische Vorteile hin. Eine 12-wöchige Studie der Shanghai Jiao Tong University mit über 100 übergewichtigen Probanden ergab: Die 5:2-Methode senkte Nüchternblutzucker und Insulinresistenz effektiver als das Medikament Metformin. Die Insulinresistenz sank um rund 30 Prozent, das Medikament erreichte etwa 20 Prozent. Zudem wurde Leberfett über zwei Jahre um 30 Prozent reduziert.

Experten warnen jedoch vor extremen Fastenformen ohne ärztliche Aufsicht. Bei einem BMI unter 18,5, Schwangerschaft oder Gallensteinen ist Vorsicht geboten. Eine Analyse in Lancet Diabetes & Endocrinology relativierte zudem die Angst vor dem Jo-Jo-Effekt: Gewichtsschwankungen führen nicht zwangsläufig zu dauerhafter Stoffwechselunterdrückung oder Muskelabbau.

Kreatin, Vitamin D und die Gefahr von Drip-Spa-Infusionen

Kreatin bleibt eines der am intensivsten erforschten Nahrungsergänzungsmittel. Es steigert Kraft und Regeneration. Eine Studie des Forschungszentrums Jülich (2024) deutet zudem auf verbesserte kognitive Leistung hin. Allerdings sprechen 20 bis 30 Prozent der Anwender nicht darauf an – die Wirkung entfaltet sich nur bei täglicher Einnahme von 3 bis 5 Gramm in Kombination mit intensivem Training.

Auch Vitamin D steht im Fokus. Die Mayo Clinic untersuchte in einer 12-wöchigen Studie mit 48 Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen die Wirkung. Die Supplementierung erhöhte IgA-Werte und senkte IgG-Werte – ein Hinweis auf verbesserte Immunregulation. Gleichzeitig warnt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte vor unkontrollierten Anwendungen wie Drip-Spa-Infusionen.

Vitamin C könnte die Bildung krebserregender Nitrosierungsprodukte im Magen hemmen. Eine mathematische Modellstudie der University of Waterloo im Journal of Theoretical Biology legt nahe: Die gleichzeitige Aufnahme zu nitratreichen Mahlzeiten könnte das Risiko senken. Forscher von Helmholtz Munich identifizierten zudem das Protein FSP1 als Enzym, das Vitamin K in eine aktive, antioxidative Form umwandelt und Zellen vor Ferroptose schützt – ein möglicher Ansatz für Alzheimer-Therapien.

Bewegung: Deutlich mehr als die WHO empfiehlt

560 bis 610 Minuten moderate bis intensive Bewegung pro Woche senken das Herz-Kreislauf-Risiko um mehr als 30 Prozent. Das zeigt eine Studie des British Journal of Sports Medicine mit 17.088 Teilnehmern der UK Biobank ĂĽber 7,8 Jahre. Die WHO-Empfehlung von 150 bis 300 Minuten erreicht laut Studie lediglich eine Risikoreduktion von 8 bis 9 Prozent.

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Ein spezifischer Bereich der Stoffwechselaktivierung betrifft das braune Fettgewebe. Im Gegensatz zu weißem Fett dient es der Wärmeerzeugung. Bereits Temperaturen von 19 Grad Celsius steigern seine Aktivität bei jungen Erwachsenen um über 50 Prozent. Eine tägliche sechsstündige Exposition über zehn Tage erhöhte die Menge an braunem Fett um 37 Prozent und die Wärmeproduktion um 65 Prozent – verbunden mit einer signifikanten Reduktion des Risikos für Typ-2-Diabetes und Herzkrankheiten.

Biologisches Altern: 37 Proteine machen den Unterschied

Konzepte zur Senkung des biologischen Alters gewinnen an Popularität. Der Mediziner Dr. Felix Bertram beschreibt in „Hacking Age" (2025) Strategien zur Verjüngung. Er selbst senkte sein biologisches Alter innerhalb eines Jahres von 74 auf 69 Jahre – durch drei Stunden Sport pro Woche und mindestens 7000 Schritte täglich. Das senkt das Sterberisiko statistisch um 40 Prozent.

Eine Schweizer Studie in Aging Cell ergänzt: Bei Hundertjährigen bleiben 37 spezifische Proteine auf einem Niveau, das normalerweise nur bei jüngeren Menschen zu finden ist. Das deutet auf effiziente Energieregulierung und Gewebeintegrität hin.

Personalisierung als Trend: Vom Biohacking zur klassischen Medizin

Die Zusammenführung der Erkenntnisse zeigt einen Paradigmenwechsel: Weg von pauschalen Diäten, hin zu evidenzbasierter, oft technologisch unterstützter Stoffwechsel-Optimierung. Der Erfolg von Apps wie BodyFast zeigt, dass Nutzer bereit sind, für strukturierte Gesundheitsinterventionen zu zahlen. Die Integration klinischer Daten in Alltagsempfehlungen – Kältereize, gezielte Supplementierung – zeigt die wachsende Schnittmenge zwischen Biohacking und klassischer Medizin.

Besonders die antientzündliche Ernährung bietet eine kostengünstige Methode zur Entlastung des Gesundheitssystems. Die Neubenennung von Krankheitsbildern wie PMOS signalisiert zudem ein tieferes Verständnis hormonell-metabolischer Zusammenhänge.

Ausblick: Non-Responder und Mitochondrien-Forschung

Für die kommenden Jahre ist mit präziseren personalisierten Empfehlungen zu rechnen. Die Identifikation von Non-Respondern bei Supplementen oder die individuelle Reaktion auf Intervallfasten wird Grundlage für maßgeschneiderte Strategien. Auch die Erforschung von Mitochondrien-Funktionen, etwa im Zusammenhang mit Cardiolipin-Mangel und Entzündungsprozessen, steht am Anfang einer vielversprechenden Entwicklung.

Die Debatte um die optimale Bewegungsdosis wird anhalten. Während die UK-Biobank-Daten deutlich höhere Aktivitätslevel nahelegen, bleibt die praktische Umsetzung im Alltag die Herausforderung. Technologische Innovationen zur Aktivierung des braunen Fettgewebes könnten ergänzend wirken – um den metabolischen Grundumsatz auch ohne exzessives Training effizient zu beeinflussen.

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