Arbeitsplatz-Gewalt, Belastung

Arbeitsplatz-Gewalt: 33% erleben seelische Belastung in Deutschland

06.07.2026 - 04:02:08 | boerse-global.de

Resilienzförderung etabliert sich mit strukturierten Modellen in Unternehmen, Pflege und Gemeinden. Digitale Tools und Fortbildungen ergänzen das Angebot.

Resilienz als Trend: Neue Modelle für Beruf und Alltag
Arbeitsplatz-Gewalt - Eine Gruppe von Fachleuten arbeitet in einem modernen Büro zusammen, diskutiert Resilienz-Konzepte und Modelle wie das Resilienz-Zirkel-Training. 06.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Strukturierte Modelle zur Förderung der Widerstandsfähigkeit gewinnen in der Praxis an Bedeutung. Dabei geht es längst nicht mehr nur um die individuelle Psyche, sondern um systemische Zusammenhänge in Organisationen und Gemeinschaften.

Coaching trifft auf digitale Helfer

Ein zentrales Modell ist das Resilienz-Zirkel-Training (RZT®). Es dient als Orientierungsrahmen für Coaching und Führung und verknüpft die individuelle Widerstandsfähigkeit mit systemischen Faktoren. Ziel: Methoden der Resilienzförderung direkt in den Arbeitsalltag integrieren.

Parallel dazu wächst das Angebot digitaler Lösungen. Die Plattform NeuroVoice setzt auf das KODEX-Modell – die Abkürzung steht für Körper, Orientierung, Deutung, Entscheidung und Experiment. Ergänzt wird das Konzept durch kurze Übungen, sogenannte MiniMax-Impulse. Der Fokus liegt auf Stressprävention für Ehrenamtliche, etwa bei der freiwilligen Feuerwehr. Die Anbieter betonen: Digitale Angebote ersetzen keine Therapie.

Fortbildung für Pflegekräfte und Gewaltprävention

Auch im Gesundheitswesen wird auf gezielte Schulungen gesetzt. Am morgigen Dienstag findet im Klinikum am Weissenhof eine Fortbildung für Pflege- und Betreuungskräfte statt. Schwerpunkt: Autogenes Training und spezifische Atemtechniken. Die Maßnahmen sollen die Gelassenheit im Berufsalltag fördern.

Ein weiterer Aspekt ist der Schutz vulnerabler Gruppen. In Rheinland-Pfalz wurde Anfang Juli der Abschluss einer Ausbildung für über 60 Trainer bekannt gegeben. Das Projekt „Gemeinsam stark“ zielt auf Gewaltprävention in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die Notwendigkeit solcher Programme zeigt eine bundesweite Studie: 26 Prozent der Beschäftigten erlebten sexuelle Belästigung, 33 Prozent seelische Gewalt und 14 Prozent körperliche Gewalt. Eine Fortsetzung der Ausbildungsserie ist für Anfang 2027 geplant.

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Fünf Jahre nach der Flut: Trauma braucht Zeit

Die Flutkatastrophe vom Juli 2021 liegt fünf Jahre zurück – doch die psychische Aufarbeitung dauert an. Ein Beispiel: In Schleiden bietet ein „Malzirkus“ Kunsttherapie für Kinder an. Kreative Methoden helfen, Ängste zu verarbeiten.

Die Psychologin Sybille Jatzko betont: Heilung nach Katastrophen folgt keinem festen Zeitplan. „Die Integration des Erlebten steht vor dem Vergessen“, so die Expertin. Die Gemeinschaft spiele dabei eine Schlüsselrolle.

Ergänzend bieten Einrichtungen wie das Recovery College Berlin bereits seit März kostenlose Kurse zur Bewältigung psychischer Krisen an. Das Prinzip: Genesungsbegleitung durch Betroffene. Auch Volkshochschulen richten ihre Programme verstärkt auf Begegnung und Gemeinschaft aus – soziale Resilienz ist das Ziel.

Energie und Umwelt: Resilienz wird technisch

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Der Begriff erweitert sich zunehmend auf technische und ökologische Systeme. Unter dem Stichwort „Energie-Resilienz“ wird die Absicherung kritischer Infrastrukturen diskutiert. Krankenhäuser und Rechenzentren brauchen mehr als Notstromlösungen. Microgrids und Lastmanagement gelten als notwendige Maßnahmen – angesichts einer laut Internationaler Energieagentur (IEA) steigenden Stromnachfrage.

Auch ökologische Krisen fordern Anpassungen. Nach einer Hitzewelle Ende Juni meldeten Tierschutzorganisationen in Sachsen und Leipzig einen massiven Anstieg notleidender Jungvögel. Die lokalen Hilfsstrukturen erreichten ihre Kapazitätsgrenzen. Digitale Helfer wie die Wildtier-SOS-App sollen künftig die Koordination zwischen Bürgern und Pflegestationen verbessern.

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