Waymo-Rückruf: 3.800 Robotaxis wegen Überflutungs-Fehler
06.07.2026 - 04:06:12 | boerse-global.de
Ein brennendes Robotaxi, stundenlange Staus und ein bundesweiter Rückruf – für Waymo wurde das verlängerte Wochenende in San Francisco zum Stresstest. Ein Feuerwerkskörper setzte am Sonntag ein unbemanntes Fahrzeug in Brand.
Feuerwerkskörper als Gefahr für autonome Flotte
Am 5. Juli 2026 geriet ein Waymo-Robotaxi im Stadtteil Potrero Hill in Brand. Das Fahrzeug war auf Höhe des 1200er-Blocks der Connecticut Street unterwegs, als es über einen Feuerwerkskörper fuhr. Die Hitzeentzündete das Fahrzeug. Waymo-Mitarbeiter koordinierten gemeinsam mit der Feuerwehr von San Francisco die Löscharbeiten. Verletzt wurde niemand.
Schon am Vortag war es zu massiven Problemen gekommen. Eine Feuerwerkshow am Crissy Field führte zu stundenlangen Verkehrsbehinderungen. Dutzende autonome Fahrzeuge steckten im Stau fest. Mindestens ein Robotaxi überfuhr ebenfalls einen Feuerwerkskörper, blieb aber unbeschädigt. Wegen der langen Standzeit und Straßensperrungen waren die Batterien mehrerer Fahrzeuge leer – sie mussten abgeschleppt werden. Waymo schickte schließlich Mitarbeiter, die die restlichen Fahrzeuge nach rund zwei Stunden manuell aus dem Gebiet steuerten.
Die Einsatzkräfte in San Francisco hatten alle Hände voll zu tun: Die Feuerwehr rückte zu über 500 Einsätzen aus. Darunter waren mehrere durch Feuerwerk ausgelöste Brände sowie zwei schwere Verletzungen, die jedoch nicht im Zusammenhang mit den autonomen Fahrzeugen standen. Waymo-Sprecher Chris Bonelli betonte, das Unternehmen prüfe die Vorfälle und bleibe dem Sicherheitsgedanken verpflichtet.
Rückruf nach Überflutung in Texas
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Die Vorfälle an der Westküste überschatten einen bundesweiten Rückruf. Rund 3.800 Waymo-Robotaxis müssen in die Werkstatt – per Software-Update. Der Rückruf betrifft Fahrzeuge der fünften und sechsten Generation. Auslöser war ein Vorfall am 20. April 2026 in San Antonio, Texas. Damals fuhr ein leeres Waymo-Fahrzeug in eine überflutete Straße und wurde in einen Bach gespült.
Waymo arbeitet nun an einem Update, das die Erkennung von und Reaktion auf überflutete Straßen verbessern soll. Trotz der technischen Pannen wächst das Geschäft: Das Unternehmen gibt an, mittlerweile mehr als 500.000 Fahrten pro Woche in seinen aktiven Dienstgebieten zu absolvieren.
Ende einer Partnerschaft in Phoenix
Auch in der Geschäftsstrategie gibt es Bewegung. Im Mai 2026 beendeten Waymo und Uber ihre Robotaxi-Partnerschaft in Phoenix, Arizona. Die 2023 gestartete Zusammenarbeit diente als Pilotprojekt für die Integration autonomer Fahrzeuge in die Uber-Plattform.
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Beide Seiten bewerten das Projekt als lehrreich. Die gesammelten Daten sollen nun für die breitere Skalierung genutzt werden. In Austin und Atlanta arbeiten Waymo und Uber weiterhin zusammen. Die Beendigung des Phoenix-Pilotprojekts folgt auf Waymos frühere Entscheidung, Autobahnfahrten in der Region vorerst auszusetzen.
Die Polizei in der Bay Area meldete unterdessen, dass illegale Feuerwerkskörper über das Wochenende zwar ein großes Problem darstellten, die Zahl der ausgestellten Strafzettel jedoch vergleichsweise niedrig blieb. Grund sei die Schwierigkeit, Täter in großen Menschenmengen zu fassen.
