Atemwegsinfekt-Folgen, Wochen

Atemwegsinfekt-Folgen: 19% leiden über 12 Wochen unter Beschwerden

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 23:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Hallenser Auswertung zeigt anhaltende Beschwerden nach Atemwegsinfekten, häufige Alltagseinschränkungen und langsame Genesungsverläufe.

PAIS nach Atemwegsinfekten: Risiko steigt mit dem Alter
Ein heller, minimalistischer Behandlungsraum mit einem leeren Stuhl vor einer weißen Wand, der eine Atmosphäre der Ruhe ausstrahlt. Illustration mit AI erstellt.

Anhaltende gesundheitliche Beeinträchtigungen nach einer Infektion der Atemwege sind kein seltenes Phänomen. Eine Untersuchung der Universitätsmedizin Halle im Rahmen der bundesweiten DigiHero-Studie beleuchtet das sogenannte Postakute Infektionssyndrom (PAIS), bei dem Betroffene noch mehr als zwölf Wochen nach der akuten Erkrankung unter Beschwerden leiden.

Die im Deutschen Ärzteblatt vom 18. September 2026 publizierte Erhebung stützt sich auf Angaben von fast 47.000 Personen und analysierte den Erhebungszeitraum von September 2024 bis August 2025.

Häufigkeit und Risiko im Altersverlauf

Knapp die Hälfte der befragten Teilnehmer – konkret 48 Prozent – gab an, im erfassten Zeitraum mindestens eine Atemwegsinfektion durchgemacht zu haben.

Von diesen Erkrankten berichteten 19 Prozent, was rund 4.300 Personen entspricht, von Beschwerden, die mindestens zwölf Wochen anhielten und damit die Definition eines postakuten Infektionssyndroms erfüllten. Studienautor Frost bezifferte das geschätzte Gesamtrisiko für PAIS nach einer durchgemachten Atemwegsinfektion auf 16 Prozent.

Die Auswertung der Universitätsmedizin Halle verdeutlicht zudem einen klaren Zusammenhang mit dem Lebensalter der Erkrankten. Während in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen rund 13 Prozent der Infizierten von anhaltenden Beschwerden betroffen waren, stieg dieser Anteil bei den 60- bis 69-Jährigen auf 21 Prozent an.

Ähnliche Symptome über verschiedene Erreger hinweg

Die Symptomatik erwies sich weitgehend als unabhängig vom auslösenden Erreger, der den Forschenden in einem Viertel der gemeldeten Fälle bekannt war. Langwierige Verläufe traten insbesondere nach Erkrankungen mit Corona- und Influenzaviren auf.

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Für den Großteil der Betroffenen bedeuteten die Folgeerscheinungen einen spürbaren Einschnitt im Alltag: Fast 90 Prozent von ihnen gaben an, mäßig bis sehr stark in ihrer täglichen Lebensführung beeinträchtigt zu sein.

Die Regeneration verläuft oft schleppend. Innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten war nach den Studiendaten erst ein kleinerer Teil wieder genesen: Rund 17 Prozent der Betroffenen erreichten in dieser Zeitspanne eine vollständige Genesung.

Inanspruchnahme medizinischer Hilfe und methodische Grenzen

Um die Folgen der Infektion zu bewältigen, suchten 58 Prozent der potenziell von PAIS Betroffenen ärztliche Unterstützung auf. Von jenen Personen, die medizinische Hilfe in Anspruch nahmen, erhielten 82 Prozent eine Behandlung. Wie die Universitätsmedizin Halle mitteilte, verdeutlichen die Ergebnisse, dass langanhaltende Beschwerden über verschiedene Erreger hinweg eine relevante Herausforderung für die Gesundheitsversorgung darstellen.

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Die DigiHero-Studie bildet mit insgesamt über 128.000 registrierten Personen ein breites Forschungsnetzwerk. Zugleich wiesen die Wissenschaftler auf eine methodische Einschränkung der vorliegenden Auswertung hin: Die Daten beruhen auf rückblickenden Selbstangaben der teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger, was bei der Interpretation der Häufigkeiten und Krankheitsverläufe berücksichtigt werden muss.

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