Autogenes, Training

Autogenes Training: Alte Methode, neuer Hype

01.05.2026 - 01:50:02 | boerse-global.de

Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich gestresst. Autogenes Training erlebt ein Comeback, unterstützt durch digitale Gesundheits-Apps und Krankenkassen-Zuschüsse.

Autogenes Training: Alte Methode, neuer Hype - Foto: über boerse-global.de
Autogenes Training: Alte Methode, neuer Hype - Foto: über boerse-global.de

Eine Methode aus den 1920ern erlebt deshalb ein Comeback.

Was steckt hinter der Technik?

Der Berliner Neurologe Johannes Heinrich Schultz entwickelte das Autogene Training vor rund 100 Jahren. Das Prinzip: Durch konzentrierte Wiederholung bestimmter Formeln versetzt sich der Anwender selbst in einen Zustand tiefer Entspannung. Anders als bei der Progressiven Muskelrelaxation (PMR) arbeitet die Methode rein mit der Vorstellungskraft.

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Die Wirkung ist physiologisch messbar. Forscher wie Laci Spencer belegen: Die Übungen bringen das vegetative Nervensystem ins Gleichgewicht. Der Sympathikus (Aktivierungsmodus) wird heruntergefahren, der Parasympathikus (Ruhemodus) übernimmt. Die Folge: Herzfrequenz sinkt, Blutdruck normalisiert sich, Muskeln entspannen.

Meta-Analysen von Stetter und Kupper bestätigen die Wirksamkeit bei Schlafstörungen, Spannungskopfschmerzen und leichtem Bluthochdruck.

Warum Unternehmen jetzt handeln müssen

Die Zahlen sind alarmierend. 66 Prozent der Deutschen fühlen sich häufig oder zumindest manchmal gestresst. 2013 waren es noch 57 Prozent. Nur acht Prozent geben an, keinerlei Stress zu empfinden.

Hauptursachen: Zu hohe Ansprüche an sich selbst (61 Prozent) und Belastungen durch Beruf und Ausbildung (58 Prozent).

Besonders brisant: Die 31- bis 40-Jährigen sind am stärksten betroffen. Laut der Studie „Workplace Insights 2025“ liegt das Burnout-Risiko in dieser Altersgruppe bei 18 Prozent. Beruf und Familie gleichzeitig unter einen Hut zu bekommen, fordert seinen Tribut.

Die volkswirtschaftlichen Kosten sind enorm. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) bezifferte die Produktionsausfallkosten durch psychische Erkrankungen für 2023 auf 20,5 Milliarden Euro.

Trotzdem tun Unternehmen noch zu wenig. Der DEKRA Arbeitssicherheitsreport 2025 zeigt: Nur in 28 Prozent der Betriebe gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.

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Digitale Kurse: Entspannung auf Rezept

Seit Anfang 2026 hat sich der Zugang zu digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) vereinfacht. Die elektronische Verordnung für solche Apps macht es Ärzten und Patienten leichter.

Viele Apps kombinieren klassische Übungen mit modernen Features: Audio-Anleitungen und Biofeedback-Funktionen machen den Fortschritt sichtbar. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen das massiv. Die Techniker Krankenkasse und die Barmer bezuschussen zertifizierte Präventionskurse mit 75 bis 150 Euro – egal ob online oder in Präsenz.

Seit Februar gelten zudem strengere Regeln für die Erfolgsmessung. Hersteller müssen nachweisen, wie intensiv ihre Apps genutzt werden und welche Ergebnisse sie bringen. Ab Oktober 2026 werden Nutzungsdaten verpflichtend an das Forschungsdatenzentrum Gesundheit gemeldet. Das soll sicherstellen, dass nur evidenzbasierte Verfahren im Katalog bleiben.

Wo die Methode im Vergleich steht

Autogenes Training ist nicht für jeden geeignet. Wer eine strukturierte, fast technische Anleitung sucht, kommt damit gut zurecht. Wer rein mental schwer in die Entspannung findet, startet besser mit der Progressiven Muskelrelaxation.

Vorteil des Autogenen Trainings: Einmal gelernt, lässt es sich diskret im Alltag anwenden. Die Schwere- oder Wärmeübung funktioniert in der Bahn oder vor einem Meeting – ohne dass es jemand merkt.

Aktuelle Trends zeigen eine Verschmelzung der Methoden. An der Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin wird Autogenes Training im Frühjahr 2026 mit kreativen Interventionen kombiniert.

Wohin die Reise geht

Die Digitalisierungsstrategie der Bundesregierung sieht vor, dass Gesundheits-Apps künftig Daten mit der elektronischen Patientenakte austauschen können. Ärzte könnten dann direkt sehen, wie sich die Entspannungsübungen auf den Gesundheitszustand auswirken.

Der Fokus wird sich auf kleine und mittlere Unternehmen verlagern. Da dort psychische Gefährdungsbeurteilungen noch seltener stattfinden, bieten Krankenkassen digitale Plattformen an. Die Kombination aus bewährter Tradition und moderner Technik könnte der Schlüssel sein, um dem hohen Stresslevel einer verdichteten Arbeitswelt zu begegnen.

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