Ballaststoffe, Frauen

Ballaststoffe: 75% der Frauen verfehlen das ErnÀhrungsziel

25.06.2026 - 21:04:09 | boerse-global.de

Viele Deutsche haben NĂ€hrstofflĂŒcken, doch isolierte PrĂ€parate haben Grenzen. Experten raten zu individueller Dosierung und mediterraner Kost.

NahrungsergÀnzung in Deutschland: Was Studien wirklich zeigen
Ballaststoffe - Eine Hand greift nach einer SchĂŒssel mit ballaststoffreichen FrĂŒchten und GemĂŒse auf einer modernen KĂŒchentheke. 25.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Doch was bringt die tÀkliche Pille wirklich? Aktuelle Studien zeichnen ein differenziertes Bild.

Die VersorgungslĂŒcke: Diese NĂ€hrstoffe fehlen

Aktuelle Untersuchungen zeigen: Viele Deutsche erreichen die empfohlenen NĂ€hrstoffziele nicht. Besonders bei Vitamin D, Vitamin B12, Jod und Selen klafft eine LĂŒcke. Auch Ballaststoffe sind ein Problem: Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt 30 Gramm tĂ€glich – rund 75 Prozent der Frauen und 68 Prozent der MĂ€nner unterschreiten diesen Wert.

In sozialen Medien hat sich dafĂŒr ein eigener Trend etabliert: „Fibermaxxing“. Dabei geht es um die gezielte Steigerung der Ballaststoffzufuhr durch PrĂ€parate wie Flohsamenschalen, Inulin oder Akazienfasern.

FĂŒr bestimmte Gruppen ist die Supplementierung sogar Pflicht. Bei rein veganer ErnĂ€hrung stuft die DGE Vitamin B12 als unverzichtbar ein. Auch Jod, Protein, Eisen und Omega-3-FettsĂ€uren gelten als kritische NĂ€hrstoffe, deren Status regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft werden sollte.

Protein im Alter: Mehr hilft mehr

Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Eiweißversorgung Ă€lterer Menschen. Dr. Chris Macdonald von der University of Cambridge zeigte in einem Übersichtsbeitrag: Die offiziellen Empfehlungen zielen oft nur darauf ab, einen Mangel zu vermeiden. FĂŒr aktive Menschen, Schwangere und besonders Senioren kann eine höhere Zufuhr aber deutliche Vorteile bringen.

Ab 65 Jahren könne ein gesteigerter Eiweißkonsum von etwa 1,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht dem altersbedingten Muskelabbau entgegenwirken. Experten betonen dabei die QualitĂ€t des Proteins und empfehlen verstĂ€rkt pflanzliche Quellen.

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Die Grenzen der Selbstmedikation

Trotz des wachsenden Marktes zeigen Studien auch die Grenzen isolierter PrĂ€parate. Eine im Juni im Fachjournal eBioMedicine veröffentlichte Doppelblindstudie untersuchte hochdosiertes Fischöl (DHA) gegen das Alzheimer-Risiko. 365 Probanden zwischen 55 und 80 Jahren nahmen tĂ€glich 2000 mg DHA ein. Ergebnis: Der Spiegel im Liquor stieg um 17 Prozent – aber die kognitiven FĂ€higkeiten verbesserten sich nicht. Auch ein Schutz vor Hirnschrumpfung blieb aus.

Die Forscher raten daher eher zu einer mediterranen ErnÀhrung als zu Fischöl-Kapseln.

Ähnlich vorsichtig sollten Verbraucher bei Vitamin D sein. Laut einer JAMA-Studie stieg der Anteil der US-Bevölkerung, der Vitamin-D-PrĂ€parate nutzt, von 5 Prozent (1999) auf 29 Prozent (2023). Damit wĂ€chst das Risiko fĂŒr Überdosierungen und Wechselwirkungen – besonders bei Einnahme ohne Ă€rztliche Kontrolle.

Neue Hoffnung aus dem Darm

Vielversprechend sind dagegen AnsĂ€tze, die auf das Darmmikrobiom zielen. Eine im Mai in Nature Medicine veröffentlichte Studie untersuchte das Bakterium Akkermansia muciniphila. Übergewichtige Erwachsene, die nach einer DiĂ€t pasteurisiertes Akkermansia erhielten, nahmen in 24 Wochen nur 1,2 kg zu – die Placebogruppe dagegen 3,2 kg.

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Auch Extrakte aus Shiitake-Myzel (AHCC) werden erforscht. Sie sollen die AktivitĂ€t von NK-Zellen und T-Zellen steigern können. Diskutiert werden Effekte bei der UnterstĂŒtzung der Antikörperantwort nach Impfungen oder bei HPV-Infektionen.

Fachliche Beratung ist entscheidend

Angesichts von jÀhrlich rund 56.000 Darmkrebs-Neuerkrankungen in Deutschland betont das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) die Rolle der PrimÀrprÀvention. Neben Bewegung und Gewichtskontrolle ist eine ballaststoffreiche ErnÀhrung zentral.

Fachleute empfehlen, Supplemente individuell auf Basis von Blutwerten zu dosieren. Die Apothekerkammer Nordrhein forderte im Juni eine stĂ€rkere Anerkennung pharmazeutischer Leistungen – fĂŒr mehr Versorgungssicherheit und bessere Beratung.

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