Ballaststoffe: Frauen kommen tÀglich nur auf 18 g, MÀnner auf 19 g
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 19:24 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine ausgewogene ErnĂ€hrung am Morgen kann den Stoffwechsel unterstĂŒtzen und Risikofaktoren fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen verringern. Vor diesem Hintergrund rĂŒckt ErnĂ€hrungsberater Rob Hobson zwei klassische Mahlzeiten in den Mittelpunkt: Haferbrei sowie Bohnen auf Vollkorntoast. Beide Optionen zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an NĂ€hr- und Ballaststoffen aus, die zu einer besseren Cholesterinregulierung beitragen können.
Ballaststoffe und Cholesterinsenkung im Fokus
Haferflocken gelten in der ErnĂ€hrungsberatung seit langem als wertvolle Grundlage fĂŒr die erste Mahlzeit des Tages. Das Getreide enthĂ€lt spezifische lösliche Ballaststoffe, sogenannte Beta-Glucane, die Cholesterin und GallensĂ€uren im Magen-Darm-Trakt binden. Laut Berichten der Daily Mail kann ein regelmĂ€Ăiger Verzehr von Haferflocken das schĂ€dliche LDL-Cholesterin um rund 10 % senken.
Kardiologin Juliane Willecke vom Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen bestĂ€tigt diesen Wirkmechanismus, beziffert den beobachteten Effekt im klinischen Alltag jedoch auf eine Senkung von etwa 5â7 %. Auch die ErnĂ€hrungsberaterin Kayla Girgen verweist auf Studien, wonach ĂŒber Nacht eingeweichte Haferflocken das LDL-Cholesterin reduzieren können.
In einer US-amerikanischen Untersuchung zeigten Personen, die tĂ€glich 60 g Porridge zu sich nahmen, messbare positive VerĂ€nderungen. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, tĂ€glich mindestens 30 g Porridge zu verzehren.
Zugleich rĂ€t die DGE zu einer tĂ€glichen Zufuhr von mindestens 30 g Ballaststoffen. Daten des Max-Rubner-Instituts verdeutlichen allerdings eine VersorgungslĂŒcke in der Bevölkerung: Demnach erreichen Frauen in Deutschland im Schnitt nur 18 g und MĂ€nner 19 g Ballaststoffe pro Tag.
Bohnen auf Vollkorntoast als nÀhrstoffreiche Alternative
Neben Porridge hebt Hobson Bohnen auf Toast als oft unterschĂ€tzte FrĂŒhstĂŒcksvariante hervor. Die Kombination liefere zahlreiche B-Vitamine sowie Ballaststoffe und könne den Cholesterinspiegel Ă€hnlich positiv beeinflussen wie Haferbrei. Entscheidend sei dabei jedoch die Wahl von Vollkorntoast und zuckerreduzierten Bohnen.
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Laut Daily Mail liefert eine Portion aus zwei Scheiben gebuttertem Vollkorntoast und einer halben Dose gebackener Bohnen rund 15 g Protein und 11 g Ballaststoffe bei einem Brennwert von etwa 340 Kalorien. Damit deckt das Gericht bereits mehr als ein Drittel der empfohlenen tÀglichen Ballaststoffmenge ab.
Empfehlungen fĂŒr MĂŒslis, FrĂŒchte und gesunde Fette
Wer fertige FrĂŒhstĂŒcksprodukte bevorzugt, sollte auf deren Zusammensetzung achten. FertigmĂŒslis enthalten oft erhebliche Mengen an Kalorien und zugesetztem Zucker. Nach Angaben der DAK Gesundheit zeigte ein Foodwatch-Marktcheck aus dem Jahr 2012, dass jedes zweite untersuchte Kinder-FrĂŒhstĂŒcksflocken-Produkt zu mindestens 30 % aus Zucker bestand.
FĂŒr ein selbst zusammengestelltes MĂŒsli empfiehlt die Krankenkasse, dass mindestens die HĂ€lfte aus Vollkorngetreide wie Haferflocken bestehen sollte. Diese liefern neben EiweiĂ auch Magnesium, Zink und B-Vitamine, sorgen fĂŒr ein langes SĂ€ttigungsgefĂŒhl und lassen den Blutzuckerspiegel langsamer ansteigen.
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Als Richtwert fĂŒr die Getreidemenge nennt die Kasse drei bis vier Esslöffel, ergĂ€nzt durch eine kleine Handvoll NĂŒsse oder Kerne wie WalnĂŒsse, die wertvolle Omega-3-FettsĂ€uren enthalten.
Bei der Beigabe von Obst mahnt der ErnĂ€hrungsmediziner Dr. Matthias Riedl zur Differenzierung. Trockenobst weise eine sehr hohe Kaloriendichte auf: So schlagen 100 g getrocknete Ăpfel mit rund 278 kcal zu Buche, wĂ€hrend frische Ăpfel bei etwa 54 kcal liegen.
Riedl rĂ€t zudem, stark fruchtzuckerhaltige FrĂŒchte wie Weintrauben, Mango oder Ananas nur sparsam zu konsumieren. Eine Schale Blaubeeren sei wegen des geringeren Zuckergehalts vorzuziehen, ebenso wie Papaya. Ein bis zwei frische Ăpfel am Tag seien unbedenklich.
Neben löslichen Ballaststoffen aus Getreide, Leinsamen oder Chiasamen spielen ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren eine zentrale Rolle fĂŒr gesunde Blutfettwerte. Die ErnĂ€hrungsberaterin Roxana Ehsani nennt Avocado als ballaststoffreiche ErgĂ€nzung mit fast 20 Vitaminen und Mineralstoffen, wĂ€hrend Suzanne Fisher auf Kiwis verweist, von denen zwei StĂŒck etwa 6 g Ballaststoffe beisteuern.
Zudem kann laut Amy Bragagnini der Verzehr von fettem Fisch wie Lachs, Makrele, Hering oder Thunfisch das gefĂ€ĂschĂŒtzende HDL-Cholesterin steigern. ErgĂ€nzend dazu empfehlen Fachleute die Verwendung pflanzlicher Ăle wie Olivenöl anstelle tierischer Fette.
