Bauchatmung: Drei Wochen Training können das Atemmuster nachhaltig verändern
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 03:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachbeiträge erläutern die physiologische Bedeutung der Bauchatmung und heben deren Nutzen für den Organismus hervor. Die Technik wird dabei zur allgemeinen Stabilisierung des Wohlbefindens sowie als begleitende Maßnahme bei körperlichen Übungen empfohlen. Hinter der bewussten Atemführung stehen präzise körperliche Abläufe, die sich unmittelbar auf das Nervensystem und den Kreislauf auswirken.
Physiologische Mechanismen der Zwerchfellatmung
Die Funktionsweise der Atmung basiert auf einem Zusammenspiel von Muskelaktivität und Druckverhältnissen im Körper. Bei der Einatmung kontrahiert das Zwerchfell, wodurch sich der Brustkorb erweitert und das Lungenvolumen ansteigt. In der Folge sinkt der intrapulmonale Druck unter das Niveau des Außendrucks, sodass Luft aktiv in die Atemwege einströmt.
Die anschließende Ausatmung erfolgt hingegen passiv. Das Zwerchfell erschlafft wieder, der Brustkorb verkleinert sich und der Druck im Inneren steigt an, wodurch die Luft aus den Lungen ausgestoßen wird. Die Steuerung dieser Zyklen bildet die Grundlage verschiedener Atemmethoden.
Einfluss auf das Nervensystem und methodische Varianten
Gezielte Atemarbeit, im Fachjargon auch als Breathwork bezeichnet, nimmt direkten Einfluss auf das vegetative Nervensystem. Durch entsprechende Übungen wird das parasympathische Nervensystem aktiviert, was Entspannungszustände im Körper begünstigt. Die Zwerchfellatmung trägt darüber hinaus dazu bei, den Blutdruck zu senken und die Herzfrequenz zu reduzieren.
Zur praktischen Anwendung stehen unterschiedliche Vorgehensweisen zur Verfügung:
- Das sogenannte Box Breathing arbeitet mit einem gleichmäßigen Rhythmus im Schema 4-4-4-4.
- Bei der 4-7-8-Methode wird vier Sekunden lang eingeatmet, die Luft sieben Sekunden angehalten und anschließend acht Sekunden lang ausgeatmet; diese Form soll insbesondere einen besseren Schlaf unterstützen.
- Eine weitere Variante stellt die Wechselatmung dar, die auch als Nad? Shodhana bezeichnet wird.
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Für fortgeschrittene Anwender existieren weiterführende Ansätze wie das Pursed-Lip-Breathing, bei dem zwei Sekunden lang eingeatmet und vier Sekunden lang ausgeatmet wird. Ergänzend werden Praktiken wie Lion's Breath oder Holotropic Breathwork angeführt, wobei letzteres ausschließlich unter Anleitung von ausgebildeten Trainern durchgeführt werden sollte.
Dreiphasige Atemgymnastik und Praxisempfehlungen
In einem Bericht aus dem Oktober 2026 erläutert die Neurologin Viktoria Goroshanina von der Universitätsklinik der Lobatschewski-Universität Nischni Nowgorod ein dreiphasiges Übungskonzept:
- Der Einstieg erfolgt über die Bauchatmung kombiniert mit einer Beckenkippung.
- In der zweiten Phase folgt ein langsames Ausatmen, das von einer bewussten Anspannung der Bauchmuskulatur begleitet wird.
- Die dritte Phase umfasst das Beckenheben, bei dem die Muskulatur des unteren Bauchs und des Gesäßes gezielt aktiviert wird.
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Nach Angaben von Goroshanina sind für das Training jeweils zehn Wiederholungen am Morgen und am Abend vorgesehen. Bei einer regelmäßigen Durchführung über einen Zeitraum von drei Wochen könne sich das grundlegende Atemmuster nachhaltig verändern. Vor Beginn des Programms empfiehlt die Medizinerin jedoch eine ärztliche Rücksprache.
Dem Bericht zufolge liegt die durchschnittliche gesunde Lebenserwartung in Russland laut Studien bei 68 Jahren, was die Relevanz präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen im Alltag unterstreicht.
