Beta-Glucan, Gramm

Beta-Glucan: Drei Gramm tÀglich senken LDL im Schnitt um 7,3 mg/ dl

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen verbinden Vollkorn, pflanzliche Fette und Bewegung mit niedrigeren Blutfettwerten; bei stark erhöhtem LDL genĂŒgt ErnĂ€hrung oft nicht.
Nahaufnahme von verschiedenen rohen Vollkorngetreidesorten wie Hafer und Quinoa auf einer dunklen HolzoberflÀche. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle ernĂ€hrungswissenschaftliche Untersuchungen und Metaanalysen befassen sich verstĂ€rkt mit der Frage, in welchem Umfang pflanzliche Lebensmittel, Getreidesorten und ausgewĂ€hlte GetrĂ€nke erhöhte Blutfettwerte ohne den Einsatz von Arzneimitteln reduzieren können. Im Fokus stehen dabei insbesondere das LDL-Cholesterin und die Triglyzeride, deren dauerhafte Erhöhung als wesentlicher Risikofaktor fĂŒr das Herz-Kreislauf-System gilt.

Vollkornprodukte und Ballaststoffe im wissenschaftlichen Fokus

Eine im September 2026 im Fachjournal European Heart Journal veröffentlichte Metaanalyse der iranischen UniversitÀt Tabriz untersuchte 87 klinische Studien mit mehr als 6.500 Teilnehmenden.

Die Forscher stellten fest, dass der tÀgliche Verzehr von vier bis sechs Portionen Vollkorn sowohl das Gesamtcholesterin als auch die Triglyzeride und den Blutdruck messbar senken kann. Erste positive Effekte zeigten sich ab einer Dosis von tÀglich 30 bis 40 Gramm Trockenkorn, wÀhrend der maximale Nutzen bei 60 bis 100 Gramm beobachtet wurde.

Ballaststoffe hemmen demnach die Cholesterinaufnahme im Darm und reduzieren den EntzĂŒndungsmarker Interleukin-6. Die Autoren gaben jedoch zu bedenken, dass die Interventionsdauer der ausgewerteten Studien meist nur rund acht Wochen betrug und kardiovaskulĂ€re Ereignisse wie Herzinfarkte nicht direkt erfasst wurden.

ErgĂ€nzend dazu ergab eine Metaanalyse aus dem Jahr 2026 mit 49 Studien und 3.854 Teilnehmenden, dass das in Getreide enthaltene Beta-Glucan das LDL-Cholesterin im Schnitt um etwa 7,3 Milligramm pro Deziliter senkte, vor allem bei einer Zufuhr von mindestens 3 Gramm tĂ€glich ĂŒber sechs Wochen oder lĂ€nger.

An der UniversitÀt Bonn zeigte eine Untersuchung im Jahr 2026, dass bereits zwei Tage mit tÀglich 300 Gramm Haferflocken das LDL-Cholesterin bei Personen mit metabolischem Syndrom deutlich verbesserten.

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Weitere Arbeiten aus dem Jahr 2025 hoben zudem Quinoa hervor: Eine randomisierte Studie an 207 Personen mit gestörter Glukosetoleranz stellte Verbesserungen beim Blutzucker und der Insulinresistenz fest, wÀhrend der Ersatz von herkömmlichen Getreideprodukten durch Quinoa bei Probanden mit fettleber das Leberfett und das LDL senkte.

Einfluss pflanzlicher Fette und gezielter ErnÀhrungsformen

An der kanadischen Laval University reduzierte eine ĂŒberwiegend pflanzliche ErnĂ€hrung bei 50 Patienten mit familiĂ€rer HypercholesterinĂ€mie das LDL-Cholesterin innerhalb von vier Wochen um 18 Prozent.

Bei einer Untersuchung an 42 Erwachsenen mit erhöhten Triglyzeriden fĂŒhrte der tĂ€gliche Verzehr von etwa 180 Gramm Avocado als Ersatz fĂŒr gesĂ€ttigte Fette und zugesetzten Zucker ĂŒber drei Wochen zu einer um 17,4 Prozent stĂ€rkeren Senkung der Triglyzeride gegenĂŒber einer KontrolldiĂ€t.

Eine im American Journal of Clinical Nutrition erschienene klinische Studie aus dem Jahr 2026 dokumentierte bei dieser Umstellung zudem einen RĂŒckgang des VLDL-Cholesterins um 9,30 Prozent sowie des Non-HDL-Cholesterins um 4,65 Prozent.

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Auch spezielle NahrungsergĂ€nzungen werden erforscht: Forscher der Osaka Metropolitan University beobachteten bei 22 Teilnehmenden nach achtwöchiger Einnahme von tĂ€glich 5 Gramm SchwarzkĂŒmmelsamenpulver sinkende LDL- und steigende HDL-Werte, verwiesen jedoch auf die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen.

Lebensstilfaktoren und therapeutische Grenzen

FĂŒr die Senkung von Triglyzeriden, deren Erhöhung ĂŒber 150 Milligramm pro Deziliter laut großen Metaanalysen mit einer gesteigerten kardiovaskulĂ€ren Sterblichkeit korreliert, spielen Lebensstilinterventionen eine zentrale Rolle.

Ein Gewichtsverlust von 5 bis 10 Prozent kann die Triglyzeride um bis zu 20 Prozent senken, wĂ€hrend regelmĂ€ĂŸige körperliche AktivitĂ€t eine Reduktion um 15 bis 30 Prozent ermöglicht. Auch die mediterrane ErnĂ€hrung trĂ€gt zu niedrigeren Werten bei. Bei der GetrĂ€nkewahl zeigen Untersuchungen unter anderem fĂŒr Tomatensaft sowie GrĂŒn-, Hibiskus- und Weißtee gĂŒnstige EinflĂŒsse auf das Lipidprofil.

Prof. Dr. Ulrich Laufs von der Deutschen Herzstiftung betonte, dass der Cholesterinspiegel primĂ€r ĂŒber die Leber gesteuert werde und die ErnĂ€hrung ihn nur indirekt beeinflusse. Bei stark erhöhtem LDL-Cholesterin oder Begleiterkrankungen wie Diabetes reiche eine ErnĂ€hrungsumstellung hĂ€ufig nicht aus, um die therapeutischen Zielwerte zu erreichen.

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