Bewegung, MedUni-Wien-Modell

Bewegung ab 65: MedUni-Wien-Modell sieht 46,6 Prozent weniger SchlaganfÀlle

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 09:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine österreichische Studie sieht bei ausreichender AktivitÀt PrÀventionspotenzial, weist jedoch auf hypothetische Modellwerte und unterschiedliche Effekte hin.

MedUni Wien: Bewegung könnte SchlaganfÀlle und Herzinfarkte verhindern
Ein sonnendurchfluteter Spazierweg in einem Park mit herbstlichem Laub am Boden. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen der MedUni Wien werfen ein Schlaglicht auf den Zusammenhang zwischen körperlicher AktivitÀt und der PrÀvention chronischer Erkrankungen in der Altersgruppe ab 65 Jahren.

Die in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ veröffentlichte Studie (DOI: 10.1055/a-2870-5575) analysiert auf Basis von Daten der österreichischen Gesundheitsbefragung ATHIS, in welchem Umfang ausreichende Bewegung das Auftreten schwerwiegender Krankheitsbilder reduzieren könnte. Die Ergebnisse verdeutlichen eine erhebliche Diskrepanz zwischen medizinischen Empfehlungen und der gelebten RealitĂ€t der Generation 65 plus.

Die Diskrepanz zwischen Empfehlung und RealitÀt

Ein zentraler Aspekt der Untersuchung ist die Einhaltung international anerkannter Bewegungsrichtlinien. Experten empfehlen fĂŒr Personen im höheren Lebensalter ein Minimum von 150 Minuten aerober Bewegung pro Woche. Die Auswertung der MedUni Wien, die auf Angaben von 3.995 Teilnehmenden basiert, zeigt jedoch ein deutliches Defizit in der Umsetzung dieser Vorgaben.

Lediglich 29,6 % der befragten Senioren in Österreich erfĂŒllten zum Zeitpunkt der Datenerhebung diese Mindestanforderung an körperlicher AktivitĂ€t. Damit erreicht die Mehrheit der untersuchten Altersgruppe nicht das Pensum, das aus medizinischer Sicht als notwendig erachtet wird, um einen signifikanten Schutz vor altersbedingten Zivilisationskrankheiten zu gewĂ€hrleisten.

Statistisches PrÀventionspotenzial bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Forscher nutzten Modellrechnungen, um das theoretische Potenzial einer flĂ€chendeckenden Einhaltung der Bewegungsempfehlungen zu ermitteln. Den Berechnungen zufolge ließen sich durch ein ausreichendes Maß an aerober AktivitĂ€t erhebliche Anteile schwerer Erkrankungen vermeiden.

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Besonders deutlich wird dieser Effekt im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut den Modellen der MedUni Wien hÀtten bei konsequenter Umsetzung der 150-Minuten-Regel bis zu 46,6 % der SchlaganfÀlle sowie 40,8 % der Herzinfarkte verhindert werden können.

Auch im Bereich der Stoffwechselerkrankungen identifizierte die Analyse ein hohes PrÀventionspotenzial: Rund 35,8 % der FÀlle von Diabetes mellitus wÀren demnach durch ausreichende Bewegung vermeidbar gewesen.

Methodische Einordnung und Grenzen der Modellrechnungen

Trotz der deutlichen Zahlen weisen die Autoren der Studie auf die methodischen Besonderheiten der Untersuchung hin. Bei den ermittelten PrÀventionswerten handle es sich um hypothetische Obergrenzen beziehungsweise SchÀtzungen. Es handele sich nicht um klinisch nachgewiesene Verhinderungen im Einzelfall, sondern um statistische Modellierungen auf Bevölkerungsebene.

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Zudem konnte der positive Effekt von Bewegung nicht auf alle Krankheitsbilder gleichermaßen ĂŒbertragen werden. So ergab die Auswertung fĂŒr den Bereich der Krebserkrankungen keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen dem Grad der körperlichen AktivitĂ€t und der Vermeidung der Krankheit.

Die Ergebnisse unterstreichen damit, dass Bewegung zwar ein mÀchtiges Instrument in der PrÀventivmedizin darstellt, ihre Wirkung jedoch je nach Pathologie variiert und im Kontext einer multidisziplinÀren Gesundheitsvorsorge betrachtet werden muss.

Wie Berichte vom September 2026 zur Veröffentlichung der Studie zeigen, liefern diese Erkenntnisse eine fundierte Grundlage fĂŒr kĂŒnftige gesundheitspolitische Maßnahmen, um die körperliche AktivitĂ€t in der alternden Gesellschaft gezielter zu fördern.

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