Bewegung, MedUni-Wien-Studie

Bewegung ab 65: MedUni-Wien-Studie zeigt große LĂŒcke bei AktivitĂ€t

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Wiener Studie zeigt geringe AktivitÀt bei Àlteren Menschen; Förderprogramme und lokale Angebote verbinden Bewegung, Lernen und Inklusion.

Seniorensport und Bildung: Europas Initiativen fĂŒr mehr Bewegung und Teilhabe
Ein sonniger, leerer Spazierweg in einem europÀischen Park mit BÀumen und gepflegten Kieswegen. Illustration mit AI erstellt.

Die Förderung von Bewegung und lebenslangem Lernen fĂŒr die Generation 60plus gewinnt in Europa zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Entwicklungen zeigen eine verstĂ€rkte Vernetzung von lokalen Bildungsakademien und grenzĂŒberschreitenden Sportveranstaltungen.

WĂ€hrend Seniorengruppen in verschiedenen LĂ€ndern ihre Programme nach der Sommerpause wieder aufnehmen, rĂŒcken wissenschaftliche Erkenntnisse ĂŒber die prĂ€ventive Wirkung von körperlicher AktivitĂ€t verstĂ€rkt in den Fokus der öffentlichen Gesundheitsstrategien.

Wissenschaftliche Befunde zur körperlichen AktivitÀt

Eine Studie der MedUni Wien unterstreicht die Notwendigkeit gezielter Bewegungsangebote fĂŒr Ă€ltere Menschen. Laut den in der Fachzeitschrift „Das Gesundheitswesen“ publizierten Ergebnissen einer Untersuchung von Cristina Fastl erfĂŒllen lediglich 29,6 % der Österreicher ab 65 Jahren die Empfehlung von mindestens 150 Minuten aerober AktivitĂ€t pro Woche. Die Datenbasis der Analyse bildeten 3.995 Teilnehmer der Gesundheitsbefragung ATHIS.

Die Experten der MedUni Wien wiesen darauf hin, dass bei ausreichender Bewegung signifikante gesundheitliche Vorteile erzielt werden könnten. Modellrechnungen zufolge seien hypothetisch bis zu 46,6 % der SchlaganfÀlle, 40,8 % der Herzinfarkte und 35,8 % der Diabetes-mellitus-FÀlle vermeidbar.

Neben 150 Minuten moderater Bewegung wie Radfahren oder Wandern wird Personen ĂŒber 65 Jahren zusĂ€tzlich dreimal pro Woche ein gezieltes Gleichgewichtstraining empfohlen.

EuropÀische Förderinstrumente und MobilitÀtsprogramme

Die Umsetzung solcher Gesundheits- und Sportziele wird maßgeblich durch europĂ€ische Förderungen unterstĂŒtzt. Die Agentur OeAD setzt seit 2022 das Programm Erasmus+ Sport in Österreich um.

Zwischen 2023 und 2025 wurden bereits mehr als 20 Projekte durch nationale Organisationen koordiniert, wobei das Fördervolumen insgesamt ĂŒber 5,5 Millionen Euro lag. FĂŒr das Jahr 2026 standen fĂŒr Lernauslandsaufenthalte von Personal im Breitensport rund 300.000 Euro zur VerfĂŒgung; fĂŒr das Folgejahr wird eine deutliche Budgetsteigerung erwartet.

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Im Rahmen internationaler Kooperationen fand vom 24. bis 27. September 2026 ein „Study Visit“ in Wien statt, an dem 15 Vertreter von Sportorganisationen aus zehn europĂ€ischen LĂ€ndern teilnahmen, um sich ĂŒber den Bereich Para-Sport auszutauschen.

Ähnliche grenzĂŒberschreitende AnsĂ€tze verfolgt der Panathlon International Club KĂ€rnten-Alpe-Adria, der im Sportpark Klagenfurt ein internationales Sitzvolleyball-Turnier organisierte. Hier traten Teams aus Österreich, Italien, Slowenien und Kroatien in einem inklusiven Format an, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammenfĂŒhrte.

Lokale Bildungs- und Sportinitiativen

Neben dem Leistungssport etablieren sich verstĂ€rkt regionale Formate. In Bottrop bereitet sich die Seniorenakademie E.U.L.E. am Heinrich-Heine-Gymnasium auf den Start des neuen Semesters am 8. Oktober 2026 vor. Das Konzept „Erleben, Unterrichten, Lernen und Experimentieren“ sieht vor, dass SchĂŒler die Senioren unterrichten, wobei sich die Inhalte an den Interessen der Teilnehmer orientieren.

In Nordrhein-Westfalen zeigt zudem das Projekt „Miteinander aktiv 60plus“ in Ense-Niederense eine erfolgreiche Bilanz. Sechs Monate nach dem Start haben sich zwölf Gruppen gebildet, die AktivitĂ€ten von Wandern ĂŒber E-Bike-Touren bis hin zu Wissensbörsen anbieten.

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Ähnlich aktiv zeigen sich Gruppen in Frankreich: Die „Golden Bretz'elles“ aus dem Haut-Rhin prĂ€sentierten unter der Leitung von Marie Claverie eine Choreografie zum Thema Ökologie, die speziell fĂŒr europĂ€ische Sporttreffen erarbeitet wurde.

Inklusion und Wettbewerb im Seniorensport

Der sportliche Wettbewerb auf europĂ€ischer Ebene wird derzeit durch Großveranstaltungen wie die Badminton-Senioren-Europameisterschaft in Cagliari auf Sardinien reprĂ€sentiert. Mit 251 Teilnehmern stellt Deutschland ein starkes Kontingent. Am Finaltag, dem 27. September 2026, verzeichnete die deutsche Delegation 14 Finalbeteiligungen. Hendrik Westermeyer erreichte nach zwölf Siegen im Mixed und Herrendoppel die Endspiele in beiden Kategorien.

Parallel dazu fördern VerbĂ€nde die Inklusion durch spezifische Aktionswochen. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) fĂŒhrte im September die vierte „SportWoche fĂŒr Alle“ durch, die bundesweit ĂŒber 360 Angebote umfasste. Diese reichten von inklusiven Fußballturnieren in Karlsruhe bis hin zu Klettertreffs in Freiburg.

ErgĂ€nzt werden diese sportlichen Initiativen durch praktische Alltagshilfen, wie das MobilitĂ€tstraining der Bremer Straßenbahn AG (BSAG), bei dem Senioren und Rollstuhlfahrende den sicheren Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln trainieren, um ihre UnabhĂ€ngigkeit im Alter zu bewahren.

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